Archiv der Kategorie: Musik

Der Lebenslauf einer Zeugin Jehovas

Nachdruck aus Erbrechet!, April 2008

„The Tower, my sole guide!” („Der [Wacht-]Turm, mein alleiniger Führer!“) (Tuomas Holopainen)

Die neue CD Schwermetallgruppen aus Finnland spielen Königreichslieder, die in Unserem Kürbisreichsdienst vom März 2008 vorgestellt wurde, wurde von den Hörern mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Wachtturm-Gesellschaft konnte jedoch ihren politischen Einfluss geltend machen und die Veröffentlichung des Titels The Escapist in den meisten Staaten verhindern. Das Lied behandelt den typischen Lebenslauf einer Zeugin Jehovas.

Der Titel kann mit Der realitätsferne Mensch, Der Mensch, der vor der Wirklichkeit flieht oder auch Der Mensch, der kein Teil der Welt ist übersetzt werden. Lediglich in Japan, wo der Einfluss der Wachtturm-Gesellschaft traditionell gering ist, konnte dieses Lied erscheinen. Die Leser von Erbrechet! haben jedoch ein Anrecht darauf, die von dem Propheten Tuomas Holopainen verfassten Worte zu hören, die sein Sprachrohr, Anette Olzon, vorgetragen hatte.

Originaltext

Übersetzung

Erklärung

Who’s there knocking at my window? The owl and the Dead Boy.

Wer klopft da an mein Fenster? Die Eule und der „tote Junge“.

Eine poetische Umschreibung einer eifrigen Verkündigerin mit Brille, die gemeinsam mit ihrem Sohn (der ‚die Glieder seines Leibes ertöten’ muss) am Samstagmorgen an der Tür klopft.

This night whispers my name.

Diese Nacht flüstert meinen Namen.

Die Verkündigerin spricht mit schwacher Stimme, so als wäre es Nacht, aber sie nennt die Wohnungsinhaberin bei ihrem Namen.

All the dying children.

All die Kinder, die sterben!

Die Verkündigerin spricht über die Weltverhältnisse und über die vielen unschuldigen Kinder, die sterben müssen.

Virgin snow beneath my feet, painting the world in white.

Unberührter Schnee unter meinen Füßen hüllt die Welt in Weiß.

Da es draußen sehr kalt ist, bittet die Wohnungsinhaberin die Verkündigerin ins Haus. Ein verhängnisvoller Fehler.

I tread the way and lose myself into a tale.

Ich beschreite den Weg und verliere mich in eine [Lügen-]Geschichte.

Die Wohnungsinhaberin lässt sich auf ein Bibelstudium ein und wird schließlich eine Zeugin Jehovas, worauf ihr Leben von den im Wachtturm gedruckten Märchen bestimmt wird.

Come hell or high water, my search will go on, clayborn Voyage without an end.

Komme, was da wolle [wörtlich: Ob die Hölle oder Hochwasser
(dran-)kommt], meine Suche wird weitergehen, eine aus Lehm geborene Reise ohne Ende.

Die Frau muss noch viele Bücher und Wachtturm-Artikel studieren. Sie tut das bereitwillig, auch, wenn es darin um die Hölle oder die Sintflut geht. Immer, wenn sie ein Buch zu Ende studiert hat, erscheint ein neues.

A nightingale in a golden cage, that’s me locked inside reality’s maze.

Wie eine Nachtigall in einem goldenen Käfig, so bin ich im Irrgarten der Wirklichkeit [oder „Wahrheit“] eingesperrt.

Die neue Zeugin glaubt, „frei“ zu sein, führt aber in Wirklichkeit ein Leben voller Verbote und Selbstverleugnung. Sie übernimmt Entscheidungen aus dem Wachtturm und glaubt, sie selbst getroffen zu haben. Nach einigen Jahren wird sie sehr unglücklich, lebt ein Leben voller Schuldgefühle und Angst.

Come someone make my heavy heart light, come undone, bring me back to life. It all starts with a lullaby.

Helft mir, mein schweres Herz zu erleichtern, mich wiederherzustellen, mich zum [normalen] Leben zurückzuführen. Alles beginnt mit einem Schlaflied.

Schließlich merkt sie, dass der „Wahrheitsweg“ nicht „zum Erfolg und zum Leben“ führt. Sie sucht Hilfe, um auszusteigen und zu einem normalen Leben zurückzufinden. Im Nachhinein stellt sie fest, dass die schöne Verheißung vom Paradies, die die Verkündigerin ihr beim ersten Besuch näherbrachte, sie wie ein Schlaflied eingelullt hatte.

Journey homeward bound, a sound of a dolphin calling.

Die Fahrt nach Hause, der Klang eines rufenden Delfins.

Nachdem sie aufgehört hat, die Zusammenkünfte zu besuchen und sich am Predigtdienst zu beteiligen, fühlt sich die Frau, als käme sie nach Jahren der Abwesenheit wieder nach Hause. Einige ihrer früheren Freunde freuen sich und „rufen“ nach ihr.

Tearing off the mask of man: The tower, my sole guide. This is who I am: escapist, paradise seeker.

Den Menschen die Maske abreißen [die sagen]: „Der [Wacht-]Turm, mein alleiniger Führer! Ich bin jemand, der vor der Wirklichkeit flieht [oder ‚kein Teil der Welt ist’] und das Paradies sucht.“

Sie meldet sich im Infolink-Forum an und erfährt dort die ganze Wahrheit hinter der „Wahrheit“. Durch eigene Beiträge beteiligt sie sich an der Aufklärung über Jehovas Zeugen. Sie deckt die Lügen des Wachtturms auf und entlarvt die Lebensweise der Zeugen Jehovas als realitätsfern.

Farewell, now time to fly out of sight, out of time, away from all lies.

Lebt wohl! Die Zeit ist gekommen, für alle Zeit aus eurem Blickfeld zu verschwinden, fort von all den Lügen.

Sie schreibt ihren Austrittsbrief und ist glücklich, den dunkelsten Abschnitt ihres Lebens hinter sich gebracht zu haben.

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Durch die Königreichsmelodien Trost finden

Nachdruck aus Unser Kürbisreichsdienst, April 2008

Diener Gottes sind gegen die Widrigkeiten des Lebens nicht immun. Die wunderbaren Königreichsmelodien haben jedoch schon vielen Christen geholfen, in schwierigen Situationen Trost zu finden.

Vor einigen Jahren gab es in Asien heftige Regenfälle, die eine große Flutkatastrophe auslösten. Auch Arpad und Muriba aus Indien verloren ihr gesamtes Hab und Gut, die ganze Ernte wurde zerstört, und einige ihrer Angehörigen kamen in den Fluten um.

Die Familie sang daraufhin gemeinsam das Königreichslied 108*), in dem es heißt: „So, wie der Regen fällt sanft hernieder, sättigt das Land, läßt Ertrag gedeihn, so wird Jehovas Wort sich erweisen.“ Ja, sie priesen Jehova Gott, weil er „es über Gerechte und Ungerechte regnen läßt“ und „Regen vom Himmel gibt“ (Matthäus 5:45; Apostelgeschichte 14:17). Sie betrachteten die Überschwemmung als eine Vorschau auf die herrlichen Segnungen im Paradies.

Mbele und Tabitha aus Eritrea hatten mit einem anderen Problem zu kämpfen. Eine fürchterliche Dürre verwüstete ihr Land; die Sonne schien monatelang unerbittlich. All ihre Tiere verdursteten, die Ernte wurde zerstört, und ihre Kinder wurden todkrank. Sie priesen Gott mit dem Königreichslied 5 und sangen: „Sonne, Mond und Sternenhimmel machen Gottes Ruhm bekannt.“ Sie dachten auch daran, dass die gesalbten Christen „so hell leuchten wie die Sonne“, indem sie die Menschheit mit lebengebender geistiger Speise versorgen (Matthäus 13:43).

Einen schweren Schicksalsschlag mussten Hassan und Cleopatra aus Ägypten hinnehmen. Während eines Ausflugs zum Nil wurde ihr fünfjähriger Sohn von einem Krokodil gefressen. Als die Familie in Panik davonrannte, schreckte sie eine Herde Flusspferde auf, die daraufhin auch noch ihre Tochter angriff.

Da Flusspferde Vegetarier sind, haben sie das Mädchen zwar nicht gefressen, sondern wieder ausgespuckt, aber dennoch kam für sie jede Hilfe zu spät. Auf dem Nachhauseweg sangen die Eltern das Königreichslied 34, in dem über Jehova gesagt wird: „Wunder der Schöpfung erzählen von dir.“

Wie der treue Hiob betrachteten sie das Flusspferd als ein Wunderwerk der Schöpfung, als den „Anfang der Wege Gottes“ (Hiob 40:19). Zu Gottes wunderbarer Schöpfung gehört auch das Krokodil. Nachdem der Schöpfer auf die zerstörerische Kraft des Krokodils hinweist, fährt er fort: „Und wer ist es, der vor mir standhalten kann? Wer hat mir zuerst etwas gegeben, daß ich ihn belohnen müßte?“ (Hiob 41:10, 11). Dieser wunderbare Text hat den beiden viel Kraft in dieser schweren Situation gegeben.

Madeleine aus New York verlor ihren Ehemann bei einem Reitunfall. Während eines Hurrikans war er über die Brooklyn Bridge geritten, als er von einer heftigen Böe erfasst wurde und sein Pferd über das Geländer sprang. Wenn sie die Einsamkeit überkommt, singt unsere Schwester oft das Königreichslied 171, in dem es heißt: „Singet Jehova. … Das Roß und den Reiter hat er tief ins Meer gestürzt.“ Sie freut sich auf die Zeit, in der ‚das Meer die Toten herausgibt’ (Offenbarung 20:13).

Jukka-Pekka aus Finnland war zum Klettern im Gebirge, als sich plötzlich ein großer Felsbrocken löste und auf ihn fiel. Dabei wurden seine beiden Beine abgetrennt, doch er konnte schwerverletzt geborgen werden. Noch im Rettungshubschrauber begann er, das Königreichslied 41 zu singen: „Preiset den Felsen. … Jehova, der Fels, ist liebreich und treu.“ Er denkt auch oft daran, dass Jehova „unser Retter, Fels und Erlöser“ ist, wie es im Königreichslied 49 zum Ausdruck gebracht wird.

Mit ganz anderen Problemen kämpfen Helmut und Erika aus Deutschland. Ihnen macht vor allem die Gleichgültigkeit der Menschen in ihrem Predigtdienstgebiet zu schaffen. Viele wollen ihnen nicht zuhören, obwohl sie schon seit 50 Jahren jeden Samstag dieselbe lebensrettende Botschaft bringen.

Sie trösten sich mit dem Königreichslied 53, wo zum Ausdruck gebracht wird: „Christus, der König, auch amtet als Richter; Völkern, Nationen gebietet er Halt. Bald tritt er auf als ein großer Vernichter, straft jeden Feind mit gerechter Gewalt.“ Wenn jemand gegnerisch eingestellt ist, singen sie oft noch vor der Haustür das Königreichslied 168: „Für Christus endlich kam die Zeit, als König zu regieren. Bald lecken seine Feinde Staub, und er wird triumphieren.“

Sandra aus Österreich geht es ähnlich. Immer, wenn sie glaubt, das Predigen lohnt sich nicht mehr, singt sie Lied 212: „Hab Dank, Herr Jehova, daß wir Wahrheitswort stets predigen dürfen, ja immerfort.“

Bei allem Nutzen, den wir aus den wunderbaren Königreichsmelodien ziehen können, ist auch ein Wort zur Vorsicht angebracht. Eine junge Christin aus Holland sang gern das Königreichslied 128, in dem es heißt: „Prüfe es, ja sorgsam bedenk es! Diese Zeit geht zu Ende bald.“ Sie nahm dieses Lied als Vorwand, zu prüfen und sorgsam zu bedenken, ob „diese Zeit“ wirklich bald zu Ende geht.

Ihre Prüfung ergab, dass damit nicht zu rechnen ist, und sie zog sich von Jehovas Volk zurück. Ihre Eltern waren sehr betrübt, aber sie trösten sich mit der wunderbaren Verheißung, gemäß der Jesus bald über ihre Tochter sagen wird: „Bringt sie her, und schlachtet sie vor mir!“ (Lukas 19:17).

Lassen auch wir uns in schwierigen Zeiten von den Königreichsmelodien trösten!


*) Die Lieder stammen aus dem Buch Singt Jehova Loblieder, das von 1986 bis 2009 verwendet wurde.