Archiv der Kategorie: Gewalt

Wer sind heute Gottes Hinrichtungsstreitkräfte?

Nachdruck aus Erbrechet!, Oktober 2010


„Gottes Hinrichtungsstreitkräfte werden ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen. Denn Gott gebietet ihnen, keine Barmherzigkeit zu zeigen.“ (Der Wachtturm, 1. Februar 1985, Seite 4)

Der Prophet Hesekiel sagte ein großes „Vernichtungswerk“ voraus, das in unseren Tagen durchgeführt werden sollte (Der Wachtturm, 15. Juli 1972, Seite 433). In „einer Vision, die sich während unserer Zeit erfüllt“, werden „Gottes Hinrichtungsstreitkräfte … von sechs bewaffneten Männern dargestellt“ (Der Wachtturm, 15. April 1987, Seite 11). Wer sind diese „Hinrichtungsstreitkräfte“ heute, und wie lange führen sie ihr „Vernichtungswerk“ schon durch? Das Buch Das vollendete Geheimnis erklärt die Prophezeiung wie folgt:

„[Hesekiel] 9:2. Und siehe, sechs Männer kamen des Weges vom oberen Tore, welches gegen Norden sieht, ein jeder mit seinem Werkzeug zum Zerschlagen in seiner Hand; und ein Mann war in ihrer Mitte, in Linnen gekleidet, mit einem Schreibzeug an seiner Hüfte; und sie kamen und stellten sich neben den ehernen Altar: … Das Schreibzeug bringt symbolisch zum Ausdruck, daß des siebenten Mannes Aufgabe darin bestand, zu schreiben. Gott machte ihn auf folgende Weise kenntlich. Als die Watch Tower Bible & Tract Society sich in Allegheny, Pa., [jetzt zur Stadt Pittsburgh gehörend] befand, sollte an eines der großen Frontfenster des Bibelhauses eine geöffnete Bibel gemalt werden. Ein Schildmaler, der nicht in der Wahrheit war, malte die aufgeschlagene Bibel, und zwar malte er, ohne von irgend jemand dahin beauftragt zu sein, ganz aus freiem Antriebe, die Bibel bei Hesekiel, Kapitel 9, aufgeschlagen. Der in Linnen gekleidete Mann war der Diener der Laodicäa-Periode, des Herrn getreuer und kluger Knecht, Pastor Russell. Als Pastor Russell dies Bild am Fenster sah, erschrak er und wurde ganz bleich. Indem Hesekiel in seiner Vision den Mann in Linnen sieht, stellt er im Vorbilde Pastor Russell dar, der hernach sich selbst als das Gegenbild jenes Mannes [Hesekiel] erkennt – einer der fruchtbarsten Schreiber und Schriftsteller des ganzen Zeitalters“ (Seiten 569, 570).

Der ‚in Linnen gekleidete Mann‘ war also eindeutig Charles Taze Russell, der erste Präsident der Wachtturm-Gesellschaft. Er führte den Auftrag, den Gott ihm übertragen hatte, gewissenhaft aus:

„[Hesekiel] 9:4. Und Jehova sprach zu ihm: Gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen an die Stirnen der Leute, welche seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen: … Hin- und herreisend und predigend gehorchte Pastor Russell diesem Auftrag beinahe vierzig Jahre lang; und mittelst des gedruckten Wortes in Gestalt von Büchern, Traktaten und Zeitungen kam er gewissermaßen in jede Ecke und in jeden Winkel der ganzen Welt. … [Hesekiel] 9:11. Und siehe, der in Linnen gekleidete Mann, welcher das Schreibzeug an seiner Hüfte hatte, brachte Antwort und sprach: Ich habe getan, wie du mir geboten hast: Pastor Russell verrichtete getreulich sein großes und mühevolles Werk, die Wahrheit zu schreiben. … Im Oktober 1916 starb er, und er hat ohne Zweifel jenseits des Vorhanges in der Gegenwart Christi die Antwort gebracht: ‚Ich habe getan, wie du mir geboten hast‘“ (Das vollendete Geheimnis, Seiten 570, 571).

Doch „nicht der mit Linnen bekleidete Mann führte das Vernichtungswerk durch, sondern die ‚sechs Männer‘ mit den Waffen“ (Der Wachtturm, 1. Februar 1973, Seite 88). „Die sechs Männer mit dem Schwerte … stellen sinnbildlich die ganze Eliaklasse dar“, und „die Elia-Klasse [ist] der treue und verständige Sklave“ (Das vollendete Geheimnis, Seite 569; Der Wachtturm, 15. April 1995, Seite 25).

Das Kennzeichnungswerk, das von Bruder Russell durchgeführt wurde, war demzufolge mit seinem Tod im Jahr 1916 abgeschlossen. Danach begannen die sechs anderen „Männer“ ihr „Vernichtungswerk“. Gottes Hinrichtungsstreitkräfte sind also die Glieder des ‚treuen und verständigen Sklaven‘, die nach 1916 auf den Plan traten, allen voran Joseph F. Rutherford und die nachfolgenden Präsidenten der Wachtturm-Gesellschaft. Hesekiels Prophezeiung beschreibt weiter, welchen Auftrag sie von Gott erhielten:

„[Hesekiel] 9:5. Und zu jenen sprach er vor meinen Ohren: Gehet hinter ihm her durch die Stadt und schlaget; euer Auge schone nicht und erbarmet euch nicht: Wenn Pastor Russells Schriften eine bestimmte Person erreicht haben, so nahen sich dieser Person auch bald die anderen Glieder der Eliaklasse. … [Hesekiel] 9:6. Mordet bis zur Vertilgung Greise, Jünglinge und Jungfrauen und Kinder und Weiber! … Bei meinem Heiligtum sollt ihr anfangen“ (Das vollendete Geheimnis, Seiten 571, 572).

Joseph F. Rutherford und seine Nachfolger ‚gingen hinter Pastor Russell her‘, aber nicht um die Menschen zu kennzeichnen, sondern um sie zu ‚schlagen‘. Bei Gottes „Heiligtum“ – der Organisation, die Charles Taze Russell gegründet hatte – ‚fingen sie an‘. Im Gegensatz zu Bruder Russell, der großen Wert auf christliche Eigenschaften und Freiheit gelegt hatte, führten sie eine diktatorische Organisation einimage und machten Wachtturm-Leser zu Predigtsklaven.

Zwar ‚mordeten‘ sie nicht buchstäblich – weil das weltliche Gesetz das leider verbietet – aber im übertragenen Sinne verloren viele Menschen durch die Aktivitäten dieser „Hinrichtungsstreitkräfte“ ihr Leben (vergleiche Der Wachtturm, 15. Januar 1953, S. 63). Diese Personen atmen zwar noch, doch sie dürfen „nicht mehr für sich selbst leben“ (2. Korinther 5:15). Sie stellen „ihr ganzes Leben in den Dienst [der Zeugen] Jehovas“; viele gehen jahrzehntelang von Haus zu Haus und versuchen, uninteressierten Menschen uninteressante Zeitschriften zu unterbreiten (Der Wachtturm, 1. November 1977, Seite 658).

Manche kündigen ihre Arbeitsstelle oder verlassen ihre Familie, um noch mehr Zeit für die Interessen der Wachtturm-Gesellschaft zu haben (Der Wachtturm, 1. Mai 2007, Seite 9; Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1980, Seiten 18, 19). „Und Gottes Hinrichtungsstreitkräfte werden [weiterhin] ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht zuschlagen. Denn Gott gebietet ihnen, keine Barmherzigkeit zu zeigen“ (Der Wachtturm, 1. Februar 1985, Seite 4). So werden auch in Zukunft „Greise, Jünglinge und Jungfrauen und Kinder und Weiber“ in die Fänge der Wachtturm-Organisation geraten und von dieser für ihre Zwecke ausgebeutet werden.

Was sollte man tun, um den Hinrichtungsstreitkräften zu entgehen? Da sie sich „irgendeinem Menschen, an dem das [von Bruder Russell angebrachte] Kennzeichen ist“, nicht nahen dürfen, sollte man dessen Ratschläge annehmen. Einen entscheidenden Hinweis, wie man sich in Sicherheit bringen kann, gab er als Antwort auf einen Leserbrief: „Hütet euch vor ‚Organisation‘. Sie ist vollkommen unnötig. … Versucht nicht, jemandes Gewissen zu binden, und erlaubt niemandem, eures zu binden“ (Zion’s Watch Tower, 15. September 1895, Seite 216).

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Hüten wir uns also vor der Wachtturm-Gesellschaft und allen anderen religiösen Organisationen. Dann werden uns Gottes „Hinrichtungsstreitkräfte“, die heute den ‚treuen und verständigen Sklaven‘ bilden, nichts anhaben können.

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Hass – Ein Kennzeichen wahrer Christen

„Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß“ (Psalm 139:22)

Der Wachtturm lässt keinen Zweifel daran, dass Christen Abtrünnige hassen müssen. „Die Verpflichtung, Gesetzlosigkeit zu hassen, bezieht sich … auf sämtliche Aktivitäten Abtrünniger. Zu Abtrünnigen sollten wir so eingestellt sein wie David, der erklärte: … ‚Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß‘“ (Der Wachtturm, 15. Juli 1992, Seite 12). Doch „Jesus meinte damit sicher nicht, daß seine Nachfolger … [Abtrünnige] buchstäblich hassen sollten, da er den Menschen schließlich gebot, sogar ihre Feinde zu lieben“ (Der Wachtturm, 1. Oktober 1995, Seite 8). „Jemanden oder etwas zu ‚hassen‘ bedeutet in der Bibel zuweilen, jemanden oder etwas weniger zu lieben“ (Der Wachtturm, 15. März 2008, Seite 32). „In Übereinstimmung mit diesem Verständnis heißt es in der Bibel, daß Jakob Lea ‚haßte‘ und Rahel liebte, womit gemeint ist, daß er Lea nicht so sehr liebte wie ihre Schwester Rahel“ (Der Wachtturm, 1. Oktober 1995, Seite 8).

Es ist deshalb offensichtlich, dass Christen Abtrünnige einfach ‚weniger lieben‘ sollen. Liebe zu anderen Menschen weckt in Christen normalerweise „den dringenden Wunsch, ihnen von Gottes Königreich zu erzählen“ (Erwachet!, 22. August 1985, Seite 11). Indem sie Abtrünnigen nicht mehr ‚von Gottes Königreich erzählen‘, können sie somit zeigen, dass sie sie weniger lieben.

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Abtrünnige sind jedoch nicht das Einzige, was ein Christ hassen muss. Anbeter Gottes müssen alles „hassen, was Gott verurteilt, zum Beispiel Lügen, Habgier, Stehlen, Homosexualität und Hurerei“ (Der Weg zu wahrem Glück, Seite 95). imageHier lässt sich der gleiche Grundsatz anwenden – man muss die Lüge ‚weniger lieben‘ als die Wahrheit, Homosexualität ‚weniger lieben‘ als Heterosexualität und Hurerei ‚weniger lieben‘ als eheliche Treue, geradeso wie Jakob Rahel ‚haßte‘ und trotzdem sieben Kinder mit ihr zeugte (1. Mose 29:32-35; 30:16-21). Außerdem müssen Christen „ungerechten Gewinn hassen“, d. h. weniger lieben als gerechten Gewinn (2. Mose 18:21).

Jesus Christus sagte jedoch: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein“ (Lukas 14:26, Lutherbibel). Meinte er, dass man sich selbst und seine Angehörigen einfach ‚weniger lieben‘ muss, wenn man ein Christ werden will? Nein, denn „das Wort ‚Hass‘ hat in der Bibel mehrere Bedeutungsschattierungen. ‚Hass‘ kann … auch ein starkes Gefühl der Feindschaft bezeichnen, einen anhaltenden, oft mit Böswilligkeit verbundenen Groll. Um diese Art Hass geht es“ hier (Der Wachtturm, 15. August 2004, Seite 12). image„Ein solcher Haß kann zu einer leidenschaftlichen Gefühlsregung werden, die den gehaßten Gegenstand zu schädigen sucht“ (Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 1064).

Christen müssen zu sich selbst und zu ihren Angehörigen somit „ein starkes Gefühl der Feindschaft“ entwickeln. Wie Paulus müssen sie sich selbst und ihre Familienmitglieder als ‚elende Menschen‘ betrachten und sie „im wahrsten Sinne hassen, was bedeutet: mit äusserstem und aktivem Abscheu etwas als widerlich, abstossend und schmutzig ansehen, es verabscheuen“ (Römer 7:24; Der Wachtturm; 1. Dezember 1952, Seite 362). Gottgefälliger Hass wird sie veranlassen, ohne Unterlass nach Gelegenheiten zu suchen, sich selbst und ihre Angehörigen „zu schädigen“.

Sollten Christen Krieg führen?

Nachdruck aus Erbrechet!, März 2010

Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz“ (Matthäus 26:52)

In der Zeitschrift Erwachet! heißt es, „dass es eine Gruppe von Christen gibt, die unter keinen Umständen in den Krieg ziehen“ (Ausgabe vom 22. Oktober 2002, S. 22). Gemeint sind Jehovas Zeugen, die „in den Kontroversen oder Kriegen der Nationen für keine Seite Partei ergreifen“ (Der Wachtturm, 1. April 1992, Seite 12). Doch ist diese Haltung biblisch begründet? Lehrt die Bibel wirklich, dass Christen keinen Krieg führen dürfen?

Jehovas Zeugen und andere christliche Gruppen stützten ihre Ansicht hauptsächlich auf eine Prophezeiung Michas, in der es heißt: „Nicht werden sie das Schwert erheben,image Nation gegen Nation, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Micha 4:3). Der Prophet Jesaja gebrauchte ähnliche Worte (Jesaja 2:4). Aber sind diese Aussagen bindend für heutige Christen?

Beide Prophezeiungen gehören zu den Hebräischen Schriften und waren an das Volk Israel gerichtet. Darin wird auch nicht verboten, ‚den Krieg zu lernen‘. Vielmehr sagten Micha und Jesaja vorher, dass die Israeliten sorglos und selbstsicher werden würden. Sie glaubten, ihnen könnte nichts passieren, und vernachlässigten ihre militärische Nachwuchsförderung. Dass sie ‚den Krieg nicht mehr lernten‘ führte schließlich dazu, dass sie zuerst von den Babyloniern, dann von den Persern, den Griechen und den Römern besiegt wurden und schließlich sogar ihr Heimatland verloren.

Doch selbst, wenn diese Bibeltexte ein Verbot des Kriegsdienstes darstellen würden, wäre es für Christen nicht mehr gültig. Das Gesetz und alle Regeln aus den Hebräischen Schriften wurden mit Christus an den Pfahl genagelt. Für Christen gilt das „Gesetz des Christus“ (Galater 6:2). Was sagte Jesus über den Krieg?

Bei einer Gelegenheit wies er Petrus an: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz“ (Matthäus 26:52). Wollte er damit sagen, dass Christen generell keine Schwerter gebrauchen sollen? Nein, denn für seine Aufforderung gab es einen konkreten Grund, den er selbst erklärte, nämlich: „Wie aber würden in diesem Fall die Schriften erfüllt werden, daß es so geschehen muß?“ (Matthäus 26:54). Jesus wusste, dass die Bibel sagt, der Messias würde getötet werden. Er wollte, dass die Prophezeiung sich an ihm erfüllt, daher forderte er Petrus auf, in dieser speziellen Situation nicht zu kämpfen.

Beachten wir aber, dass er Petrus nicht empfahl, sein Schwert zu verkaufen oder wegzuwerfen.image Vielmehr sollte er es „an seinen Platz“ stecken, also weiterhin bei sich tragen. Nicht umsonst befahl Jesus seinen Jüngern (und somit auch allen heutigen Christen): „Wer kein Schwert hat, verkaufe sein äußeres Kleid und kaufe eins“ (Lukas 22:36). Christen sollten also eher auf Kleidung verzichten als auf eine Waffe. Jesus ist schließlich „nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert“ (Matthäus 10:34). An anderer Stelle forderte er seine Jünger auf: „Kämpft beständig“ (Lukas 13:24, Fußnote).

In Wirklichkeit stellte Jesus also den ursprünglichen Auftrag wieder her, wonach Gottes Diener in Kriegen kämpfen sollten. Schließlich unterhielt schon Abraham eine kleine Armee und führte Kriege (1. Mose 14:14-16). Diese Ansicht ist auch in völliger Übereinstimmung mit den übrigen Teilen der Heiligen Schrift. Der Apostel Paulus forderte Christen auf: „Werdet Nachahmer Gottes“, und „Jehova ist ein Kriegsmann“ (Epheser 5:1; 2. Mose 15:3). Er wies auch darauf hin, dass viele treue Diener Gottes „im Krieg tapfer wurden“ (Hebräer 11:34). Somit steht völlig außer Frage, dass auch Christen zur Waffe greifen sollten.

Die Bibel nennt zwei Bereiche, in denen Christen ihre Waffen einsetzen können. Zum einen schrieb der Apostel Paulus über die „obrigkeitliche Gewalt“, also die menschlichen Regierungen: „Sie trägt das Schwert nicht ohne Zweck; denn sie ist Gottes Dienerin“ (Römer 13:4). Christen sind daher verpflichtet, die Armee ihrer Regierung nach besten Kräften zu unterstützen. Jede Regierung ist „Gottes Dienerin“, somit kann man alle Kriege, die weltweit ausgetragen werden, als von Gott angeordnet betrachten. „Wer sich daher der Gewalt widersetzt“ – wenn er bspw. zum Wehrdienst einberufen wird – „hat sich der Anordnung Gottes entgegengestellt; die, die sich ihr entgegengestellt haben, werden für sich ein Gericht empfangen“ (Römer 13:2). Christen sind verpflichtet, für ihre Regierungen nötigenfalls zur Waffe zu greifen und in den Krieg zu ziehen.

imageEs gibt aber noch einen zweiten Bereich, in dem Christen möglicherweise ihr Schwert gebrauchen müssen. Mit Bezug auf die abtrünnige Athalja gebot der Priester Jehojada: „Wer ihr nachgeht, der sollte mit dem Schwert zu Tode gebracht werden“ (2. Chronika 23:14). Er ahmte mit dieser Aufforderung Moses nach, der dem Volk Israel in Bezug auf Abtrünnige geboten hatte: „Jeder von euch lege sein Schwert an seine Seite. Schreitet hindurch, und kehrt zurück von Tor zu Tor im Lager, und tötet ein jeder seinen Bruder und ein jeder seinen Mitmenschen und ein jeder seinen vertrauten Bekannten“ (2. Mose 32:27). In der Vergangenheit haben Gottes Diener also ihre Schwerter auch gebraucht, um Abtrünnige zu beseitigen.

Momentan sind uns in dieser Hinsicht leider Schranken auferlegt. Schon vor Jahrzehnten klagten Jehovas Zeugen: „Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, unter denen wir leben, … Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen. … Das Gesetz des Landes … verbietet uns, Abgefallene zu töten, auch wenn sie Glieder imageunserer eigenen Blutsverwandtschaft sind.“ (Der Wachtturm, 15. Januar 1953, Seite 63).

Es ist aber jederzeit möglich, dass sich die rechtliche Situation in einigen Ländern ändert. Plötzlich kann eine neue Regierung an die Macht kommen und das Töten von abtrünnigen Familienangehörigen wieder erlauben. Als wahre Christen sollten wir dann vorbereitet sein. Regelmäßiges Training mit dem Schwert oder einer anderen Waffe ist für einen Diener Gottes unerlässlich, damit er „völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“, auch für die Beseitigung von Abtrünnigen (2. Timotheus 3:17).

Lassen wir uns daher niemals von heuchlerischen Scheinchristen einreden, Christen sollten nicht im Krieg kämpfen. Wie die Bibel eindeutig zeigt, ist genau das Gegenteil der Fall. Krieg ist etwas Heiliges für Jehova (Joel 3:9). Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, und auch Jesus wird eines Tages zum Schwert greifen (Sacharja 14:3; Offenbarung 2:16). Auch die mit Charles Taze Russell verbundenen Bibelforscher kämpften im Ersten Weltkrieg für ihr jeweiliges Vaterland (siehe z. B. Der Wachtturm, April 1915, Seite 64). Ahmen wir ihr gutes Beispiel nach, indem wir stets bereit sind, zur Waffe zu greifen, um unser Vaterland zu verteidigen oder Abtrünnige zu beseitigen!

Lebensmittelvergiftung – Gott übersieht Mindesthaltbarkeitsdatum!

Ist die geistige Speise gesundheitlich unbedenklich?

Nachdruck aus Erbrechet!, Dezember 2009

 

Brooklyn – Ein geistiger Gammelfleischskandal ungekannten Ausmaßes erschüttert Gottes Organisation. Um körperlich gesund zu bleiben, braucht der Mensch gesunde Nahrung. „Ebenso ist gesunde geistige Speise erforderlich, um geistig gesund zu bleiben“ (Die Suche der Menschheit nach Gott, Seite 28). Zu Menschen, die geistig gesund bleiben möchten, sagen Jehovas Zeugen: „Wir haben, was sie brauchen: nahrhafte geistige Speise“ (Komm, folge mir nach, Seite 159).

Doch hält diese Behauptung einer kritischen Überprüfung stand? Oder ist das Mindesthaltbarkeitsdatum der geistigen Speise schon abgelaufen? Beachten wir, was in dem Buch Die Harfe Gottes schon 1922 gesagt wurde: „Weiter sagte Jesus mit Bezug auf seine zweite Gegenwart: ‚Denn wo irgend das Aas ist, da werden die Adler versammelt werden‘ (Matthäus 24:28). Und so ist es auch. Das Aas hier bezieht sich auf die geistige Speise, die für den Haushalt des Glaubens bereit gehalten wird“ (Seite 235).

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Etwas Ähnliches lehrte auch Pastor Russell. Unter der Überschrift „Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier“ schrieb er, „daß der Herr … seine Auserwählten … anziehen wird, wie Geier angezogen werden, nämlich durch Speise, für die sie ein klares Auge und Eßlust haben.“ Mit Bezug auf die von ihm im Wachtturm veröffentlichten Lehren und die Bibelforscher fügte er hinzu: „Die Speise der ‚gegenwärtigen Wahrheit‘ und die Sammlung der Heiligen um dieselbe entspricht durchaus dem hier gebrauchten Bilde“ (Schriftstudien, Bd. 4, Der Krieg von Harmagedon, Ausgabe 1926, S. 486).

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Russell und Rutherford, die ersten beiden Präsidenten der Wachtturm-Gesellschaft, zeigten also deutlich, dass ihre Schriften geistiges Aas waren. Gemäß der Encyclopaedia Wikipedia versteht man unser Aas „die verwesenden Kadaver von Tieren. … Durch die Verwesung des Leichnams kommt es zur Bildung von Leichengiften und zu starkem Aasgeruch, … zusätzlich wird das Aas durch bakterielle Gifte … mit der Zeit immer giftiger.“

imageDiese Lehre wurde nicht, wie so viele andere, durch „neues Licht“ ersetzt. Vielmehr wurde sie mehr als 50 Jahre später noch einmal im Wachtturm bekräftigt: „Die ‚Auserwählten‘ würden, wie Jesus sagte, von falschen Christussen nicht irregeführt und betrogen werden können. Sie wären, bildlich gesprochen, ‚Adlern‘ gleich und hätten ein gutes geistiges Sehvermögen. Wie ein Adler wüßte, wo der Kadaver, der ihm als Nahrung dient, zu finden ist, so würden sich die weitsichtigen ‚Auserwählten‘ um den erwarteten Messias, Jesus, versammeln, um an der richtigen Stätte geistige Speise zu sich zu nehmen“  (Ausgabe vom 15. März 1975, Seite 174). Auch in dem Buch Der größte Mensch, der je lebte wird Matthäus 24:28 auf die „geistige Speise“ angewandt (Kapitel 111).

Somit besteht kein Zweifel daran, dass die gesalbten Zeugen Jehovas – die angeblichen „Auserwählten“ – geistige Aasfresser sind, und dass sie ihren Anhängern vergammelte Speise austeilen. Dies wird auch in dem Buch Licht bestätigt, in dem es heißt: „Der Anfang des Ausgießens der dritten Schale trifft zusammen mit dem 25. Juli 1924. … Die Wasserquellen sind rhetorische Ergüsse, Redeschwall, … die von denen, die da vorgeben, dass sie imstande wären, die Erde zu einem Paradies herzurichten, wie Ströme unter das Volk gesandt werden. … Die Wirkung auf diese ‚Ströme und Wasserquellen‘ war, dass sie ‚zu Blut wurden‘, das will sagen, dass sie wie totes und verwestes Zeug wurden“ (Band 2, Seite 25).

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Jehovas Zeugen glauben, sie würden nach Harmagedon „die Erde nach und nach zu einem Paradies umgestalten“ (Erwachet!, April 2007, Seite 10). In der Tat füllen ihre „rhetorischen Ergüsse“ ganze Bibliotheken, und ihr „Redeschwall“ belästigt imageWohnungsinhaber auf der ganzen Erde. Wie vorausgesagt, sind all ihre Veröffentlichungen „totes und verwestes Zeug“ oder „Aas“. Genau wie buchstäbliches Aas werden ihre Schriften „mit der Zeit immer giftiger“, weshalb sich nicht einmal ihre Anhänger selbst trauen, in älteren Büchern zu lesen. Tatsächlich enthalten diese viele Behauptungen, die aus heutiger Sicht lächerlich und absurd sind, damals aber angeblich mit absoluter Sicherheit feststanden und über jeden Zweifel erhaben in Gottes Wort verankert waren. Trotzdem wird jahrzehntealtes, schon damals längst verdorbenes „Fleisch“ immer wieder einfach neu verpackt (d. h. mit einem neuen Titelbild versehen) und mit neuer Datumsangabe gedruckt.

Kein Wunder, dass jeder, der über längere Zeit von der geistigen Speise isst, geistig krank wird. Welcher normale Mensch hat schon „Eßlust“ auf Aas, wie Russell schrieb? Viele Betroffene schotten sich mit der Zeit immer mehr von der Außenwelt ab und sind für diese kaum noch ansprechbar. Hüten wir uns also vor dem geistigen Gammelfleisch, das Jehovas Zeugen milliardenfach in der Welt verbreiten!

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Die „Adler“, die gesalbten Zeugen Jehovas, fressen nicht nur geistiges Aas. Jehova selbst sagte über den Adler: „Wo die Erschlagenen sind, da ist er“ (Hiob 39:30). Demzufolge heißt es in dem Buch Licht: „In diesem Bilde [aus Offenbarung 8:17] sind die Glieder des Überrestes ‚die Vögel, die inmitten des Himmels fliegen‘. … Die Getreuen werden ‚zu dem großen Mahle Gottes‘ versammelt. Es ist also Jehovas Mahl, das er bereitet; und der Überrest wird geehrt, daran teilzunehmen. … Diese Vögel sind eingeladen, von den gefallenen Heerscharen der feindlichen Organisation zu fressen; somit müssen sie des Herrn Überrest auf der Erde darstellen. … Die Treuen sind Adlern verglichen. … Adler nähren sich vom Fleisch toter Tiere. ‚Wo irgend das Aas ist, da werden die Adler versammelt werden.‘ (Matthäus 24:28) … Alle diese Veranschaulichungen der Schrift passen auf die treue Knechtsklasse auf der Erde. … Jehova ist es, der durch seinen mächtigen Feldmarschall die Schlacht schlägt und die Erde mit Leichen füllt. … Sie werden somit die Schlacht sehen, und das wird für die, die auf des Herrn Seite stehen, ein Festmahl sein“ (Band 2, Seite 170 – 172).

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In dem Buch Das vollendete Geheimnis wird diese Ansicht bestätigt. Dort wird erklärt, dass die „Vögel“ aus Offenbarung 8:17 den ‚Adlern‘ aus Matthäus 24:28 entsprechen, und „daß diese Schriftstellen auch auf entsetzliche Art buchstäblich in Erfüllung gehen werden, und zwar in einer Sturmflut wirklichen Blutvergießens.“ Über die „Könige“, die gefressen werden sollen, heißt es: „Sie sind da, um gegessen zu werden“ (Ausgabe 1925, Seite 395).

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Die gesalbten Zeugen Jehovas freuen sich also darauf, dass Gott in Kürze alle Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind, schlachten wird. Ihre überall herumliegenden Leichen werden für sie „ein Festmahl sein“. Auf welcher Seite werden wir stehen?

 

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Bist du bereit, für die Heiligung des Namens Jehovas zu kämpfen?

imageNachdruck aus Erbrechet!, Januar 2008

„Empfindet kein Mitleid. Greis, Jüngling und Jungfrau und Kleinkind und Frauen solltet ihr töten“ (Hesekiel 9:5,6)

Was gebot Jehova seinem auserwählten Volk über den Umgang mit Abtrünnigen? „Du solltest ihn unweigerlich töten. … Du sollst ihn mit Steinen steinigen, und er soll sterben, denn er hat dich von Jehova … abwendig zu machen gesucht.“ (5. Mose 13:9,10)

Sollten Christen ebenso entschlossen gegen Abtrünnige vorgehen? Biblische Beweise sprechen eindeutig dafür. Der Apostel Paulus gab den Rat: „Laßt uns … Waffen … anlegen“ (Römer 13:12). Und der Sohn Gottes selbst gab die unmissverständliche Anweisung: „Wer kein Schwert hat, … kaufe eins“ (Lukas 22:36).

In der Bibel finden wir nützliche Anregungen, wie man diesem göttlichen Erfordernis nachkommen kann:

Jael, die Frau Hebers, ging daran, einen Zeltpflock zu ergreifen und den Hammer in ihre Hand zu nehmen. Dann ging sie heimlich zu ihm hin und stieß den Pflock durch seine Schläfen und schlug ihn in die Erde, während er fest eingeschlafen und ermattet war. So starb er. – Richter 4:21

Dann warf eine gewisse Frau einen oberen Mühlstein auf Abimelechs Kopf und zerschmetterte seinen Schädel. – Richter 9:53

Durch das Schwert werden sie fallen. Ihre eigenen Kinder werden zerschmettert werden, und ihre schwangeren Frauen, sie werden aufgeschlitzt werden. – Hosea 13:16

Pinehas … nahm eine Lanze in seine Hand. Dann … durchstach er sie beide … durch ihr Geschlechtsorgan. – 4. Mo. 25:7,8

Er fand nun einen feuchten Eselskinnbacken und streckte seine Hand aus und nahm ihn und ging daran, tausend Mann damit niederzuschlagen. – Richter 15:15

Damit hieb Samuel dann Agag vor Jehova in Gilgal in Stücke. – 1. Samuel 15:33

Das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. – 2. Samuel 12:31, Luther 1912

Daher kochten wir meinen Sohn und aßen ihn. – 2. Könige 6:28, 29

Da sagte er: „Laßt sie herunterfallen!“ Dann ließen sie sie fallen, und etwas von ihrem Blut spritzte dann auf die Mauer und auf die Pferde; und er trat sie nun nieder. –2. Könige 9:33

Es geschah, sobald der Brief ihnen zukam, daß sie die Söhne des Königs nahmen und sie hinschlachteten, siebzig Mann, worauf sie ihre Köpfe in Körbe taten und sie zu ihm nach Jesreël sandten. … Da sagte er: „Legt sie in zwei Haufen an den Eingang des Tores bis zum Morgen.“ – 2. Könige 10:7, 8

Dann trat er in sein Haus und nahm das Schlachtmesser und ergriff seine Nebenfrau und zerlegte sie nach ihren Gebeinen in zwölf Stücke und schickte sie in jedes Gebiet Israels. – Richter 19:29

Gottes Gericht durch „die wilden Tiere der Erde“

Nachdruck aus Erbrechet!, März 2008

„Es wurde ihnen Gewalt über den vierten Teil der Erde gegeben, um … durch die wilden Tiere der Erde zu töten“ (Offenbarung 6:8)

Die Offenbarung sagt, dass Gott den Reitern die Gewalt gibt, „den vierten Teil der Erde … durch die wilden Tiere der Erde zu töten“ (Offenbarung 6:8). Wie wird dies geschehen? Die Prophezeiung Jesajas offenbart uns den Vorsatz Jehovas in dieser Angelegenheit

Es heißt dort: „Der Wolf wird tatsächlich eine Zeitlang bei dem männlichen Lamm weilen (Jesaja 11:6). Warum nur beim männlichen Lamm (also dem Bock)? Das „männliche Lamm“ stellt eine Klasse dar, die auch Jesus erwähnte, als er sagte: „Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Matthäus 25.33).

Die „Böcke“ oder ‚männlichen Lämmer’ sind Menschen, die es versäumten, Jesu Brüdern Gutes zu tun und sie im Predigtwerk zu unterstützen. Da ihre Zahl wahrscheinlich in die Milliarden gehen wird, können die Wölfe nicht alle auf einmal töten. Daher muss „der Wolf … eine Zeitlang“ bei ihnen weilen, nämlich so lange, bis keiner der „Böcke“ mehr am Leben ist.

Jesaja erwähnt noch eine weitere Klasse von Menschen. Diese haben sich als weniger „bockig“ erwiesen als die „männlichen Lämmer“ und werden daher nur als „Böckchen“ bezeichnet. Sie haben wahrscheinlich in gewisser Weise auf Jesu Einladung reagiert. Dennoch war ihr Einsatz zu gering, so dass sie nicht ‚durch die enge Tür eingehen’ dürfen (Lukas 13:24). Ihnen wird jedoch ein angenehmerer Tod zugebilligt: „Der Leopard wird bei dem Böckchen lagern“ (Jesaja 11:6).

imageUm die Erde zu einem Paradies umzugestalten, werden intelligente Menschen benötigt. Daher werden in Harmagedon nicht nur bockähnliche Menschen vernichtet. Jesus verglich seine Nachfolger mit Jungfrauen und sagte: „Fünf von ihnen waren töricht“ (Matthäus 25:2). Diese Gruppe erwähnt auch der Prophet Jesaja: „Die Kuh wird neben dem Bären weiden“ (Jesaja 11:7, Gute Nachricht). Jehova wird die Bären gebrauchen, um Frauen zu beseitigen, die zu dumm für die Neue Ordnung sind. Sie werden sie ‚in Stücke reißen’, wie die zwei Bärinnen zur Zeit Elisas (2. Könige 2:24).

Es wird auch Männer geben, die die Anforderungen Jehovas in Bezug auf Intelligenz nicht erfüllen, denn Jesaja sagt weiter: Der Löwe wird Stroh fressen“ (Jesaja 11:7). Gemäß dem Buch Deutsche Redewendungen bedeutet „Stroh im Kopf haben“ soviel wie „dumm sein“. Durch die Löwen wird Jehova seinen Dienern den „Ärger, den man mit Dummköpfen hat“, ersparen (Sprüche 27:3, Gute Nachricht).

Eine weitsichtige Vorkehrung

Wieso hat Jehova ausgerechnet Löwen dafür vorgesehen, dumme und ungebildete Menschen zu beseitigen? Löwen leben vor allem in Afrika – dem Kontinent, von dem die englische Ausgabe der Encyclopaedia Wikipedia sagt: „Das Bildungssystem in Afrika ist immer noch weniger entwickelt als in anderen Teilen der Welt“. Erkennen wir, wie weise der Schöpfer das Gericht geplant hat?

Jehova ist ein Gott, „der für die Vergehung von Vätern Strafe bringt über Söhne“ (2. Mose 20:5). Daher wird er Schlangen gebrauchen, um sein Gericht an den Kindern imageböser Menschen zu vollziehen: „Der Säugling wird gewiß auf dem Loch der Kobra spielen; und auf die Lichtöffnung einer giftigen Schlange wird ein entwöhntes Kind tatsächlich seine Hand legen“ (Jesaja 11:8).

Mögen wir nicht nachlassen, dadurch „wahre Weisheit“ zu erwerben, dass wir regelmäßig die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! lesen. Benehmen wir uns nicht wie „Böckchen“, indem wir die Aussagen des „treuen und verständigen Sklaven“ in Frage stellen würden. Ahmen wir weibliche Lämmer nach, die dem Volk Gottes „beständig folgen, ungeachtet wohin es geht“ (Offenbarung 14:4). Dann werden uns die wilden Tiere im herannahenden Gericht Gottes fernbleiben!

Wasser des Lebens in unserer Zeit

Nachdruck aus Erbrechet!, Februar 2009

Die Prophezeiung der Gebrüder Grimm vom „Wasser des Lebens“ handelt von einem Mann, „der war krank, und niemand glaubte daß er mit dem Leben davon käme“ (Wasser 1:1)[1]. Das beschreibt treffend die Situation, in der sich die Welt im 19. Jahrhundert befand. Sie war in geistiger Hinsicht krank; die Menschen befanden sich in geistiger Finsternis. Die Menschen waren von den falschen Lehren der Christenheit gefangen, und es sah nicht so aus, als ob die wahre Anbetung wiederhergestellt würde.

Der König „hatte aber drei Söhne“, und ein weiser Mann sprach zu ihnen: „Ich weiß noch ein Mittel, das ist das Wasser des Lebens. … Es ist aber schwer zu finden“ (Wasser 1:2). Der „König“ ist der „König der Ewigkeit“, Jehova Gott (Off. 15:3). Die „Söhne“ stehen für verschiedene Erforscher der Bibel, die im 19. Jahrhundert versuchten, die durch das „Wasser des Lebens“ dargestellten kostbaren Wahrheiten zu ergründen. Paulus schrieb über sie: „Alle, die durch Gottes Geist geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm. 8:14).

Jeder von ihnen „dachte in seinem Herzen ‚bringe ich das Wasser, so bin ich meinem Vater der liebste und erbe das Reich’“ (Wasser 1:4). Ja, jeder dieser Männer wollte „Gottes Königreich erben“ (1. Kor. 6:10). Zwei der drei Söhne machten jedoch einen entscheidenden Fehler: Sie behielten ihre Erkenntnisse für sich. Sie begegneten einem „Zwerg auf dem Wege“ – einem „Kleingläubigen“, der nach wahrer Erkenntnis hungerte (Wasser 1:5). Sie hätten die Verpflichtung gehabt, ihm „die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkündigen“ (Apg. 5:42). Statt dessen sagten sie zu ihm: „Dummer Knirps, … das brauchst du nicht zu wissen“ (Wasser 1:6).

Paulus schrieb: „Wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9:16). Leider hielten sich die meisten Christen, die im 19. Jahrhundert Erkenntnis aus Gottes Wort erlangt hatten, vom Predigen zurück. Dadurch gelangten sie in eine geistige Sackgasse, was durch die Erfahrung eines der „Söhne“ dargestellt wird: Er „gerieth bald hernach in eine Bergschlucht, und je weiter er ritt, je enger thaten sich die Berge zusammen, und endlich ward der Weg so eng, daß er keinen Schritt weiter konnte; …. er saß da wie eingesperrt. … So gehts aber den Hochmüthigen“ (Wasser 1:8, 11).

Charles Taze Russell

Der Apostel Jakobus erklärte: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte“ (Jak. 4:6). Die hochmütigen Geistlichen wurden von Jehova nicht mit Erkenntnis gesegnet; statt dessen erwies Jehova dem demütigen Charles Taze Russell „unverdiente Güte“. Er sagte praktisch zu ihm: „Weil du dich betragen hast, wie sichs geziemt, nicht übermüthig wie deine falschen Brüder, so will ich dir Auskunft geben und dir sagen wie du zu dem Wasser des Lebens gelangst“ (Wasser 1:14).

Russell „machte sich auf den Weg“, und „das Thor sprang beim dritten Ruthenschlag auf“ (Wasser 2:1). Er beachtete den Rat Jesu, der gesagt hatte: „Klopft immer wieder an, und es wird euch geöffnet werden“ (Mat. 7:7). Daher gab er nicht auf, als sich das Tor nach dem ersten und zweiten Klopfversuch nicht geöffnet hatte. Seine Beharrlichkeit wurde belohnt, als das Tor aufsprang.

Paulus schrieb über vorchristliche Diener Gottes, dass sie „der Löwen Rachen verstopften“ (Heb. 11:33). Gleichermaßen hatte Russell „die Löwen mit dem Brot gesänftigt“; die „Löwen“ stellen Geistliche der Christenheit dar, die er durch seine Redekunst zum Schweigen brachte (Wasser 2:2). Danach „trat er in das Schloß und kam in einen großen schönen Saal: darin saßen verwünschte Prinzen, denen zog er die Ringe vom Finger“ (Wasser 2:2). Die ‚verwünschten Prinzen’ sind andere Erforscher der Bibel, die durch ihre Weigerung, den „Zwergen“ zu predigen, ihre Hoffnung auf „Annahme an Sohnes Statt“ verspielt hatten (Röm 8:23). Er zog ihnen in Gottes Auftrag „die Ringe vom Finger“, die ihren eheähnlichen Bund mit Jesus darstellten. Durch seine Tätigkeit wurde bewiesen, dass sie keine wahren Christen waren.

„Weiter kam er in ein Zimmer, darin stand eine schöne Jungfrau“, die anstelle der ‚verwünschten Prinzen’ nun die Braut Christi werden sollte (Wasser 2:3). Paulus sprach bereits von dieser Klasse, die er ‚als eine keusche Jungfrau dem Christus darstellen’ wollte (2. Kor. 11:2). In dem Buch Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht heißt es, „die als ‚keusche Jungfrau’ bezeichnete Klasse [begann] im Jahre 1874, dem himmlischen Bräutigam entgegenzugehen“ (S. 187).

Der Mitternachtsruf

Diese Zeitangabe wird durch die Prophezeiung vom Wasser des Lebens gestützt, denn sie sagt über Charles Taze Russell: „Als er erwachte, schlug es drei Viertel auf zwölf“ (Wasser 2:5). Gemäß der Encyclopaedia Wikipedia erlangte Russell viele seiner grundlegenden Erkenntnisse zwischen 1870 und 1875, als er mit Bekannten die Bibel studierte. In diese Zeit fällt das Jahr 1873, in dem Nelson H. Barbour die Zeitschrift The Midnight Cry („Der Mitternachtsruf“) veröffentlichte, um anzuzeigen, dass es „drei Viertel auf zwölf“ geschlagen hatte.

Die Zeitschrift wurde später in Herald of the Morning umbenannt, und Russell beteiligte sich von 1876 bis 1879 an der Herausgabe. Doch dann „sprang er ganz erschrocken auf … und eilte, daß er fortkam“, nachdem er festgestellt hatte, dass Nelson H. Barbour seine Lieblingslehre nicht unterstützte (Wasser 2:6). Schließlich „schlugs zwölf“; das geschah im Jahr 1914, als die „sieben Zeiten“ zu Ende gingen und somit die Zeit für die alte Welt abgelaufen war (Wasser 2:7).

Charles Taze Russell starb kurz darauf, aber er „war froh daß er das Wasser des Lebens erlangt hatte“ und „gieng heimwärts“ in den Himmel (Wasser 2:7). Seine Rolle auf der Erde übernahm nun Joseph F. Rutherford, doch dieser erklärte, image„daß obgleich Pastor Russell jenseits des Vorhanges eingegangen ist, er noch jeden Teil der Erntearbeit leitet“ (Das vollendete Geheimnis, S. 186).

Nun sagte jemand zu Rutherford: „Mit dem Schwert kannst du ganze Heere schlagen, das Brot aber wird niemals all“ (Wasser 2:9). Ja, mit dem „Schwert des Geistes“ konnten die Bibelforscher „ganze Heere“ von Geistlichen „schlagen“. Ihr „Brot“ – die von ihnen ausgeteilte geistige Speise – „wird niemals all“, d. h. sie geht nie aus. Es gibt immer genügend Schriften zum Studieren.

Einsammlung der „Brüder“

Der Prinz sprach nun zu einem Passanten: „Kannst du mir nicht sagen, wo meine zwei Brüder sind?“ (Wasser 3:1). Ebenso machten sich auch die Bibelforscher unter der Leitung von J. F. Rutherford auf die Suche nach ihren Brüdern. So heißt es in dem Buch Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe: „Von 1919 an … kamen einige von der neuzeitlichen Synagoge des Satans, der Christenheit, zum gesalbten Überrest, bereuten und ‘beugten sich nieder’, indem sie die Autorität des Sklaven anerkannten. In Gemeinschaft mit den älteren Gliedern der Johannes-Klasse dienten auch sie Jehova. So wurde die Vollzahl der gesalbten Brüder Jesu eingesammelt“ (S. 63).

Bereitwillig teilte J. F. Rutherford seine Erkenntnisse mit seinen Glaubensbrüdern; er „erzählte ihnen wie es ihm ergangen wäre, daß er das Wasser des Lebens gefunden … hatte“ (Wasser 3:2). Er gab tatsächlich eine große Menge Bücher und andere Schriften heraus, darunter Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben, Schöpfung oder Religion.

Rutherford glaubte, kurz nach der Einsammlung seiner Brüder – die im Jahre 1935 zu Ende gewesen sein soll – in den Himmel zu kommen und dort als König zu regieren. Doch statt dessen gerieten er und seine Brüder „in ein Land, wo Hunger und Krieg war, und der König glaubte schon er müßte verderben, so groß war die Noth“ (Wasser 3:4). Statt Harmagedon kam „Hunger und Krieg“, wie auch von Jesus vorhergesagt worden war: „Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es wird Lebensmittelknappheit … geben“ (Mat. 24:7).

Der „König“ dieses Landes steht für die Menschheit, die damals große Not leiden musste. Inzwischen herrscht zwar in den meisten Ländern kein buchstäblicher Hunger mehr, aber dafür „herrscht zweifellos ein geistiger Hunger in der ganzen Welt“, wie in der Zeitschrift Erwachet! vom 1. April 1970 gesagt wurde (S. 221).

Das Werk Überleben – und dann eine neue Erde sagt dazu: „Einer der Hauptgründe für die Probleme der Menschheit ist eine geistige Hungersnot. Weil die Menschen Jehova verlassen haben, begünstigt er sie nicht mit einem Verständnis seines Wortes. … Geistig hungernde Menschen suchen verzweifelt nach Antworten. … Wahnsinnig vor geistigem Hunger, schaden solche Menschen oft sich selbst und anderen, während sie unmoralische oder kriminelle Dinge treiben“ (S. 79).

Leben retten in einer Zeit des Hungers

Glücklicherweise konnten Jehovas Zeugen, wie die Bibelforscher inzwischen genannt wurden, diesem geistigen Hunger abhelfen: „Da gieng der Prinz zu ihm und gab ihm das Brot, womit er sein ganzes Reich speiste und sättigte, und dann gab ihm der Prinz auch das Schwert“ (Wasser 3:5). Rutherford, seine Anhänger und seine Nachfolger haben „Milliarden von Bibeln [„das Schwert“] und Büchern, Broschüren und Zeitschriften [„das Brot“] verbreitet“, wie in Unserem Königreichsdienst vom März 2004 festgestellt wurde (S. 4).

Die Zahl drei „bedeutet Nachdruck sowie Eindringlichkeit“, heißt es in dem Buch Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe (S. 19). Daher kamen der Prinz und seine Brüder „noch in zwei Länder, wo Hunger und Krieg herrschten, und da gab der Prinz den Königen jedesmal sein Brot und Schwert. … Danach setzten sie sich auf ein Schiff, und fuhren übers Meer“ (Wasser 3:7, 8). Ja, die Tätigkeit der Zeugen Jehovas ist kein begrenzter Einsatz, sondern „ein weltumspannendes Werk“ (Unser Königreichsdienst, Februar 2003, S. 7). „Rund um die Erde beteiligen sich über sechs Millionen Zeugen Jehovas daran, anderen kostenlos ‚Wasser des Lebens’ zu bringen“ (Der Wachtturm, 1. August 2003, S.20). Überall versorgen sie die Menschen mit geistiger Speise und dem „Schwert des Geistes“ (Eph. 6:17).

Wie im Wachtturm vom 1. Januar 1976 gesagt wird, gab es immer wieder „Anfeindungen seitens der ‚unkrautgleichen’ Klasse der Geistlichkeit der Christenheit“ (S. 7). Doch den „beiden ältesten“ – den Geistlichen, deren Kirchen die ältesten sind – blieb nichts anderes übrig, als anzuerkennen: „Der jüngste [Russell, dessen Religion viel jünger ist als ihre] hat das Wasser des Lebens gefunden und wir nicht, dafür wird ihm unser Vater das Reich geben, das uns gebührt, und er wird unser Glück wegnehmen“ (Wasser 3:9).

Das wird wirklich geschehen; „die Kirchen der Christenheit und ihre Geistlichkeit werden plötzlich in die Vernichtung gestürzt werden“ (Der Wachtturm, 15. Juli 1974, S. 428). Doch nicht nur die Geistlichen bereiten dem „Königssohn“ – den gesalbten Dienern Gottes – Schwierigkeiten, sondern auch Abtrünnige. Diese „wurden … rachsüchtig und verabredeten mit einander daß sie ihn verderben wollten. … Da gossen sie das Wasser des Lebens aus dem Becher“ und gossen statt dessen „bitteres Meerwasser hinein“ (Wasser 4:1). Einige Abtrünnige geben ebenfalls Broschüren und Zeitschriften heraus, die in Aufmachung und Inhalt an die Publikationen der echten Zeugen Jehovas erinnern. Doch sie enthalten kein „Wasser des Lebens“, sondern „bitteres Meerwasser“. Über jemanden, der ihre Schriften las, sagt die Prophezeiung: „Kaum aber hatte er ein wenig von dem bitteren Meerwasser getrunken, so ward er noch kränker als zuvor“ (Wasser 4:2).

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Der König – Jesus Christus – ließ „das Urtheil über ihn [einen Abtrünnigen] sprechen daß er heimlich sollte erschossen werden“ (Wasser 4:4). Tatsächlich sagen schon heute viele Zeugen Jehovas zu Abtrünnigen: „Ich soll[te] euch todtschießen“ (Wasser 4:5). Doch der Wachtturm vom
15. Januar 1953 musste seine Leser ermahnen: „Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, … Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen. … Das Gesetz des Landes und das Gesetz Gottes durch Christus Jesus verbietet uns, Abgefallene zu töten, auch wenn sie Glieder unserer eigenen Blutsverwandtschaft sind.“ Aber Harmagedon ist greifbar nahe, und spätestens dann werden „Abtrünnige auf der ganzen Erde vernichtet werden“, wie in Unserem Königreichsdienst vom September 1973 angekündigt wurde (S. 6).

„Dies ist der Weg“

Die Prophezeiung sagt weiter: „Die Königstochter aber ließ eine Straße vor ihrem Schloß machen, die war ganz golden und glänzend“ (Wasser 4:8). Tatsächlich beenden viele der gesalbten Zeugen Jehovas ihren irdischen Lauf und kommen in den Himmel, wo sie ein Teil des ‚Neuen Jerusalem’ werden, das „wie eine für ihren Mann geschmückte Braut“ aussieht (Off. 21:2). Genau wie in der Prophezeiung ist „die breite Straße der Stadt … lauteres Gold, wie durchsichtiges Glas“ (Off. 21:21).

Aber nur, „wer darauf geradeswegs zu ihr geritten käme, das wäre der rechte und den sollten sie einlassen“ (Wasser 4:9). Daher sagen die gesalbten Zeugen Jehovas immer wieder zueinander und zu ihren Anhängern: „Dies ist der Weg, ihn woll’n wir gehn“ (Singt Jehova Loblieder, Lied 42). Auch Anhänger der Christenheit versuchten, Zutritt zum neuen Jerusalem zu erlangen; dies wird durch einen Reiter dargestellt, der „ritt links nebenher. Wie er aber vor das Thor kam, sagten die Leute er wäre der rechte nicht, er sollte wieder fortgehen“ (Wasser 5:1). Wie vorhergesagt, wird Jesus solchen Personen „dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Mat. 7.23).

Wenn alle 144 000 Gesalbten im ‚Neuen Jerusalem’ versammelt sein werden, wird auch Jesus, der „Bräutigam“, dort erscheinen (Mar. 2:19). „Als er vor das Thor kam, ward es aufgethan, und die Königstochter empfieng ihn mit Freuden und sagte er wär ihr Erlöser und der Herr des Königreichs, und ward die Hochzeit gehalten mit großer Glückseligkeit“ (Wasser 5:2). Die „Hochzeit des Lammes“ wurde gehalten, und ‚alle Vögel’ wurden „zum großen Abendessen Gottes“ versammelt (Off 19:9, 17). Die Geistlichen der Christenheit und die Abtrünnigen aber „waren fortgeschifft und kamen ihr Lebtag nicht wieder“, sondern wurden zusammen mit den den anderen „von Jehova Erschlagenen … zu Dünger auf der Oberfläche des Erdbodens“ (Jer. 25:33).


[1] Soweit nicht anders vermerkt, sind die Zitate in diesem Artikel aus Kinder- und Hausmärchen, Große Ausgabe, Band 2, 7. Auflage 1857 entnommen.