Sollten Christen Krieg führen?

Nachdruck aus Erbrechet!, März 2010

Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz“ (Matthäus 26:52)

In der Zeitschrift Erwachet! heißt es, „dass es eine Gruppe von Christen gibt, die unter keinen Umständen in den Krieg ziehen“ (Ausgabe vom 22. Oktober 2002, S. 22). Gemeint sind Jehovas Zeugen, die „in den Kontroversen oder Kriegen der Nationen für keine Seite Partei ergreifen“ (Der Wachtturm, 1. April 1992, Seite 12). Doch ist diese Haltung biblisch begründet? Lehrt die Bibel wirklich, dass Christen keinen Krieg führen dürfen?

Jehovas Zeugen und andere christliche Gruppen stützten ihre Ansicht hauptsächlich auf eine Prophezeiung Michas, in der es heißt: „Nicht werden sie das Schwert erheben,image Nation gegen Nation, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Micha 4:3). Der Prophet Jesaja gebrauchte ähnliche Worte (Jesaja 2:4). Aber sind diese Aussagen bindend für heutige Christen?

Beide Prophezeiungen gehören zu den Hebräischen Schriften und waren an das Volk Israel gerichtet. Darin wird auch nicht verboten, ‚den Krieg zu lernen‘. Vielmehr sagten Micha und Jesaja vorher, dass die Israeliten sorglos und selbstsicher werden würden. Sie glaubten, ihnen könnte nichts passieren, und vernachlässigten ihre militärische Nachwuchsförderung. Dass sie ‚den Krieg nicht mehr lernten‘ führte schließlich dazu, dass sie zuerst von den Babyloniern, dann von den Persern, den Griechen und den Römern besiegt wurden und schließlich sogar ihr Heimatland verloren.

Doch selbst, wenn diese Bibeltexte ein Verbot des Kriegsdienstes darstellen würden, wäre es für Christen nicht mehr gültig. Das Gesetz und alle Regeln aus den Hebräischen Schriften wurden mit Christus an den Pfahl genagelt. Für Christen gilt das „Gesetz des Christus“ (Galater 6:2). Was sagte Jesus über den Krieg?

Bei einer Gelegenheit wies er Petrus an: „Stecke dein Schwert wieder an seinen Platz“ (Matthäus 26:52). Wollte er damit sagen, dass Christen generell keine Schwerter gebrauchen sollen? Nein, denn für seine Aufforderung gab es einen konkreten Grund, den er selbst erklärte, nämlich: „Wie aber würden in diesem Fall die Schriften erfüllt werden, daß es so geschehen muß?“ (Matthäus 26:54). Jesus wusste, dass die Bibel sagt, der Messias würde getötet werden. Er wollte, dass die Prophezeiung sich an ihm erfüllt, daher forderte er Petrus auf, in dieser speziellen Situation nicht zu kämpfen.

Beachten wir aber, dass er Petrus nicht empfahl, sein Schwert zu verkaufen oder wegzuwerfen.image Vielmehr sollte er es „an seinen Platz“ stecken, also weiterhin bei sich tragen. Nicht umsonst befahl Jesus seinen Jüngern (und somit auch allen heutigen Christen): „Wer kein Schwert hat, verkaufe sein äußeres Kleid und kaufe eins“ (Lukas 22:36). Christen sollten also eher auf Kleidung verzichten als auf eine Waffe. Jesus ist schließlich „nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert“ (Matthäus 10:34). An anderer Stelle forderte er seine Jünger auf: „Kämpft beständig“ (Lukas 13:24, Fußnote).

In Wirklichkeit stellte Jesus also den ursprünglichen Auftrag wieder her, wonach Gottes Diener in Kriegen kämpfen sollten. Schließlich unterhielt schon Abraham eine kleine Armee und führte Kriege (1. Mose 14:14-16). Diese Ansicht ist auch in völliger Übereinstimmung mit den übrigen Teilen der Heiligen Schrift. Der Apostel Paulus forderte Christen auf: „Werdet Nachahmer Gottes“, und „Jehova ist ein Kriegsmann“ (Epheser 5:1; 2. Mose 15:3). Er wies auch darauf hin, dass viele treue Diener Gottes „im Krieg tapfer wurden“ (Hebräer 11:34). Somit steht völlig außer Frage, dass auch Christen zur Waffe greifen sollten.

Die Bibel nennt zwei Bereiche, in denen Christen ihre Waffen einsetzen können. Zum einen schrieb der Apostel Paulus über die „obrigkeitliche Gewalt“, also die menschlichen Regierungen: „Sie trägt das Schwert nicht ohne Zweck; denn sie ist Gottes Dienerin“ (Römer 13:4). Christen sind daher verpflichtet, die Armee ihrer Regierung nach besten Kräften zu unterstützen. Jede Regierung ist „Gottes Dienerin“, somit kann man alle Kriege, die weltweit ausgetragen werden, als von Gott angeordnet betrachten. „Wer sich daher der Gewalt widersetzt“ – wenn er bspw. zum Wehrdienst einberufen wird – „hat sich der Anordnung Gottes entgegengestellt; die, die sich ihr entgegengestellt haben, werden für sich ein Gericht empfangen“ (Römer 13:2). Christen sind verpflichtet, für ihre Regierungen nötigenfalls zur Waffe zu greifen und in den Krieg zu ziehen.

imageEs gibt aber noch einen zweiten Bereich, in dem Christen möglicherweise ihr Schwert gebrauchen müssen. Mit Bezug auf die abtrünnige Athalja gebot der Priester Jehojada: „Wer ihr nachgeht, der sollte mit dem Schwert zu Tode gebracht werden“ (2. Chronika 23:14). Er ahmte mit dieser Aufforderung Moses nach, der dem Volk Israel in Bezug auf Abtrünnige geboten hatte: „Jeder von euch lege sein Schwert an seine Seite. Schreitet hindurch, und kehrt zurück von Tor zu Tor im Lager, und tötet ein jeder seinen Bruder und ein jeder seinen Mitmenschen und ein jeder seinen vertrauten Bekannten“ (2. Mose 32:27). In der Vergangenheit haben Gottes Diener also ihre Schwerter auch gebraucht, um Abtrünnige zu beseitigen.

Momentan sind uns in dieser Hinsicht leider Schranken auferlegt. Schon vor Jahrzehnten klagten Jehovas Zeugen: „Da uns durch die Gesetze der weltlichen Nationen, unter denen wir leben, … Schranken auferlegt sind, können wir nur bis zu einem gewissen Grade gegen Abgefallene Schritte unternehmen. … Das Gesetz des Landes … verbietet uns, Abgefallene zu töten, auch wenn sie Glieder imageunserer eigenen Blutsverwandtschaft sind.“ (Der Wachtturm, 15. Januar 1953, Seite 63).

Es ist aber jederzeit möglich, dass sich die rechtliche Situation in einigen Ländern ändert. Plötzlich kann eine neue Regierung an die Macht kommen und das Töten von abtrünnigen Familienangehörigen wieder erlauben. Als wahre Christen sollten wir dann vorbereitet sein. Regelmäßiges Training mit dem Schwert oder einer anderen Waffe ist für einen Diener Gottes unerlässlich, damit er „völlig tauglich sei, vollständig ausgerüstet für jedes gute Werk“, auch für die Beseitigung von Abtrünnigen (2. Timotheus 3:17).

Lassen wir uns daher niemals von heuchlerischen Scheinchristen einreden, Christen sollten nicht im Krieg kämpfen. Wie die Bibel eindeutig zeigt, ist genau das Gegenteil der Fall. Krieg ist etwas Heiliges für Jehova (Joel 3:9). Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, und auch Jesus wird eines Tages zum Schwert greifen (Sacharja 14:3; Offenbarung 2:16). Auch die mit Charles Taze Russell verbundenen Bibelforscher kämpften im Ersten Weltkrieg für ihr jeweiliges Vaterland (siehe z. B. Der Wachtturm, April 1915, Seite 64). Ahmen wir ihr gutes Beispiel nach, indem wir stets bereit sind, zur Waffe zu greifen, um unser Vaterland zu verteidigen oder Abtrünnige zu beseitigen!

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