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Kleidung – Etwas für Christen?

Nachdruck aus Erbrechet!, April 2008

„Kein Kleidungsstück … sollte einer Frau angelegt werden“ (5. Mose 22:5)

Zweifellos spielt Kleidung für angebliche Diener Gottes eine wichtige Rolle. In Jesu Tagen vergrößerten die Pharisäer die Fransen ihrer Gewänder, um sich vom gemeinen Volk abzuheben. Desgleichen legen in unserer Zeit Jehovas Zeugen besonderen Wert auf ‚schickliche’ Kleidung. Daher enthält die aktuelle Ausgabe der Watchtower Library 3543 Fundstellen für „Kleidung“, obwohl dieses Wort nur 39 mal in der Bibel vorkommt.

In diesem Artikel werden wir untersuchen, was die Bibel wirklich über Kleidung lehrt. Ist es für Diener Gottes überhaupt angebracht, Kleidung zu tragen? Wenn ja, welche? Was hat es mit dem Tragen von Kleidung auf sich?

Zu Beginn der Menschheitsgeschichte

imageIm Garten Eden legte Jehova Gott den Maßstab für angemessene Kleidung fest: „Sie beide waren weiterhin nackt, der Mensch und seine Frau“ (1. Mose 2:25). Erst nach dem Sündenfall begannen Menschen, die sich von Gott abgewandt hatten, Kleidung zu tragen.

Treue Diener Gottes hüteten sich vor dieser Form der Abtrünnigkeit. Der Patriarch Hiob sagte: „Nackt kam ich aus dem Leib meiner Mutter, und nackt werde ich dorthin zurückkehren“ (Hiob 1:21). Er weigerte sich also Zeit seines Lebens, Kleidung zu tragen. Auch in Bezug auf seine Kinder gebot er: „Nackt verbringen sie die Nacht, ohne Gewand. … Nackt müssen sie einhergehen, ohne Gewand“ (Hiob 24:7, 10).

Kleidung in Israel

Als Jehova mit dem Volk Israel den Gesetzesbund schloss, gab er auch Anweisungen in Bezug auf Kleidung. Das mosaische Gesetz legte eindeutig fest: „Kein Kleidungsstück … sollte einer Frau angelegt werden“
(5. Mose 22:5). Zweifellos trug diese Regelung dazu bei, dass ‚die Söhne Israels fruchtbar wurden und sich fortwährend vermehrten’ (2. Mose 1:7).

Für Männer galten ähnliche Regeln. Über einen Priester wurde gesagt: „Er soll seine Kleider abstreifen“ (3. Mose 6:11). Jehova wiederholte dieses Gebot später durch seinen Propheten Hesekiel, der schrieb: „Wenn sie in den äußeren Vorhof hinausgehen, ja in den äußeren Vorhof zum Volk, sollten sie ihre Kleider abstreifen“ (Hes. 44:19). Das „Abstreifen“ sollte nicht nur vorübergehend sein, denn später gebot Jehova: „Lege kein Kleid an“ (3. Mose 19:19, Lutherbibel).

Das Verbot, Kleidung zu tragen, galt sowohl für Männer als auch für Frauen. Hielten sich spätere Diener Gottes ebenfalls an diese Vorkehrung?

Kleidung in der Zeit der Könige

Der erste von Jehova eingesetzte König war Saul. Zweifellos war dieser Mann vom Geist Gottes erfüllt und gab uns ein nachahmenswertes Beispiel. Wir lesen über ihn: „Er streifte dann auch seine Kleider ab und benahm sich, auch er, vor Samuel wie ein Prophet, und jenen ganzen Tag und die ganze Nacht lag er … nackt da“ (1. Sam. 19:24).

Zur Zeit Salomos sündigte eine junge Frau namens Sulamith versehentlich gegen den Grundsatz aus 5. Mose 22:5. Glücklicherweise bereute sie ihre Handlungsweise und sagte: „Ich habe mein langes Gewand ausgezogen“. Sie bekräftige ihren Vorsatz, für den Rest des Lebens nackt zu bleiben, und fügte hinzu: „Wie kann ich es wieder anziehen?“ (Hohes Lied 5:3). Der Prophet Micha beachtete Jehovas Gesetz von vornherein und schrieb: „Ich will barfuß und nackt wandeln“ (Micha 1:8).

Auch in diesem Abschnitt der Geschichte teilte Jehova seinen Dienern mit, dass sich seine Grundsätze in Bezug auf Kleidung nicht geändert hatten. „Zu jener Zeit redete Jehova durch die Hand Jesajas, des Sohnes des Amoz, indem er sprach: ‚Geh, und du sollst das Sacktuch von deinen Hüften lösen; und deine Sandalen solltest du von deinen Füßen ziehen’. Und er ging daran, so zu tun, indem er nackt und barfuß umherging“ (Jes. 20:2).

Gott kündigte sogar ein Gericht über diejenigen an, die Kleidung trugen: „Es soll geschehen am Tag des Schlachtopfers Jehovas, daß ich die Aufmerksamkeit auf die Fürsten richten will und auf die Söhne des Königs und alle, die … Kleidung tragen“ (Zeph. 1:8). Ja, er betrachtete das Tragen von Kleidung als offene Rebellion gegen seine gerechten Grundsätze.

Die ersten Christen

Bekanntermaßen hat Jesus Christus einen Großteil des mosaischen Gesetz aufgehoben, weil sein Vater es sich inzwischen anders überlegt hatte (Mat. 5:22, 28). Trifft das auch auf die Regel aus 5. Mose 22:5 und
3. Mose 6:11 zu? Nein, denn wie bereits gezeigt wurde, bestand dieser Grundsatz schon von Beginn der Schöpfung an. So hielt sich auch Jesus daran, denn er sagte: „Ich war nackt“ (Mat. 25:36, Gute Nachricht).

Der Sohn Gottes erklärte den tieferen Sinn der Nacktheit: „Bedeutet die Seele nicht mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?“ (Mat. 6:25). Die Sorge um angemessene Kleidung könnte einen Christen von geistigen Bedürfnissen ablenken. Jesus erklärte daher: „Macht euch nie Sorgen und sprecht: … ‚Was sollen wir anziehen?‘, denn all diesen Dingen streben die Nationen begierig nach“ (Mat. 6:31, 32).

Da Christen ohnehin keine Kleidung mehr trugen, konnte Jesus sagen: „Wenn jemand mit dir vor Gericht gehen und dein inneres Kleid in Besitz nehmen will, so überlasse ihm auch dein äußeres Kleid“ (Mat. 5:40). Christen, die zur Zusammenkunft gehen wollten, gab er den Rat: „Wer auf dem Feld ist, kehre nicht ins Haus zurück, um sein äußeres Kleid mitzunehmen“ (Mat. 24:18). Mit der Taufe entschied sich ein Christ, den Rest seines irdischen Lebens nackt zu verbringen. Da er Kleidung, die er früher trug, nie mehr benötigte, konnte Jesus sagen: „Wer nichts hat als sein Obergewand, soll es verkaufen und sich ein Schwert dafür beschaffen“ (Luk. 22:36, Gute Nachricht).

Jesu Nachfolger gaben uns ein gutes Beispiel. Lukas berichtet über einen frühen Christen: „Seit geraumer Zeit hatte er keine Kleidung angezogen“ (Luk. 8:27). Und „Simon Petrus … war nackt“ (Joh. 21:7). Daher konnte er Christinnen den Rat geben: „Euer Schmuck bestehe nicht … im Tragen äußerer Kleider“ (1. Pet. 3:3). Schließlich ermahnt uns der Judasbrief, ‚das vom Fleisch beschmutzte innere Kleid zu hassen’ (Jud. 23).

Der Ursprung der Kleidungimage

Welchen Ursprung hat dann der Brauch, Kleidung zu tragen? Die erste Kleidung entstand unmittelbar nach dem Sündenfall (1. Mose 3:7). Adam und Eva hatten gegen Gott rebelliert und sich der Herrschaft Satans, der Urschlange unterstellt (Off 12:9). Kaum hatte er die Kontrolle über die Menschen erlangt, sorgte er dafür, dass diese Kleidung trugen, noch bevor er irgendwelche anderen Veränderungen in Angriff nahm. Doch Adam und Eva wurden – zu Recht – zum Tode verurteilt, nicht zuletzt wegen ihrer Kleidung.

Mehr als 3000 Jahre später sagte Jehu „zu dem, der über den Kleiderbestand gesetzt war: ‚Bring für alle Anbeter Baals Kleider heraus’“ (2. Kön. 10:22). Das Tragen von Kleidung war ein wesentliches Merkmal der Baalsanbeter. Bestimmt möchten ergebene Diener Jehovas sich nicht auf eine Stufe mit den Anbetern falscher Götter stellen.

Kleidung und Unmoral

Der weise König Salomo sprach auch vom „Gewand einer Prostituierten“. Diese unmoralischen Frauen schreckten vor nichts zurück, um die israelitischen Männer zu verführen. Sie trugen wahrscheinlich bunte Kleidung und boten so eine willkommene Abwechslung. Hesekiel sagte zu einer solchen Frau: „In all … deinen Taten der Prostitution gedachtest du nicht der Tage deiner Jugend, als du nackt und bloß warst“ (Hes. 16.22).

Auch die „große Hure“ aus der Offenbarung trägt Kleidung, doch zur gegebenen Zeit wird man sie „nackt machen“ (Off. 17:16). Angesichts der Tatsache, dass man Prostituierte seit Jahrtausenden am Tragen von Kleidung erkennen kann, warnte eine bekannte Zeitschrift junge Christinnen: „Achten wir darauf, weder durch unser Verhalten noch durch … Kleidung … einen falschen Eindruck zu vermitteln“ (Unser Königreichsdienst, Juni 2003).

imageDie Bibel spricht durchweg negativ über Kleidung. Sie sagt über Abtrünnige: „Gewalttat hüllt sie ein wie ein Gewand“ (Ps. 73:6). Ein weiterer Psalm sagt über den Bösen: „Er wurde mit Fluch als seinem Gewand bekleidet“ (Ps. 109:18). Ja, es ist eindeutig zu erkennen, dass man Jehova nicht wohlgefällig sein kann, wenn man Kleidung trägt. Glücklicherweise bereuten einige, sich durch das Tragen von Kleidung versündigt zu haben, und „zerrissen ihre Kleider“ (4. Mose 14:6; Apg. 14:16).

Echter Schmuck

Haben christliche Frauen gar keine Möglichkeit, die Schönheit ihres Körpers zu unterstreichen? Doch. Die Mutter des Königs Lemuel sagte über eine gute Frau: „Stärke und Pracht sind ihre Kleidung“ (Spr. 31:25). Paulus empfiehlt Christinnen: „Kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit. … Kleidet euch mit Liebe“ (Kol 3:10, 14). Er empfahl Frauen, sich „mit Bescheidenheit und gesundem Sinn“ und „durch gute Werke“ zu schmücken. Eine christliche, unterwürfige Persönlichkeit ist weit mehr wert als buchstäbliche Kleidung.

Der Apostel Petrus gab ebenfalls vorzüglichen Rat. Er schrieb: „Euer Schmuck … sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes. … So pflegten sich einst auch die heiligen Frauen zu schmücken, die auf Gott hofften, indem sie sich ihren eigenen Männern unterwarfen, wie Sara Abraham zu gehorchen pflegte, indem sie ihn ‚Herr’ nannte“ (1. Pet. 3:3-6).

Ihr christlichen Frauen, wenn ihr euch ‚Männern unterwerft’ und sie als eure ‚Herren’ betrachtet, werdet ihr ihnen zweifellos auch ohne Kleidung gefallen.

Gottes liebevolle Vorkehrung

In manchen Klimazonen kann es von Zeit zu Zeit kalt sein, und Frauen mögen dann frieren.[1] Dürfen Christinnen in so einer Situation ausnahmsweise Kleidung tragen? Nein, der Grundsatz aus 1. Mose 2:25 ist universell und gilt immer und überall. Außerdem helfen Kleider nicht gegen Kälte, denn „man bedeckte … [David] jeweils mit Kleidern, aber es wurde ihm gewöhnlich nicht warm“ (1. Kön. 1:1). imageDer Prophet Haggai bestätigte diese Tatsache: „Es werden Kleider angezogen, aber keinem wird es warm“ (Hag. 1:6).

Jehova sorgt auf andere Weise dafür, dass seinen Dienerinnen warm wird. Durch Salomo, der über viel Erfahrung auf diesem Gebiet verfügte, ließ er schreiben: „Wenn zwei beisammen liegen, so werden sie gewiß warm werden“ (Pred. 4:11). Schwestern können sich jederzeit an einen christlichen Ältesten wenden, wenn sie Hilfe bei der Umsetzung dieses praktischen Rates benötigen.

Kleidung und wir

Was sollten wir angesichts der eindeutigen biblischen Aussagen tun? Wie bereits besprochen, empfahl Jesus, seine Kleidung zu verkaufen und dafür „ein Schwert“ anzuschaffen (Luk 22:36). Er meinte damit sicher „das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort“ (Eph. 6:17). Stellen wir uns vor, wie viel zusätzliche Wachtturm-Literatur wir in unseren Schränken aufbewahren können, wenn wir die Kleidung beseitigt haben!

Das Umsetzen biblischer Grundsätze in Bezug auf Kleidung wird zweifellos unsere christliche Persönlichkeit noch mehr hervorstrahlen lassen, so dass wir noch besser ausgerüstet sind, Zeugnis für unseren Schöpfer abzulegen!


[1] Da Frauen weniger Muskelmasse haben als Männer, frieren sie leichter.

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„Was sollen wir anziehen?“

„Was sollen wir anziehen?“ (Matthäus 6:31)

Bald finden die jährlichen Bezirkskongresse statt. Wie jedes Jahr fragen sich viele Zeugen Jehovas, was sie zu diesem Anlass anziehen sollen. Da der Kongress einerseits eine „heilige Zusammenkunft“ ist, andererseits aber meistens in einem brütend heißen Stadion oder in einer Halle mit ausgeschalteter Klimaanlage stattfindet, ist dabei Ausgeglichenheit erforderlich (Der Wachtturm, 15. September 2012, Seite 28). Glücklicherweise nennt die Bibel mehrere Grundsätze, nach denen man die passende Kleidung auswählen kann.

Wenn wir in einem Geschäft ein Kleidungsstück sehen, sollten wir zuerst nachschauen, aus welchem Material es hergestellt wurde. Jehova Gott gebot seinem Volk unzweideutig: „Tragt keineimage Kleidung aus Mischgewebe!“ (3. Mose 19:19, Hoffnung für Alle). Für Christen kommen somit nur Kleidungsstücke in Frage, die aus einem einzigen Material (etwa Baumwolle oder Leinen) hergestellt sind. Wenn wir das überprüft haben, sollten wir auf dem Etikett die Angabe des Herstellungslandes suchen. Das Volk Israel wurde von Jehova Gott eindringlich gewarnt: „Alle, die ausländische Kleidung tragen, müssen sich vor mir verantworten“ (Zephanja 1:8, Hoffnung für Alle).

imageWährend Weltmenschen häufig Probleme haben, weil sie „unpassende Kleidung“ kaufen, sind wahre Christen durch göttliche Weisheit vor dieser Falle geschützt. Durch seinen Mitteilungskanal lässt Gott sie nämlich wissen, dass „es auch wichtig [ist], Kleidung in der richtigen Größe zu kaufen“  (Erwachet!, Januar 2011, Seite 14; 8. April 1972, Seite 26). Somit können wir gezielt nach in Deutschland hergestellten Kleidungsstücken aus einem einzigen Material in der richtigen Größe suchen. Falls wir nichts Passendes finden, könnten wir auch David nachahmen; er „zog einen Sack an“ (Psalm 35:13). Auch in diesem Fall muss der Sack natürlich aus einem einzigen Material sein und aus deutscher Produktion stammen.

Wenn wir ein Kleidungsstück oder einen Sack gekauft haben, müssen wir jedoch noch selbst Hand anlegen, da den von der Welt Satans hergestellten Kleidungsstücken zwei Merkmaleimage fehlen, die von Gott gefordert werden. Jehova gebot seinen Dienern, „daß sie sich mit Fransen besetzte Ränder an die Säume ihrer Kleider machen sollten, … und oberhalb des mit Fransen besetzten Randes des Saums sollen sie eine blaue Schnur anbringen“ (4. Mose 14:38). Außerdem sollten sie ‚sich Quasten machen an den vier Zipfeln ihrer Bekleidung‘ (5. Mose 22:12). Nach dem Kauf müssen wir daher Fransen in das Kleidungsstück schneiden sowie vier Quasten annähen; erst dann entspricht es den Maßstäben Jehovas.

Zwar sollen Christen für ihre Mitmenschen „der schreckliche Gestank von Tod und Verdammnis“ sein, aber dies ist nur im übertragenen Sinne zu verstehen (2. Korinther 2:16, Neues Leben). In alter Zeit gebot der weise König Salomo jedem, der Gott gefallen wollte: „Trag immer frisch gewaschene Kleider“ (Prediger 9:7, Gute Nachricht). In gleicher Weise gebraucht Jehova in der heutigen Zeit seinen ‚treuen und verständigen Sklaven‘, um sein Volk daran zu erinnern: „Es ist wichtig, seine Kleidung regelmäßig zu waschen“ (Der Wachtturm, 1. Dezember 2008, Seite 11). Durch seinen Mitteilungskanal hat Gott auch für eine Tabelle gesorgt, welche Flecken auf welche Weise entfernt werden können; diese ist in der Erwachet!-Ausgabe vom 22. November 1975 auf Seite 11 zu finden. Somit sind wir „vollständig ausgerüstet“ für den Bezirkskongress, wenn wir uns ein Kleid, einen Anzug oder einen Sack aus einheimischer Produktion und aus einem einzigen Material kaufen, Fransen hineinschneiden, Quasten annähen und das Kleidungsstück dann täglich waschen (2. Timotheus 3:17).