Hass – Ein Kennzeichen wahrer Christen

„Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß“ (Psalm 139:22)

Der Wachtturm lässt keinen Zweifel daran, dass Christen Abtrünnige hassen müssen. „Die Verpflichtung, Gesetzlosigkeit zu hassen, bezieht sich … auf sämtliche Aktivitäten Abtrünniger. Zu Abtrünnigen sollten wir so eingestellt sein wie David, der erklärte: … ‚Mit vollendetem Haß hasse ich sie gewiß‘“ (Der Wachtturm, 15. Juli 1992, Seite 12). Doch „Jesus meinte damit sicher nicht, daß seine Nachfolger … [Abtrünnige] buchstäblich hassen sollten, da er den Menschen schließlich gebot, sogar ihre Feinde zu lieben“ (Der Wachtturm, 1. Oktober 1995, Seite 8). „Jemanden oder etwas zu ‚hassen‘ bedeutet in der Bibel zuweilen, jemanden oder etwas weniger zu lieben“ (Der Wachtturm, 15. März 2008, Seite 32). „In Übereinstimmung mit diesem Verständnis heißt es in der Bibel, daß Jakob Lea ‚haßte‘ und Rahel liebte, womit gemeint ist, daß er Lea nicht so sehr liebte wie ihre Schwester Rahel“ (Der Wachtturm, 1. Oktober 1995, Seite 8).

Es ist deshalb offensichtlich, dass Christen Abtrünnige einfach ‚weniger lieben‘ sollen. Liebe zu anderen Menschen weckt in Christen normalerweise „den dringenden Wunsch, ihnen von Gottes Königreich zu erzählen“ (Erwachet!, 22. August 1985, Seite 11). Indem sie Abtrünnigen nicht mehr ‚von Gottes Königreich erzählen‘, können sie somit zeigen, dass sie sie weniger lieben.

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Abtrünnige sind jedoch nicht das Einzige, was ein Christ hassen muss. Anbeter Gottes müssen alles „hassen, was Gott verurteilt, zum Beispiel Lügen, Habgier, Stehlen, Homosexualität und Hurerei“ (Der Weg zu wahrem Glück, Seite 95). imageHier lässt sich der gleiche Grundsatz anwenden – man muss die Lüge ‚weniger lieben‘ als die Wahrheit, Homosexualität ‚weniger lieben‘ als Heterosexualität und Hurerei ‚weniger lieben‘ als eheliche Treue, geradeso wie Jakob Rahel ‚haßte‘ und trotzdem sieben Kinder mit ihr zeugte (1. Mose 29:32-35; 30:16-21). Außerdem müssen Christen „ungerechten Gewinn hassen“, d. h. weniger lieben als gerechten Gewinn (2. Mose 18:21).

Jesus Christus sagte jedoch: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein“ (Lukas 14:26, Lutherbibel). Meinte er, dass man sich selbst und seine Angehörigen einfach ‚weniger lieben‘ muss, wenn man ein Christ werden will? Nein, denn „das Wort ‚Hass‘ hat in der Bibel mehrere Bedeutungsschattierungen. ‚Hass‘ kann … auch ein starkes Gefühl der Feindschaft bezeichnen, einen anhaltenden, oft mit Böswilligkeit verbundenen Groll. Um diese Art Hass geht es“ hier (Der Wachtturm, 15. August 2004, Seite 12). image„Ein solcher Haß kann zu einer leidenschaftlichen Gefühlsregung werden, die den gehaßten Gegenstand zu schädigen sucht“ (Einsichten über die Heilige Schrift, Band 1, Seite 1064).

Christen müssen zu sich selbst und zu ihren Angehörigen somit „ein starkes Gefühl der Feindschaft“ entwickeln. Wie Paulus müssen sie sich selbst und ihre Familienmitglieder als ‚elende Menschen‘ betrachten und sie „im wahrsten Sinne hassen, was bedeutet: mit äusserstem und aktivem Abscheu etwas als widerlich, abstossend und schmutzig ansehen, es verabscheuen“ (Römer 7:24; Der Wachtturm; 1. Dezember 1952, Seite 362). Gottgefälliger Hass wird sie veranlassen, ohne Unterlass nach Gelegenheiten zu suchen, sich selbst und ihre Angehörigen „zu schädigen“.

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