Unserer ziegengleichen Mutter treu bleiben

Nachdruck aus Erbrechet!, Mai 2008

„Seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er herein kommt, so frißt er euch alle mit Haut und Haar“
(Geißlein 1:4)

In der Artikelserie Die Prophezeiung der Gebrüder Grimm – Achte darauf werden wir dieses Mal die Prophezeiung vom Wolf und den sieben Geißlein behandeln. Diese Betrachtung wird uns darin bestärken, loyal zu Jehovas irdischer Organisation zu stehen und die Versammlung rein zu erhalten.

Die Prophezeiung beginnt: „Es war einmal eine alte Geis, die hatte sieben junge Geislein“ [*] (Geißlein 1:1). Die Zahl „sieben drückt in der Bibel häufig Vollständigkeit aus“, heißt es in dem Werk Einsichten über die Heilige Schrift. Und der biblische Wortschatz macht keinen Unterschied zwischen Ziegen und Schafen, meistens werden beide einfach als „Kleinvieh“ bezeichnet (1. Mose 30:41; Psalm 8:7). Daher stellen die ‚sieben jungen Geislein’ zweifellos die Gesamtzahl der „anderen Schafe“ dar, die Jehova auf der Erde dienen (Joh. 10:16).

Die Mutter

Die „alte Geis“, die Mutter der sieben Geißlein, wurde im Wachtturm vom 1. Juni 1998 als „muttergleiche Organisation“ bezeichnet (Seite 27). Es ist die irdische Organisation unter der Führung des ‚treuen und verständigen Sklaven’ und seiner Leitenden Körperschaft (Mat. 24:45, Apg. 15:2). Die verantwortlichen Brüder sind schon sehr alt und gehören zur ‚kleinen Herde’, so dass die Bezeichnung „alte Geis“ sehr passend ist (Luk. 12:32).

Weiter heißt es, die Mutter hatte ihre Geißlein „so lieb, wie eine Mutter ihre Kinder liebhat“ (Geißlein 1:2). Auch das trifft zu, denn der Wachtturm vom 1. November 2002 schrieb, immer mehr „Eltern misshandeln oder vernachlässigen ihre Kinder“ (Seite 10). Das kann auch von Jehovas irdischer Organisation gesagt werden, die die „anderen Schafe“ durch immer neue Regeln und Auslegungen in geistiger Hinsicht misshandelt und ihre wahren Bedürfnisse vernachlässigt.

Doch wie buchstäbliche Kinder von ihren Eltern abhängig sind, so sind auch die „anderen Schafe“ von der muttergleichen Organisation abhängig. Das Buch Du kannst für immer im imageParadies auf Erden leben sagt dazu: „Wenn du mit ewigem Leben gesegnet werden möchtest, mußt du zu Jehovas Organisation gehören“ (Seite 255). Ja, die „anderen Schafe“ wissen, dass sie ohne die Organisation Jehovas der sichere Tod erwartet.

An einer späteren Stelle der Prophezeiung heißt es: „Da meckerte die Alte“ (Geißlein 2:1). Auch die muttergleiche Organisation Gottes hat immer etwas zu meckern. So beschwerte sie sich im Königreichsdienst vom Februar 2003 darüber, dass einige Christen „lebenswichtige christliche Verpflichtungen vernachlässigen und sich nicht mehr am christlichen Predigtdienst beteiligen“ (Seite 5).

Und im Informator vom September 1955 wurde sogar eine „Theokratische Gerichtssitzung“ anberaumt: „Eine Untersuchung der Aufzeichnungen zeigt, dass nicht alle mit ganzer Seele die Anbetung fördern. … Der Richter … fragt den Staatsanwalt, ob er genügend Beweise habe, um die Verkündiger der Schuld der Nachlässigkeit zu überführen. Der Staatsanwalt unterbreitet Tatsachen, wie z. B. die Zahl der Unregelmäßigen im Dienst, niedere Stundenzahl der Verkündiger, keine Schriftenabgabe, unregelmäßig im Nachbesuchs- und Heimbibelstudiendienst usw.“ (Seite 3). Ja, die meckernde „alte Geis“ stellt zweifellos Jehovas irdische Organisation mit ihrem ‚treuen und verständigen Sklaven’ dar, der immer etwas an der Tätigkeit der Verkündiger auszusetzen hat (Mat. 24:45).

Warnung vor dem „Wolf“

„Eines Tages“ sagte die „alte Geis“ zu ihren Kindern: „Seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er herein kommt, so frißt er euch alle mit Haut und Haar“ (Geißlein 1:4). In ähnlicher Weise warnt Jehovas Organisation regelmäßig vor wolfsgleichen Abtrünnigen. So hieß es im Wachtturm vom 15. März 1986: „Wenn wir aus Neugier die Schriften eines Abgefallenen lesen würden, wäre das nicht dasselbe, als wenn wir diesen Feind der wahren Anbetung direkt in unsere Wohnung einladen … würden? … Wie Gangrän breitet sich das Gedankengut Abtrünniger schnell aus und führt zu geistigem Tod“ (Seite 10).

Manchmal ist die Propaganda relativ leicht erkennbar. Es heißt in der Prophezeiung: „Es dauerte nicht lange, da klopfte jemand an die Hausthür … Aber die Geiserchen hörten an der rauhen Stimme, daß es der Wolf war, ‚wir machen nicht auf’“ (Geißlein 2:3). Die ‚raue Stimme’ steht für die hasserfüllte Propaganda, die ebenso typisch für Abtrünnige ist wie die raue Stimme für einen Wolf. Die „anderen Schafe“ sind durch die Belehrung der Organisation gut geschult, solche Propaganda zu erkennen und von sich zu weisen. Wie die Geißlein sagen sie im übertragenen Sinne: „Du bist unsere Mutter nicht, die hat eine feine liebliche Stimme, aber deine Stimme ist rauh; du bist der Wolf“ (Geißlein 2:4). Ja, die liebevollen Ermahnungen der muttergleichen Organisation Jehovas stehen in deutlichem Kontrast zu den hasserfüllten Schriften der Abgefallenen.

Der Wolf geht mit List vor

Doch die wolfsgleichen Abtrünnigen gehen listig vor (Eph. 6:11, Fn.). „Da ging der Wolf fort zu einem Krämer, und kaufte sich ein großes Stück Kreide: die aß er und machte damit seine Stimme fein. Dann kam er zurück, klopfte an die Hausthür und rief: ‚macht auf, ihr lieben Kinder, eure Mutter ist da und hat jedem von euch etwas mitgebracht.’ Aber der Wolf hatte seine schwarze Pfote in das Fenster gelegt, das sahen die Kinder und riefen: ‚wir machen nicht auf, unsere Mutter hat keinen schwarzen Fuß, wie du: du bist der Wolf’“ (Geißlein 2:5, 6).

Diesmal erkannten sie den Wolf an der ‚schwarzen Pfote’, die die negativen, destruktiven Gedanken der Abtrünnigen darstellt. Damit stehen im Gegensatz zu den Veröffentlichungen des ‚treuen und verständigen Sklaven’, die immer positiv und erbauend sind. Wahre Christen durchschauen diese Taktik und hüten sich vor den negativen Veröffentlichungen der Wolf-Klasse.

Die Abtrünnigen lassen jedoch in ihrer Bosheit nichts unversucht: „Da lief der Wolf zu einem Bäcker und sprach: ‚ich habe mich an den Fuß gestoßen, streich mir Teig darüber.’ Als ihm der Bäcker die imagePfote bestrichen hatte, lief er zum Müller und sprach: ‚streu mir weißes Mehl auf meine Pfote.’ Der Müller dachte: ‚der Wolf will einen betrügen’ und weigerte sich, aber der Wolf sprach: ‚wenn du es nicht thust, so fresse ich dich.’ Da fürchtete sich der Müller und machte ihm die Pfote weiß“ (Geißlein 3:1, 2). Ja, die wolfsgleichen Abtrünnigen machen auch vor ungesetzlichen Methoden nicht Halt.

Ihnen ist jedes Mittel recht, um die „anderen Schafe“ von Jehovas muttergleicher Organisation abwendig zu machen. „Nun ging der Bösewicht zum drittenmal zu der Hausthüre, klopfte an und sprach: ‚macht mir auf, Kinder, euer liebes Mütterchen ist heim gekommen und hat jedem von euch etwas aus dem Walde mitgebracht.’ Die Geiserchen riefen: ‚zeig uns zuerst deine Pfote, damit wir wissen, daß du unser liebes Mütterchen bist.’ Da legte er die Pfote ins Fenster“ (Geißlein 3:3, 4).

Manchmal tarnen sich Abtrünnige so gut, dass es schwierig ist, sie zu erkennen. Sie geben beispielsweise eigene Zeitschriften heraus, die den echten Wachtturm- und Erwachet!-Ausgaben täuschend ähnlich sehen und auch ähnliche Titel tragen, aber voller abtrünniger, lästerlicher Gedanken sind. In Wirklichkeit folgen sie jedoch ‚kunstvoll ersonnenen unwahren Geschichten’ und nicht der durch den Gottes Mitteilungskanal geoffenbarten Wahrheit (2. Pet. 1:16).

Das Unglück

Nur regelmäßiges Studium der Schriften des ‚treuen und verständigen Sklaven’ kann uns helfen, solche Propaganda zu durchschauen. Wer nicht ‚im Glauben befestigt’ ist, dem kann es so ergehen wie sechs der sieben Geißlein (Apg. 16:5): „Als sie sahen, daß sie [die Pfote] weiß war, so glaubten sie, es wäre alles wahr, was er sagte, und machten die Thüre auf. Wer aber hereinkam, das war der Wolf. Sie erschraken und wollten sich verstecken. Das eine sprang unter den Tisch, das zweite ins Bett, das dritte in den Ofen, das vierte in die Küche, das fünfte in den Schrank, das sechste unter die Waschschüssel, das siebente in den Kasten der Wanduhr. Aber der Wolf fand sie alle und machte nicht langes Federlesen: eins nach dem andern schluckte er in seinen Rachen“ (Geißlein 4:1-3).

imageWenn die Propaganda der wolfsgleichen Abtrünnigen erst einmal in eine Versammlung eindringt, hat das meistens den geistigen Tod für mehrere ihrer Glieder zur Folge. Schon 1986 schrieb der Wachtturm: „Da die Glieder der Versammlung wie ein Leib sind, besteht die Gefahr, daß andere infiziert werden“ (15.03., Seite 15).

Jedoch hat der Wolf nicht bei allen Geißlein Erfolg: „Das jüngste in dem Uhrkasten, das fand er nicht“ (Geißlein 4:4). Oft sind es junge Verkündiger mit geringer Bildung und wenig Lebenserfahrung, die sich nicht von den falschen Versprechungen der Abgefallenen aufs Glatteis führen lassen. Sie halten fest zu ihrer „Mutter“ und bleiben der Organisation treu. Viele von ihnen werden Älteste und Kreisaufseher.

Liebevolle Hilfe

Schließlich erzählte das überlebende Geißlein der Mutter, „daß der Wolf gekommen wäre und die anderen alle gefressen hätte“ (Geißlein 5:1). Ebenso berichten die Ältesten über die Kreisaufseher der „Mutter“, der Organisation, regelmäßig die Zahl der Ausgeschlossenen.

Die „alte Geis“ fragte sich: „Sollten meine armen Kinder … noch am Leben sein?“ (Geißlein 5:3). Desgleichen denkt Jehovas Organisation einmal im Jahr darüber nach, ob „es Personen geben mag, die ausgeschlossen worden sind oder die Gemeinschaft verlassen haben, jedoch günstig reagieren würden, wenn Hirten sie in barmherziger Weise ansprechen würden“ (Der Wachtturm, 15. April 1991, Seite 23). Sie lässt ihnen liebevolle Hilfe zukommen.

Welch eine Freude ist es doch, wenn „ein Geislein den Kopf [aus dem Wolf] heraus“ steckt! (Geißlein 5:5). Ja, hin und wieder kann solchen abgeirrten Schafen geholfen werden, in den Schoß der muttergleichen Organisation zurückzukehren.

Das Ende der Wolf-Klasse

imageWie würde es jedoch den gottlosen Abtrünnigen ergehen? „Die Alte aber sagte: ‚jetzt geht und sucht Wackersteine, damit wollen wir dem gottlosen Tiere den Bauch füllen’ … und er mußte jämmerlich ersaufen“ (Geißlein 5:6, 7).

Die verantwortlichen Brüder der Organisation, die durch die „alte Geis“ dargestellt wird, werden sich nach ihrer himmlischen Auferstehung daran beteiligen, das Gericht über die Abtrünnigen zu bringen. Wie der Wolf werden diese „jämmerlich ersaufen“, allerdings nicht in einem gewöhnlichen Brunnen, sondern im Feuersee (Off. 19:20). „Als die sieben Geislein das sahen, da kamen sie herbeigelaufen, riefen laut: ‚der Wolf ist tot! der Wolf ist tot!’ und tanzten mit ihrer Mutter vor Freude“ (Geißlein 5:9). So werden auch die Überlebenden von Harmagedon ein großes Fest veranstalten, um die Vernichtung der Abtrünnigen zu feiern.


[*] Wenn nicht anders vermerkt, sind die Zitate in diesem Artikel der Ausgabe Kinder- und Hausmärchen, Bd. 1, Verlag der Dieterichschen Buchhandlung, Göttingen, 7. Auflage 1857 entnommen.

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