Ist es verkehrt, böse zu sein?

Aus der Reihe „Was sagt die Bibel“ – Nachdruck aus Erbrechet!, November 2009

Jehovas Zeugen hassen die Bösen. Wie David beten sie zu Gott: „Die Zähne der Bösen wirst du zerbrechen müssen. … O daß du, o Gott, den Bösen töten würdest!“ (Psalm 3:7; 139:19). Doch bis heute hat diese Bitte sich nicht erfüllt. Vielmehr trifft heute immer noch das zu, was der treue Hiob schon vor mehr als 3000 Jahren feststellte, nämlich „daß die Bösen selbst am Leben bleiben, … ja an Vermögen überlegen geworden sind“  (Hiob 21:7).

imageJehovas Zeugen und andere Feinde der Bösen beobachten auch, dass es den Bösen heute gut geht, doch sie trösten sich mit dem Ausspruch Bildads, des Schuchiters, der vorhersagte: „Das Zelt der Bösen wird nicht mehr sein“ (Hiob 8:22). Aber was meinte er genau? Sollten die Bösen obdachlos werden? Nein, so darf dieser Vers nicht interpretiert werden. Am selben Tag, an dem Bildad erklärte, dass die Bösen kein Zelt mehr haben würden, sagte Hiob: „Ihre Häuser sind der Frieden selbst, frei von Schrecken“  (Hiob 21:9). Das „Zelt der Bösen“ würde also deswegen „nicht mehr sein“, weil sie sich ein richtiges Haus leisten können.

Sogar Jehova wohnt in einem Zelt, und Jesus hatte gar keine Wohnung (Offenbarung 21:3; Lukas 9:58). Kein Wunder also, dass die Gerechten neidisch auf die Bösen sind. „Der Gerechte gibt acht auf das Haus des Bösen“, sagte schon der weise Salomo (Sprüche 21:12). Nicht wenige Zeugen Jehovas beneiden die Menschen in ihren Predigtdienstgebieten wegen ihrer schönen Häuser.

imageEs stimmt zwar, dass die Bibel dem Gerechten zusichert: „Du wirst dich nicht zu fürchten brauchen … vor dem Sturm über die Bösen, weil er kommt“ (Sprüche 3:25). Doch die Bösen fürchten sich auch nicht vor dem Sturm, weil sie in ihren stabilen Häusern sitzen. Auf ihre Häuser treffen Jesu Worte zu: „Die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, aber es stürzte nicht ein“ (Matthäus 7:25).

In einem Spruch König Salomos heißt es allerdings: „Der Bauch der Bösen wird leer sein“ (Sprüche 13:25). Heißt das, die Bösen würden Hunger leiden? Nein, denn der treue Asaph sah „ständig den Frieden der Bösen“ und stellte fest: „Ihr Wanst ist fett“ (Psalm 73:3). Sie hungern also nicht, weil sie nichts zu essen hätten, sondern im Rahmen einer Diät.

Jesus bezog sich auf diese Situation mit den Worten: „Glücklich seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden“ (Lukas 6:21). Aufgrund ihres Wohlstands müssen die Bösen ab und zu eine Diät einlegen, um ihr Idealgewicht zu halten. Aber dafür können sie danach wieder richtig zulangen und „gesättigt werden“, während die Gerechten häufig „in Hunger und Durst, oftmals der Nahrung entbehrend“ ums Überleben kämpfen (2. Korinther 11:27). Doch die Bösen „werden nicht so geplagt wie andere Menschen“ (Psalm 73:5).

Während Gerechte sich nur „mit Psalmen, Lobpreisungen Gottes [und] geisterfüllten Liedern“ befassen dürfen, fahren die Bösen „fort, die Stimme mit Tamburin und Harfe zu erheben, und freuen sich fortwährend“ (Kolosser 3:16; Hiob 21:12). Die Bösen sind auch bei ihren Mitmenschen beliebt. „Die Bösen sind wie das Meer“ – und wer fährt nicht gerne ans Meer? (Jesaja 57:20). Kein Wunder, dass Jesaja über den Messias voraussagte: „Er wird seine Grabstätte … bei den Bösen machen“ (Jesaja 53:9). Jesus wollte bei den Wohlhabenden begraben werden, nicht bei den armen Dienern Gottes.

Was ist der Grund dafür, dass es den Bösen so gut geht? Warum geht es ihnen besser als Dienern Gottes, die oft „niedergedrückt und arm“ sowie „in Drangsalen, in Notlagen, in Schwierigkeiten“ sind? (Psalm 40:17; 2. Korinther 6:4). Hiob erklärt uns das Erfolgsgeheimnis der Bösen: „Sie sprechen zu dem wahren Gott: ‚Wende dich von uns weg! Und an der Erkenntnis deiner Wege haben wir kein Gefallen gefunden. … Was hat der imageAllmächtige zu bedeuten, daß wir ihm dienen sollten?‘“  (Hiob 21:14, 15). Ja, „die Bösen sind … Abtrünnige“  (Psalm 58:3).

Den Bösen geht es also deswegen gut, weil sie sich nicht von einem jahrtausendealten Buch leiten lassen, sondern ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Diener Gottes glauben zwar, dass bald „alle Bösen in Harmagedon vernichtet werden“ (Du kannst für immer im Paradies auf Erde leben, Seite 181). Aber in Wirklichkeit hat Gott versprochen: „Was nun einen Bösen betrifft, … er wird nicht sterben. … Er [wird] am Leben bleiben. … Habe ich denn wirklich Gefallen am Tod eines Bösen?“ (Hesekiel 18:21-23).

Jesus Christus versprach den Bösen: „Euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die … Bösen“ (Lukas 6:35). Ja, für Menschen gibt es tatsächlich nichts besseres, als böse zu sein.

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