Auf wessen Versprechungen vertraust du?

Nachdruck aus Erbrechet!, September 2009

Wie die New York Times im Oktober 1995 schrieb, machen „die Politiker Versprechungen, die sie nicht halten werden“ (zitiert nach Erwachet!, 22. April 1996, Seite 28). Besonders vor Wahlen ist dies der Fall. Auf der wissenschaftlichen Plattform Lycos IQ ist zu lesen: „Wahlversprechen kann man nicht mit dem Maßstab von ‚wahr‘ oder ‚falsch‘ messen. Sie dienen als taktisches Mittel, um die Wähler an die Urne zu locken und zur Stimmabgabe für die eigene Partei zu bewegen. Sie sind ein Mittel der Werbung.“

Auch Gott hat seinen Anhängern immer wieder Versprechungen gemacht. Der Wachtturm vom 1. Mai 1979 erklärte, dass er seine Verheißungen „im Verlauf von über 4 000 Jahren mehrmals wiederholt“ hat und stellte dann die Behauptung auf: „Sie sind nicht mit den Versprechungen der Politiker zu vergleichen, die das eine zu tun versprechen, dann aber etwas ganz anderes tun“ (Seite 6). Stimmen die Tatsachen damit überein? Hat Gott seine Versprechungen immer gehalten?

Vor fast viertausend Jahren sprach Jehova zu Abraham, als er in Palästina umherwanderte: „Erhebe bitte deine Augen, und schaue von dem Ort, wo du bist, nordwärts und südwärts und ostwärts und westwärts, denn das ganze Land, das du siehst, dir und deinem Samen werde ich es bis auf unabsehbare Zeit geben. Und ich will deinen Samen gleich den Staubkörnchen der Erde machen“ (1. Mose 13:14-16). Hat Jehova sein Versprechen erfüllt?

Rund zweitausend Jahre später schrieb der Apostel Paulus: „Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vorvater Abraham, … und er sprach zu ihm: ‚Zieh aus deinem Land und von deinen Verwandten weg, und komm her in das Land, das ich dir zeigen werde.‘ … Und doch gab er ihm keinen Erbbesitz darin, nein, nicht einen Fußbreit; aber er verhieß, als er noch kein Kind hatte, es ihm und seinem Samen nach ihm zum Besitz zu geben. Überdies sprach Gott in dem Sinne, daß seine Nachkommen ansässige Fremdlinge in einem fremden Land sein würden und daß man sie versklaven und sie vierhundert Jahre lang niederdrücken würde“ (Apostelgeschichte 7:2-6).

Jehova „verhieß“ Abraham, ihm das Land zu geben, doch in Wirklichkeit gab er ihm „nicht einen Fußbreit“. Er versprach seinen Nachkommen, sie würden das Land „auf unabsehbare Zeit“ besitzen, doch stattdessen wurden sie jahrhundertelang ‚versklavt und niedergedrückt‘. Seit der Eroberung Jerusalems durch Babylon im Jahr 587 v. Chr. bis zur Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 wurde Palästina von nichtjüdischen Mächten beherrscht. Jahrhundertelang wohnten dort überhaupt keine Nachkommen Abrahams.

Außerdem wurde Abrahams Same keineswegs „den Staubkörnchen der Erde“ gleich. Wie der Apostel Paulus schrieb, gibt es nur „einen einzigen, … welcher Christus ist“ (Galater 3:16). Selbst, wenn man die 144.000 Gesalbten dazu zählt, kann man wohl kaum von einer Zahl wie die „Staubkörnchen der Erde“ sprechen. Jehova hat Abraham eine schöne Versprechung gegeben, aber erfüllt hat er sie nicht. Natürlich lebt Abraham nicht mehr und weiß nicht, was aus seinen Nachkommen geworden ist.

Etwa 800 Jahre später wandte Jehova wieder die gleiche Strategie an. Er versprach König David: „Dein Haus und dein Königtum werden gewiß bis auf unabsehbare Zeit vor dir beständig sein; ja dein Thron wird bis auf unabsehbare Zeit gefestigt werden“ (2. Samuel 7:16). Über seinen Sohn Salomo sagte er zu David: „Sein Thron, er wird bis auf unabsehbare Zeit Bestand haben“ (1. Chronika 17:14). Aber wo ist Salomos Thron heute? Noch nicht einmal im Museum, geschweige denn in Jerusalem. Rund 450 Jahre nach Salomos Thronbesteigung wurde Jerusalem mitsamt Salomos Thron von Nebukadnezar zerstört. Wieder hatte Jehova ein schönes Versprechen gegeben, es aber nicht gehalten.

Noch später versprach Jehova seinem Volk, den Israeliten: „Die Augen der Blinden [werden] geöffnet, und die Ohren der Tauben, sie werden aufgetan“ (Jesaja 35:5). Doch mehr als 700 Jahre später, als Jesus in Israel predigte, gab es immer noch Blinde und Taube (Matthäus 9:27; 11:5). Zwar heilte er ein paar von ihnen, aber auch heute gibt es immer noch Blinde und Taube in Israel. Auch dieses Versprechen hat Jehova nicht gehalten. Nicht umsonst sagte der Apostel Paulus später über vorchristliche Diener Gottes: „Alle diese starben im Glauben, ohne die Erfüllung der Verheißungen erhalten zu haben“ (Hebräer 11:13).

Was ist somit von den anderen Versprechungen Gottes und seiner Anbeter zu halten? Wenn wir berücksichtigen, wie oft Jehova in der Vergangenheit sein Wort gebrochen hat, können wir nur zu einem Schluss kommen: Parolen wie „Unter dieser Regierung wird bald alles Leid der Vergangenheit angehören und auf der Erde wird ein Paradies entstehen“ oder „Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben“ sind nichts anderes als Wahlversprechen. Sobald die Leute „Gottes Königreich gewählt“ haben, haben sie ihren Zweck erreicht (Erwachet!, 22. April 1999, Seite 23). Bevor Gottes Diener merken können, dass sie einem leeren Versprechen aufgesessen sind, sind sie längst tot.

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