Behüten wir unsere „goldene Kugel“!

Nachdruck aus Erbrechet!, April 2008

„Was schwätzt der einfältige Frosch wohl, der muß doch in seinem Wasser bleiben!“ (Froschkönig 3:1)

In unserer finsteren Zeit sehnt man sich nach Licht. Im Gegensatz zu den selbsternannten Lichtquellen dieser Welt gibt Gott durch seine irdischen Diener echtes Licht. Zu seinen Vorkehrungen gehört auch die Prophezeiung der Gebrüder Grimm. In diesem Artikel wird das Buch Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich – oft auch nur Froschkönig genannt – behandelt.

Die Prophezeiung beginnt mit den Worten: „Es war einmal eine Königstochter, die ging hinaus in den Wald und setzte sich an einen kühlen Brunnen“ (Froschkönig 1:1)[1]. Der „kühle Brunnen“ stellt die Universalorganisation Jehovas dar, die „Wasser des Lebens“ hervorbringt (Off. 22:1). Die „Königstochter“ steht für Menschen, die sich Jehovas Organisation anschließen und so zu einem Teil der „großen Volksmenge“ werden (Off. 7:9).

Die „goldene Kugel“image

Der Psalmist schrieb: „Die richterlichen Entscheidungen Jehovas sind … begehrenswerter als Gold, ja als viel geläutertes Gold“ (Ps. 19:9, 10). Die geistige Wohlfahrt der „Königstochter“ wird im folgenden Vers beschrieben: „Sie hatte eine goldene Kugel“ (Froschkönig 1:2). Die „goldene Kugel“ stellt daher die kostbaren Wahrheiten da, die Jehova der Menschheit durch den „treuen und verständigen Sklaven“ zukommen lässt (Mat. 24:45). Diese Wahrheiten sind zweifellos das Wertvollste überhaupt.

Über die „goldene Kugel“ wird weiter gesagt: „Die war ihr liebstes Spielwerk, … [sie] hatte ihre Lust daran“ (Froschkönig 1:3). Ja, wahre Christen haben ihre „Lust an dem Gesetz Jehovas“ und lesen „Tag und Nacht“ darin (Ps. 1:2). Der Predigtdienst bringt ihnen eine Freude, die mit nichts zu vergleichen ist.

Ein „anderer Brunnen“

Wahre Christen sind jedoch in besonderer Weise den Angriffen Satans, des Teufels, ausgesetzt (1. Pet. 5:8). Durch weltliche Propaganda bringt er imagemanche Christen dazu, ihre Freizeit in weltlichen Einrichtungen zu verbringen oder sich mit weltlicher Literatur zu beschäftigen. Anstelle die reinen „Wasser der Wahrheit“ in sich aufzunehmen, machen sie „sich daran, einen anderen Brunnen zu graben“ (1. Mose 26:21). Nur allzu leicht kann ihnen widerfahren, was von den Gebrüdern Grimm vorhergesagt wurde: Die Kugel „rollte und rollte und [fiel] geradezu in das Wasser hinein“ (Froschkönig 1:5).

So leicht kann ein einstmals starker Glaube ins Wanken geraten. Die „Königstochter“ fing an, „jämmerlich zu weinen und zu klagen: ‚Ach! wenn ich meine Kugel wieder hätte!’“ (Froschkönig 2:1). Ja, zu Beginn merken manche Christen noch, dass sie vom Weg abgekommen sind. Sie verbringen weniger Zeit im Predigtdienst und versäumen einzelne Zusammenkünfte. Sie vermissen die erbauende Gemeinschaft. Sie merken zu spät, dass sie einen „Brunnen für Sünde und für Abscheuliches geöffnet“ hatten (Sach. 13:1).

Froschgleiche Propaganda

Der Teufel kann solche Momente der Schwäche nutzen, um jemanden auf seine Seite zu ziehen. Der Bericht sagt: „Wie sie so klagte, steckte ein Frosch seinen Kopf aus dem Wasser und sprach: ‚Königstochter, was jammerst du so erbärmlich?’“ (Froschkönig 2:3). Wenn man erst einmal begonnen hat, sich mit weltlicher Literatur zu befassen, stößt man schnell auf die Propaganda von Abtrünnigen, die in der Prophezeiung durch den Frosch dargestellt wird.

Auch der Apostel Johannes bezeichnet die Schriften der Abtrünnigen als „unreine inspirierte Äußerungen, die aussahen wie Frösche“ (Off. 16:13, 14). Er bezeichnet diese Frösche als „von Dämonen inspirierte Äußerungen“ und sagt über sie: „Sie ziehen aus zu den Königen“ (Off. 16:14). Ja, Abtrünnige versuchen durch ihre Propaganda sogar „Könige“, die Gesalbten, irrezuführen (Mat. 24:24). Wie viel imageweniger machen sie vor einer „Königstochter“ – einem Glied der „großen Volksmenge“ – Halt.

Die froschgleiche Propaganda der Abtrünnigen verspricht einem Trost. Sie möchte den falschen Eindruck erwecken, es sei nicht so schlimm, dass man die „goldene Kugel“, den kostbaren Glauben an die durch den ‚treuen Sklaven’ geoffenbarte Wahrheit, verloren hat. Wenn noch ein gewisser Respekt vor Jehovas irdischer Organisation vorhanden ist, wird man wie die Königstochter reagieren: „Ach, sagte sie, du garstiger Frosch, was kannst du mir helfen!“ (Froschkönig 2:5). Ja, es wäre die einzig weise Entscheidung, die froschgleichen Schriften der Abgefallenen entschieden von sich zu weisen.

Falsche Versprechungen

Diese Schriften erwecken den Eindruck, nur Gutes zu wollen. „Der Frosch sprach: ‚Deine Perlen, deine Edelgesteine und deine Kleider, die verlang ich nicht. … So will ich dir deine Kugel wiederbringen’“ (Froschkönig 2:6-8). Bücher von Abtrünnigen tun so, als ob sie einem den Glauben wiedergeben könnten. Einige versprechen einem, man könnte Gott gefallen, ohne sich dem ‚treuen und verständigen Sklaven’ zu unterwerfen.

In der Prophezeiung heißt es weiter: „Die Königstochter dachte, was schwätzt der einfältige Frosch wohl, der muß doch in seinem Wasser bleiben“ (Froschkönig 3:1). In ähnlicher Weise haben sich unvorsichtige Christen sich darauf eingelassen, Literatur von ‚einfältigen’ Abtrünnigen zu lesen, in der Annahme, dies könne ihnen nichts anhaben.

Weiter heißt es: „Der Frosch … hatte die Kugel im Maul und warf sie ans Land“ (Froschkönig 3:4). In Wirklichkeit handelte es sich natürlich um eine billige Fälschung der ursprünglichen „Kugel“, des kostbaren Glaubens, den die Königstochter aus den Schriften desimage ‚treuen und verständigen Sklaven’ erlangt hatte. Die froschgleiche Propaganda der Abtrünnigen verwendet ebenfalls Bibeltexte und erweckt den Eindruck, von Gott zu stammen. Doch sie stammt aus einem „anderen Brunnen“ (1. Mose 26:21).

Schließlich erinnerte sich die „Königstochter“, dass „der König sagte: ‚Was du versprochen hast, mußt du halten’“ (Froschkönig 4:2). Christen, die „auf Abwege geraten“ sind, erinnern sich manchmal an die Ermahnungen der gesalbten, künftigen Könige, das Taufgelübde zu halten (4. Mose 5:20). Ihr Gewissen regt sich, wenn sie beginnen, die froschgleiche Literatur von Abtrünnigen zu lesen.

Geistige Vergiftung

Moses hatte vorausgesagt: Frösche „werden gewiß … in dein inneres Schlafgemach und auf dein Ruhebett kommen“ (2. Mose 8:3). Auch der Psalmist schrieb über die Ägypter, dass Frösche „in den inneren Gemächern“ waren (Ps. 105:30).

Die Gebrüder Grimm sagten etwas Ähnliches vorher. Der Frosch sagte zur Königstochter: „Bring mich hinauf in dein Kämmerlein, mach dein Bettlein zurecht, da wollen wir uns hineinlegen“ (Froschkönig 4:5). Ja, wenn sie erst einmal ihr Gewissen beiseite geschoben haben, fangen viele unvorsichtige Christen an, die froschgleichen Bücher von Abtrünnigen im Bett zu lesen.

Durch die teuflische Propaganda vergiftet, hören diese ehemals wertvollen Glieder der Versammlung dann endgültig auf, die Zusammenkünfte zu besuchen und sich am Predigtdienst zu beteiligen. Dies ruft normalerweise die Ältesten auf den Plan, die imagegemäß den Regelungen des „Königs“, des ‚treuen und verständigen Sklaven’, für liebevolle Ermunterung sorgen: „Da ward der König zornig und befahl ihr bei seiner Ungnade, zu thun, was sie versprochen habe. Es half nichts, sie mußte thun, wie ihr Vater [d. h. die Organisation] wollte, aber sie war bitterböse in ihrem Herzen“ (Froschkönig 4:7).

Statt auf die liebevolle Ermahnung einzugehen, für die Jehovas irdische Organisation gesorgt hat, verhärten solche ehemaligen Christen ihr Herz, sie werden „bitterböse in ihrem Herzen“ (Heb. 3:8). Schließlich entwickeln sie „ein böses Herz des Unglaubens“ (Heb. 3:12). Sie fallen vom Glauben ab. Wenn sie nicht bereuen, sind sie für immer verloren. In Harmagedon werden sie zu „Dünger auf der Oberfläche des Erdbodens“ werden (Jer. 16:4).

Eine Hoffnung

Einige wenige schaffen es jedoch, häufig durch Hilfe ihrer treu gebliebenen Verwandten, zu Jehovas Organisation zurückzufinden. Sie machen es wie die Königstochter: „Sie packte den Frosch mit zwei Fingern und trug ihn hinauf in ihre Kammer, legte sich ins Bett und statt ihn neben sich zu legen, warf sie ihn bratsch! an die Wand; ‚da nun wirst du mich in Ruh lassen, du garstiger Frosch!’“  (Froschkönig 6:1). Wie einst die Epheser ‚tragen sie ihre Bücher zusammen und verbrennen sie’ (Apg. 19:19). Sie vernichten alle Literatur von Abgefallenen.

Was bedeuten die weiteren Worte der Prophezeiung? Die Gebrüder Grimm sagen: „Der Frosch fiel nicht todt herunter, sondern wie er herab auf das Bett kam, da wars ein schöner junger Prinz“ (Froschkönig 6:2). Erst nach dem Verbrennen der Bücher, wenn man vom teuflischen Geist befreit worden ist, kann man ihren unsichtbaren Autor erkennen: Der „Prinz“ ist niemand anders als der „Fürst der Finsternis“, der „Herrscher dieser Welt“ (Joh. 12:31).

Welch eine Freude ist es für die Verwandten eines Abtrünnigen, wenn dieser zur irdischen Organisation Jehovas zurückkehrt! Sie glichen vorher dem „Heinrich“ in der Prophezeiung, der „so betrübt [war] …, daß er drei eiserne Bande um sein Herz legen mußte, damit es vor Traurigkeit nicht zerspringe“  (Froschkönig 6:5). Doch nun sind sie außer sich vor Freude. Ihre Freude wurde in der Prophezeiung vorhergesagt: „’Heinrich, der Wagen bricht!’ – ‚Nein Herr, der Wagen nicht, es ist ein Band von meinem Herzen, das da lag in großen Schmerzen’“ (Froschkönig 6:9). Sie sind überglücklich, dass ihr Verwandter doch nicht zusammen mit den anderen „von Jehova Erschlagenen … von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde“ liegen wird, sondern mit ihnen in der verheißenen Neuen Welt leben darf (Jes. 25:33).

Möge die Prophezeiung vom Froschkönig allen Christen eine Ermunterung sein, „auf der Bahn zu bleiben“, die der durch den „König“ dargestellte „treue und verständige Sklave“ vorgibt! Hüten wir uns vor der froschgleichen Propaganda der Abtrünnigen, und behüten wir unsere „goldene Kugel“, den kostbaren Glauben, den wir durch den Wachtturm kennengelernt haben!


[1] Soweit nicht anders vermerkt, sind die Zitate in diesem Artikel der Ausgabe Kinder- und Hausmärchen, Band 1, 1. Auflage 1812 entnommen.

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