Die „sieben Zwerge“ zur Wahrheit führen

Nachdruck aus Erbrechet!, Juli 2012

„Morgens giengen sie in die Berge, und suchten Erz und Gold“ (Schneewittchen 4:12)

Wie in der Zeitschrift Erbrechet! regelmäßig gezeigt wird, enthält die Prophezeiung der Gebrüder Grimm wirklich Licht für alle heute lebenden Menschen (Spr. 4:18). Welterschütternde Ereignisse wurden darin vorhergesagt und haben sich bereits vor unseren Augen erfüllt; so können wir davon überzeugt sein, dass sich auch alle anderen Verheißungen Jehovas bewahrheiten werden. In diesem Artikel werden wir die wunderbare Prophezeiung von Schneewittchen und den sieben Zwergen behandeln.[1]

Das Buch Schneewittchen beginnt mit den Worten: „Es war einmal mitten im Winter, da saß eine Königin an einem Fenster“ (Schneewittchen 1:1). Der Winter ist die dunkelste Jahreszeit und stellt das sogenannte „finstere Mittelalter“ dar. Da Jehova „König auf unabsehbare Zeit“ ist, steht die „Königin“ für „die himmlische mit einer Frau vergleichbare Organisation Jehovas“ (Ps. 10:16).[2]

Das „Töchterlein“

Die Bibel berichtet über sie: „Sie war schwanger, und sie schreit in ihren Wehen und Geburtsschmerzen“ (Off. 12:2). Die Prophezeiung fährt an dieser Stelle fort: „Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so roth wie Blut, … und wurde darum das Sneewittchen (Schneeweißchen) genannt“ (Schneewittchen 1:3).

Dass das Kind „so weiß wie Schnee, so roth wie Blut“ war, erinnert an die Glieder der „großen Volksmenge“, denn diese „haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes weiß gemacht“ (Off. 7:9, 14). Ja, das Kind steht für die Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden. Die himmlische Organisation brachte gegen Ende des 19. Jahrhunderts diese treue Gruppe von Männern und Frauen hervor.

Eine andere „Frau“

Die Prophezeiung fährt fort: „Ueber ein Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin. Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermüthig“ (Schneewittchen 2:1). Hier müssen wir berücksichtigen, dass die Prophezeiung „in Zeichen“ geschrieben wurde, denn natürlich nahm sich der „König“, Jehova, keine andere Organisation als „Frau“ (Off. 1:1). Vielmehr behauptete die „andere Gemahlin“ selbst von sich, in der Gunst Jehovas zu stehen, denn es handelt sich um „Babylon die Große“, das Weltreich der falschen Religion (Off. 17:5).[3] Auch in der Bibel wird diese Organisation als schöne, aber stolze Frau dargestellt, die „in schamlosem Luxus“ lebt (Off. 18:7). „In ihrem Herzen sagt sie beständig: ‚Ich sitze als Königin’“ (Off. 18:7).

Doch „Sneewittchen“ – das die Bibelforscher um C. T. Russell dargestellt – „wuchs heran, und wurde immer schöner“ (Schneewittchen 2:4). Diese eifrigen Christen studierten fleißig die Bibel und nahmen sowohl an Verständnis als auch an Zahl zu. „Als es sieben Jahr alt war, war es so schön, wie der klare Tag, und schöner als die Königin“ (Schneewittchen 2:5). Zu dieser Zeit hatten die Bibelforscher die meisten falschen Lehren abgelegt, und man konnte nun deutlich erkennen, dass sie „schöner“ waren als die Christenheit, die weiterhin an babylonischen Überlieferungen festhielt.

Strahlende Schönheit

Es war soweit, als Schneewittchen „sieben Jahr alt war“. Gemäß der biblischen Regel „fünf … für jeden einzelnen“ vergingen also 35 Jahre seit der „Geburt“ der Schneewittchen-Klasse im Jahre 1879, als der erste Wachtturm erschien (4. Mose 3:47). Zu dieser Zeit sagte Jehova im übertragenen Sinne zur Geistlichkeit der Christenheit: „Sneewittchen ist tausendmal schöner als ihr“ (Schneewittchen 2:7). Das zog den heftigen Hass der „Königin“ auf die Bibelforscher: „Die Königin … ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Sneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum, so haßte sie das Mädchen. Und der Neid und Hochmuth wuchsen, und wurden so groß in ihr, daß sie Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte“ (Schneewittchen 2:9, 10).

Die Prophezeiung sagt weiter über die Königin: „Da rief sie einen Jäger, und sprach ‚bring das Kind hinaus in den Wald, ich wills nicht mehr vor meinen Augen sehen. Dort sollst dus tödten’“  (Schneewittchen 3:1). Die Geistlichen der Christenheit schäumten vor Wut über das Gelingen der Bibelforscher. Sie begannen, Regierungen – durch den „Jäger“ dargestellt – gegen diese treuen Christen aufzuhetzen. Doch zu diesem Zeitpunkt „hatte der Jäger Mitleiden“ und ging noch nicht gegen die Bibelforscher vor.

Vielmehr wird in der Prophezeiung über Schneewittchen gesagt: „Da fieng es an zu laufen, und lief über die spitzen Steine und durch die Dornen, und die wilden Tiere sprangen an ihm vorbei, aber sie thaten ihm nichts“ (Schneewittchen 3:4). Die damaligen Bibelforscher waren wirklich Nachfolger Jesu Christi, der zu ihnen gesagt hatte: „Ich habe euch die Gewalt gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten …, und nichts wird euch irgendwie schaden“ (Luk. 10:19). Auch in den Kriegsjahren von 1914 bis 1918 vernachlässigten sie ihren christlichen Auftrag nicht, denn Schneewittchen „lief so lange nur die Füße noch fort konnten, bis es bald Abend werden wollte, da sah es ein kleines Häuschen, und gieng hinein“ (Schneewittchen 3:8). Trotz Widrigkeiten führten die treuen Bibelforscher eifrig den Haus-zu-Haus-Dienst durch.

Eifriger Predigtdienst

Die Prophezeiung fährt fort: „Die Herren von dem Häuslein, das waren sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben“ (Schneewittchen 4:1). Die Zahl sieben zeigt, dass es sich um Katholiken handelte, denn als solche folgten sie dem Papst in Rom, das auf sieben Hügeln erbaut worden war. Sie werden als „Zwerge“ bezeichnet; offensichtlich gehörten sie zu den „Kleingläubigen“, von denen Jesus sprach (Luk. 12:28). Doch wie die Apostel, die Jesus baten: „Gib uns mehr Glauben“, so „hackten und gruben“ auch diese Menschen nach kostbaren Wahrheiten. Sie beherzigten den Rat Salomos, dass man nach der biblischen Wahrheit „fortwährend wie nach Silber“ suchen muss.

imageDie Bibelforscher zeigten den zwerggleichen Katholiken, wo wahre Weisheit zu finden ist: „Sie zündeten … sieben Lichtlein an“ (Schneewittchen 4:3). Die „sieben Lichtlein“ stehen ohne Zweifel für die sieben Bände der Schriftstudien, die ab 1917 zur Verfügung standen.[4] Bei einem Heimbibelstudium lernten die Glieder der Zwerg-Klasse Jehova kennen. „’Mein Gott!’ riefen sie“ (Schneewittchen 4:9). Ja, sie wandten sich von ihren wertlosen Götzenbildern ab und riefen gleichsam aus: „Jehova ist der wahre Gott! Jehova ist der wahre Gott!“ (1. Kön. 18:39).

Die Bibelforscher kümmerten sich weiterhin um ihre „Schafe“: „Sneewittchen … blieb bei ihnen. Es hielt ordentlich Haus“ (Schneewittchen 4:10). Die Schneewittchen-Klasse kümmerte sich um den „Haushalt des Glaubens“, der – wie Zion’s Watch Tower vom November 1881 sagte – aus „der großen Menge der Gläubigen“ besteht (Seite 5, zitiert nach Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht, Seite 345). Doch „jeder wird seine eigene Last tragen“, daher mussten auch die „Zwerge“ ihren Teil tun: „Morgens giengen sie in die Berge, und suchten Erz und Gold“ (Schneewittchen 4:12). Schon früh am Morgen begannen die neuen Brüder, „Erz und Gold“ zu suchen, indem sie den Tagestext aus der Broschüre Täglich Manna betrachteten.

Ein gemeiner Anschlag

Schließlich merkte die Geistlichkeit der Christenheit – die ‚neue Königin’ – dass „Sneewittchen noch am Leben war“ (Schneewittchen 5:1). Sie verstärkten ihre Bemühungen, „Schneewittchen“ zu töten, und „so fiel es todt zur Erde nieder. Da betrachtete es die Königin mit grausigen Blicken, und lachte überlaut“ (Schneewittchen 5:4). Wir erkennen eine deutliche Parallele zu den „zwei Zeugen“, von denen in der Offenbarung gesagt wird: „Wenn sie ihr Zeugnisgeben beendet haben, wird das wilde Tier … sie töten. Und ihre Leichname werden auf der breiten Straße der großen Stadt liegen. … Und die, die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind froh, und sie werden einander Gaben senden“ (Off. 11:7-10).

Ja, die Geistlichkeit „lachte überlaut“, als „das wilde Tier“, die Angloamerikanische Weltmacht, die Schneewittchen-Klasse zum Schweigen brachte. Das Buch Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes sagt über diese Begebenheit: „Im Frühling des Jahres 1918 machten sich die religiösen Feinde der zwei Zeugen diese Situation [die Kriegswirren] zunutze. Es gelang ihnen, die staatliche Gerichtsbarkeit so weit zu beeinflussen, daß einige verantwortliche Prediger der Bibelforscher … staatsfeindlicher Umtriebe angeklagt wurden und ins Gefängnis kamen“ (Seite 167).

Die Zwerge ließen für Schneewittchen „einen durchsichtigen Sarg von Glas machen, daß man es von allen Seiten sehen konnte“ (Schneewittchen 5:6). Dadurch wird ein weiteres Mal bestätigt, dass „Schneewittchen“ und die „zwei Zeugen“ dieselbe Personengruppe darstellen, denn auch über die „zwei Zeugen“ sagt Gottes Wort: „Ihre Feinde sahen sie“ (Off 11:12).

Göttlicher Segen

Die Freude der Geistlichkeit, der „Königin“, war nur von kurzer Dauer. „Es geschah aber, daß ein Königssohn in den Wald gerieth, und zu dem Zwergenhaus kam“ (Schneewittchen 6:1). Dazu erklärt der Wachtturm vom 1. Februar 1985: „Die biblische Chronologie und deren Übereinstimmung mit Ereignissen in der Neuzeit zeigen an, daß der königliche Bräutigam im Frühjahr 1918 zum geistigen Tempel kam“ (Seite 17). Von Anfang 1918 an weilte der „Königssohn“, Jesus Christus, auf der Erde, um die verschiedenen christlichen Gruppierungen zu überprüfen.

Im März 1919 hatte er schließlich die Bibelforscher bemerkt: „Er sah auf dem Berg den Sarg und das schöne Sneewittchen darin“ (Schneewittchen 6:2). Wie Lazarus und andere Menschen im 1. Jahrhundert, so erweckte Jesus auch „Schneewittchen“ wieder zum Leben, ja, „es ward wieder lebendig“  (Schneewittchen 6:3). Jesus sorgte dafür, dass J. F. Rutherford und andere führende Bibelforscher wieder aus dem „Sarg“, dem Gefängnis, freikamen.

Für Jesus stand eindeutig fest, dass die Bibelforscher die einzige Gruppe waren, die sich als treu erwiesen hatte. „Es war nicht nur schwierig, regelmäßig geistige Speise auszuteilen, sondern es mußte auch auf die Qualität der Speise geachtet werden. Die Gruppe der gehaßten, verfolgten Christen,image die stets bemüht waren, treue Sklaven Jesu Christi zu sein, bestand diese Prüfung“, heißt es in dem Buch Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht.

„Der Königssohn sagte voll Freude ‚du bist bei mir’ … und sprach ‚ich habe dich lieber, als alles auf der Welt; komm mit mir in meines Vaters Schloß, du sollst meine Gemahlin werden.’“ (Schneewittchen 6:5). Ja, Jesus wählte die Bibelforscher als „treuen und verständigen Sklaven“ aus und ‚setzte sie über seine ganze Habe’, d. h. er beauftragte sie mit dem Aufbau einer effizienten Vertriebsorganisation für Wachtturm-Schriften (Mat. 24:45).

Die Bibelforscher würden außerdem eines Tages seine „Gemahlin“, d. h. „die Braut, die Frau des Lammes“ bilden (Off. 21:9). Für die Hochzeit müssen jedoch noch etliche Vorbereitungen getroffen werden, so dass das Fest erst nach 6 22 56 76 115 einer unbestimmten Anzahl von Jahren stattfinden wird.

Was erwartet die „Königin“, die Geistlichkeit der Christenheit? Die Prophezeiung sagt: „Zu dem Fest war aber auch Sneewittchens gottlose Stiefmutter eingeladen. … es waren schon eiserne Pantoffel über Kohlenfeuer gestellt, und wurden glühend herein gebracht: da mußte sie die feuerrothen Schuhe anziehen, und darin tanzen, daß ihr die Füße jämmerlich verbrannten: und sie durfte nicht aufhören bis sie sich todt getanzt hatte“ (Schneewittchen 6:8). Ja, wenn „Jesus vom Himmel her mit seinen mächtigen Engeln in flammendem Feuer“ kommt und „an denen Rache übt, die Gott nicht kennen“, werden die Geistlichen und ihre Unterstützer in den See geworfen werden, in dem „das Feuer nicht ausgelöscht wird“ (2. Th. 1:7, 8; Mar. 9:48).


[1] Soweit nicht anders vermerkt, sind die Zitate in diesem Artikel der Ausgabe Kinder- und Hausmärchen, Große Ausgabe, Bd. 1, Dieterische Buchhandlung, 3. Auflage 1837 entnommen.

[2] Siehe das Buch Die Offenbarung – Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe, Seite 286.

[3] Siehe die Wachtturm-Ausgabe vom 01.03.1988, Seite 29.

[4] ‚Schneewittchens siebtes Lebensjahr’ dauerte von 1914 bis 1918. Dass bis Anfang 1917 erst sechs Bände der Schriftstudien erschienen waren, wurde dadurch angedeutet, dass in der ersten Nacht nur sechs der sieben Zwerge in ihren Bettchen schlafen konnten (siehe Schneewittchen 4:5).

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