Hänsel und Gretel – Vorbild für treue Christen

Nachdruck aus Erbrechet!, März 2008

„Weine nicht, Gretel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen“ (Hänsel und Gretel 4:5)

Wie bereits gezeigt wurde, enthält die Prophezeiung der Gebrüder Grimm heute Licht für alle Menschen. Ein sorgfältiges Studium von Grimms Märchen kann uns ausrüsten, unserem Gott noch besser heiligen Dienst darzubringen.

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Buch Hänsel und Gretel. Wir werden erfahren, wer heute die Hexen-Klasse bildet. Außerdem wird gezeigt, welche Rolle jeder Einzelne von uns in der Erfüllung dieser Prophezeiung spielt.

Die Prophezeiung beginnt: „Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hänsel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen“ (Hänsel und Gretel 1:1).[*] Hier lernen wir bereits eine wichtige Lektion: der Holzhacker hatte ‚wenig zu brechen’ und war arm. Das zeigt, dass Armut die Folge ist, wenn man es versäumt, regelmäßig Erbrechet! zu lesen.

Dass der Vater von Hänsel und Gretel geistig schwach war, zeigen auch die folgenden Worte: „Einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er das tägliche Brot nicht mehr schaffen“ (Hänsel und Gretel 1:2). Er hatte es offensichtlich versäumt, regelmäßig das Mustergebet zu sprechen, in dem es ja heißt: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ (Mat. 6:11, Lutherbibel). Wir lernen daraus, wie wichtig das Gebet ist.

Der Holzhacker stellt die politischen Machthaber der Welt dar, die zwar mitunter buchstäblich reich, aber geistig arm sind. Sie versäumen es, ‚den Sohn zu küssen’, d. h. Jesus Christus als den von Jehova eingesetzten Machthaber anzuerkennen und ihre Macht abzugeben.

Die Frau

Die Stiefmutter von Hänsel und Gretel sprach schließlich: „Wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist … und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus, und wir sind sie los.“ (Hänsel und Gretel 1:4, 5). Die Lebensgefährtin des Holzfällers wollte Hänsel und Gretel loswerden. Es handelt sich um „Babylon die Große“, die „große Hure“, die in der Offenbarung als Geliebte der politischen Machthaber dargestellt wird (Off. 17:1, 5).image

Wen würden die religiösen Führer dieser Welt gerne loswerden? Wen haben sie im 20. und 21. Jahrhundert immer wieder ihren Hass spüren lassen? Sie haben dem Volk Gottes erbitterten Widerstand geleistet. Hänsel und Gretel stellen daher Jehovas Zeugen dar, das auserwählte Volk, das Gott in seinem geistigen Tempel anbetet. Außerdem heißt es weiter: „Da schien der Mond ganz hell“ (Hänsel und Gretel 2:1). Der Mond ist „ein treuer Zeuge“ (Ps. 89:37). Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass diese Prophezeiung sich an dem Volk erfüllt, das als „Jehovas Zeugen“ bekannt ist.

Die Hänsel-Klasse

Im weiteren Verlauf der Prophezeiung erhalten wir einen wichtigen Hinweis auf die Identität der Hänsel-Klasse: „Die weißen Kieselsteine, die vor dem Haus lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hänsel bückte sich und steckte so viele in sein Rocktäschlein, als nur hinein wollten“ (Hänsel und Gretel 2:5). Jesus Christus offenbarte dem Apostel Johannes: „Dem, der siegt, will ich … einen weißen Kieselstein geben“ (Off. 2:17).

Hänsel stellt daher die Klasse der gesalbten Christen dar, die den „weißen Kieselstein“ als Eintrittskarte für die himmlische Regierung bekommen. Dass Hänsel die Steine in sein „Rocktäschlein“ steckte – also einen Rock trug – zeigt, dass zur himmlischen Regierung auch Frauen gehören werden.

Die Gretel-Klasse

Weiter heißt es: „Dann ging er wieder zurück, sprach zu Gretel: ‚Sei getrost, liebes Schwesterchen, … Gott wird uns nicht verlassen’“ image(Hänsel und Gretel 2:6). Hänsel ermunterte sein „Schwesterchen“ Gretel, auf Gott zu vertrauen. Daher kann Gretel nur die „anderen Schafe“ darstellen, die gemeinsam mit den gesalbten Christen durch den „Wald“ dieser Welt irren. Die gesalbte Hänsel-Klasse sorgt seit vielen Jahren für gute geistige Speise, die ihre Gefährten mit irdischer Hoffnung ermuntert, auf Jehova zu vertrauen.

Woher wissen wir, dass sich die Prophezeiung in unserer Zeit erfüllt? Einen deutlichen Beweis finden wir im nächsten Vers: „Hänsel und Gretel saßen um das Feuer, und als der Mittag kam, … war es schon finstere Nacht.“ (Hänsel und Gretel 3:1, 4). Während Hänsel und Gretel die Mittagssonne sahen, war es für die übrige Menschheit „finstere Nacht“. Somit bezieht sich die Prophezeiung von Hänsel und Gretel auf dieselbe Zeit, von der Jesaja vorhersagte: „Finsternis, sie wird die Erde bedecken; … aber über dir wird Jehova aufleuchten“ (Jes. 60:2). Das ist besonders seit dem Jahr 1919 der Fall, als die Internationale Bibelforscher-Vereinigung den Wettbewerb „Jesus sucht den Supersklaven“ gewann und als „treuer und verständiger Sklaven“ anerkannt wurde.

Manchmal haben sich Glieder der „großen Volksmenge“ entmutigt gezeigt, weil das Ende noch nicht da ist. Darauf beziehen sich die folgenden Verse der Prophezeiung: „Gretel fing an zu weinen und sprach: ‚Wie sollen wir nun aus dem Wald kommen?’ Hänsel aber tröstete sie: ‚Wart nur ein Weilchen’“ (Hänsel und Gretel 3:8). Später sagte Hänsel zu Gretel: „Weine nicht, Gretel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen“ (Hänsel und Gretel 4:5). In ähnlicher Weise hat die gesalbte Hänsel-Klasse ihre Gefährten bei vielen Gelegenheiten zum Ausharren ermuntert.

Geistiger Schlaf ist gefährlich

Hänsel und Gretel „legten … sich unter einen Baum und schliefen ein“ (Hänsel und Gretel 5:1). Ebenso sind einzelne Diener Jehovas geistig schläfrig geworden. Sie haben im Predigtdienst nachgelassen oder sogar aufgehört, die Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen. Dadurch sind sie auf zweierlei Weise in Gefahr geraten.

Schließlich „sahen sie ein schönes, schneeweißes Vögelein auf einem Ast sitzen, das sang so schön, dass sie stehen blieben und ihm zuhörten. Und als es fertig war, schwang es seine Flügel und flog vor ihnen her, und sie gingen ihm nach, bis sie zu einem Häuschen gelangten, auf dessen Dach es sich setzte, und als sie ganz nahe herankamen, so sahen sie, dass das Häuslein aus Brot gebaut war und mit Kuchen gedeckt; aber die Fenster waren von hellem Zucker“ (Hänsel und Gretel 5:3-6). Durchimage geistigen Schlaf wird man anfällig für die Verlockungen der Welt, die in der Prophezeiung durch das ‚schöne Vögelein’ und das ‚Häuslein aus Brot und Kuchen’ dargestellt wurden.

Geistig wache Christen hätten in dieser Situation die Flucht ergriffen, so wie Jesus vor Potiphars Frau (1. Mose 39:12). Doch schlafende Christen könnten wie Hänsel sagen: „Da wollen wir uns dranmachen“ (Hänsel und Gretel 5:7). Auch „Gretel stellte sich an die Scheiben und knupperte daran“ (Hänsel und Gretel 5:8).

Eine noch größere Gefahr stellt allerdings das dar, was in den weiteren Versen beschrieben wird: „Eine steinalte Frau … sprach: ‚Ei, ihr lieben Kinder, wer hat euch hierher gebracht? Kommt nur herein und bleibt bei mir, es geschieht euch kein Leid.’ … Da ward ein gutes Essen aufgetragen, Milch und Pfannkuchen mit Zucker, Äpfel und Nüsse. Hernach wurden zwei schöne Bettlein weiß gedeckt, und Hänsel und Gretel legten sich hinein und meinten, sie wären im Himmel“ (Hänsel und Gretel 6:1).

In ähnlicher Weise treten Abtrünnige an Diener Gottes heran, die geistig schwach geworden sind. Sie gehen listig vor und erwecken zuerst den Eindruck, sie wollten etwas Gutes. Manchmal behaupten sie, die Wachtturm-Gesellschaft würde die Verkündiger ausnutzen, und versprechen ihnen Befreiung von „geistiger Sklaverei“. Doch „die Alte hatte sich nur freundlich angestellt, sie war aber eine böse Hexe, die den Kindern auflauerte, und hatte das Brothäuslein bloß gebaut, um sie herbeizulocken. Wenn eins in ihre Gewalt kam, so machte sie es tot“ (Hänsel und Gretel 6:2, 3). Die Abtrünnigen haben nur ein Ziel: den geistigen Tod von Dienern Gottes zu verursachen.

Wenn eines der Kinder in die Gewalt der Hexe kam, machte sie es nicht nur tot, sondern „kochte es und aß es“ (Hänsel und Gretel 6:3). Die Bibel berichtet von einem ähnlichen Fall, als eine Samariterin während einer Hungersnot sagte: „Daher kochten wir meinen Sohn und aßen ihn“ (2. Kö. 6:29). Die Samariter waren von der jüdischen Religion – dem damaligen Volk Gottes – abtrünnig geworden. Hier erkennen wir eine weitere Parallele, die beweist, dass die Hexe die Gruppe der Abtrünnigen darstellt.

Wir tun gut daran, uns nicht auf die Propaganda von Abtrünnigen einzulassen, sondern geistig wach zu bleiben. Die Zukunft der abtrünnigen Hexen-Klasse wird in den weiteren Versen des Prophezeiung beschrieben: Die Hexe „steckte den Kopf in den Backofen … und die gottlose Hexe mußte elendiglich verbrennen“ (Hänsel und Gretel 6:10). Der Backofen symbolisiert den „Feuersee“, den „zweiten Tod“, in dem Gottes Feinde für immer vernichtet werden (Off. 20:14).

Das Ende der Hexen-Klasse

Nach Harmagedon wird die „große Volksmenge“ ausrufen: „Wir sind erlöst, die alte Hexe ist tot“ (Hänsel und Gretel 7:1). Die Prophezeiung fährt fort: „Wie haben sie sich gefreut sind sich um den Hals gefallen, sind herumgesprungen und haben sich geküsst“ (Hänsel und Gretel 7:2). Das wird sich buchstäblich erfüllen, wenn die Überlebenden von Harmagedon ihrer Freude über die Vernichtung der Abtrünnigen Ausdruck verleihen. Am Ende der Tausendjahrherrschaft wird die Erfüllung der Prophezeiung von Hänsel und Gretel ihren Höhepunkt erreichen: „Da hatten alle Sorgen ein Ende, und sie lebten in lauter Freude zusammen“ (Hänsel und Gretel 7:4).


[*] Soweit nicht anders vermerkt, sind die Zitate in diesem Artikel aus Grimms Märchen, Lechner-Verlag, Ausgabe 1992, entnommen.

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