Christliche Ehescheidungen, die Jehova preisen

Nachdruck aus Erbrechet!, Juli 2008

„Gott führte eine Scheidung … herbei“ (1. Mose 1:4)

Die Verherrlichung Jehovas ist für alle, die ihn „mit Geist und Wahrheit“ anbeten wollen, von größter Bedeutung (Johannes 4:23, 24). Der Apostel Paulus schrieb daher an seine Glaubensbrüder im alten Korinth: „Ob ihr eßt oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Verherrlichung Gottes“ (1. Korinther 10:31). Bestimmt sollte auch ein christliches Ehepaar, das sich scheiden lassen will, sich bei den Scheidungsvorbereitungen von diesem Gedanken leiten lassen.

Der Stifter der Ehescheidung

Interessanterweise wird die Scheidung in der Bibel schon vor der Eheschließung erwähnt (1. Mose 1:4; 2:23). Das zeigt, wie wichtig diese Vorkehrung für den Schöpfer ist. Wir lesen: „Gott führte eine Scheidung zwischen dem Licht und der Finsternis herbei“ (1. Mose 1:4). Einige Verse später wird wiederum vorhergesagt, Gott werde eines Tages „zwischen dem Licht und der Finsternis eine Scheidung herbeiführen“ (1. Mose 1:18). Einige Bibelkommentatoren wenden diese Verse auf die Erschaffung von Tag und Nacht an, doch diese Erklärung ist nicht in Harmonie mit anderen Teilen der Bibel.

imageDer Apostel Paulus schrieb: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. … Welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? … Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen?“ (2. Korinther 6:14, 15). Die Bibel zeigt deutlich, dass Gläubige mit Ungläubigen keine Ehebündnisse eingehen dürfen. Wenn jedoch zwei Ungläubige heiraten und später einer von ihnen gläubig wird, also zum „Licht“ übergeht, dann würde Jehova eine „Scheidung zwischen dem Licht und der Finsternis“, d. h. zwischen dem gläubigen und dem ungläubigen Partner, herbeiführen.

Verschiedene Gefäße

Gleich im ersten Kapitel der Bibel finden wir noch einen weiteren Hinweis darauf, dass Ehescheidungen eine Vorkehrung Jehovas sind. Er gebot: „Es trete eine Scheidung ein zwischen den Wassern und den Wassern“
(1. Mose 1:6). In der Bibel werden Gefäße (mit Wasser) oft als Sinnbild für Menschen gebraucht, so wird bspw. Paulus als „ein auserwähltes Gefäß“ bezeichnet oder Frauen als ‚schwächeres Gefäß’ (Apostelgeschichte 9:15; 1. Petrus 3:7). Die „Scheidung … zwischen den Wassern und den Wassern“ bezieht sich also auf die Ehescheidung eines Gläubigen, der „ein Gefäß für einen ehrenhaften Zweck“ geworden ist, von seinem ungläubigen Partner, der weiterhin ein Gefäß „zu einem unehrenhaften Zweck“ bleibt (2. Timotheus 2:20, 21). image

Eine Scheidung ist aber nicht nur dann angebracht, wenn einer der beiden Partner ungläubig ist. Gottes Sohn machte deutlich, dass auch gläubige Ehepaare nicht für immer zusammenbleiben sollten. Er sagte über sich selbst: „Er wird die Menschen voneinander trennen“ (Matthäus 25:32). Bei einer anderen Gelegenheit erklärte er: „Ich bin gekommen, um zu entzweien“ (Matthäus 10:35). Er machte auch deutlich, dass niemand „ein Sklave zweier Herren sein“ kann (Matthäus 6:24). Da verheiratete Frauen unter dem „Gesetz ihres Mannes“ stehen und diesen als ‚Herrn’ betrachten müssen, ist eine Scheidung die einzige Möglichkeit, statt dessen das „Gesetz des Christus“ und Jesus als Herrn anzunehmen (Römer 7:2; 1. Petrus 3:6; Galater 6:2).

Der Prophet Esra lenkte die Aufmerksamkeit ebenfalls auf Jehovas Vorkehrung der Ehescheidung. Wie reagierte er, als er bemerkte, dass viele Israeliten verheiratet waren? Er berichtet selbst: „Ich begann, mir Haare vom Kopf und aus dem Bart zu raufen, und ich blieb betäubt sitzen“ (Esra 9:3). Nachdem er den Fürsten den Standpunkt Jehovas deutlich gemacht hatte, erklärten diese: „Wir haben gegenüber unserem Gott treulos gehandelt. … Laß uns einen Bund mit unserem Gott schließen, daß wir alle Frauen … fortschicken gemäß dem Rat Jehovas“ (Esra 10:2, 3).

Falsche Lehren

imageDurch falsche Lehren von Religionsorganisationen, die nicht Gottes Geist haben, wurde diese liebevolle Vorkehrung Jehovas lange Zeit nicht richtig verstanden. Viele Namenschristen führen oft die Worte des Propheten Maleachi an: „’Er hat Ehescheidung gehaßt’, hat Jehova, der Gott Israels, gesprochen“ (Maleachi 2:16). Doch es wäre ein Widerspruch, wenn Gott eine Vorkehrung wirklich ‚hassen’ würde, die er selbst ins Leben gerufen hat.

Vielmehr trifft auf diese Aussage das zu, was in dem Werk Einsichten über die Heilige Schrift gesagt wird: „Die Bibel gebraucht das Wort ‚hassen’ auch im Sinne von weniger lieben“ (Band 1, Seite 1064). Jesus sagte, man müsse „seine eigene Seele“ hassen; er meinte damit, dass man ihn mehr lieben muss als sich selbst (Lukas 14:26). Und Jakob hat Lea „gehaßt“, d. h. er liebte sie weniger als Rahel (1. Mose 29:31). In gleicher Weise ist Ehescheidung in Jehovas Augen nur die zweitbeste Möglichkeit. Dass er „Ehescheidung gehaßt" hat bedeutet, dass es ihm lieber wäre, die Menschen würden erst gar nicht heiraten. Daher fordert er seine Diener auf: „Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten“ (1. Korinther 7:29). Am besten kann man dieser Aufforderung natürlich durch eine Scheidung nachkommen.

Worauf kommt es an?

Da „Geld zum Schutz dient“, sollte man diesem Thema besondere Aufmerksamkeit widmen (Prediger 7:12). Nachdem ‚der Segen Jehovas reich macht’, könnte – bei einer Scheidung eines gläubigen und eines ungläubigen Partners – der Ungläubige übertriebene Forderungen stellen (Sprüche 10:22). Wenn das auf uns zutrifft, könnte man über das Beispiel der armen Witwe aus Matthäus 12:42 sprechen. Wenn schon „zwei kleine Münzen von ganz geringem Wert“ ausreichten, um das Herz Jehovas zu erfreuen, sollte man bei einer Scheidung auch mit weniger zufrieden sein. Fordert unser Partner mehr Geld von uns, könnten wir ihm die Worte des Apostels Paulus vorlesen: „Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, … haben [sie] sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt“ (1. Timotheus 6:10).

Wenn bei der Eheschließung ein Brautpreis gezahlt wurde, sollte bei der Scheidung ein Teilbetrag zurückgezahlt werden. Die Grundsätze aus dem Artikel „Einen angemessenen Brautpreis aushandeln“ im Wachtturm vom 15. September 1998 gelten auch bei der Festlegung der Rückzahlung. Selbstverständlich spielen auch das Alter und das derzeitige Aussehen der ehemaligen Braut eine Rolle.

imageZweifellos wäre es angebracht, dieses besondere Ereignis mit einer Feier zu begehen. Alle, auch der (dann Ex-)Partner, sollten über den genauen Zeitpunkt und den genauen Ort der Feier unterrichtet werden. Die richtige Art Speisen sowie ausreichend Wein sollten beschafft und bereitgestellt werden. Es könnte passend sein, gemeinsam das Königreichslied Nr. 62 („Wem gehören wir?“) zu singen.

Christliches Benehmen

Bestimmt sollten Christen bei dieser Gelegenheit dem Beispiel Jesu folgen, der selbst Wein trank und gebot: „Tut dies immer wieder“ (1. Korinther 11:25; siehe auch 1. Timotheus 5:23). Der Morgen nach der Feier wäre eine gute Gelegenheit, den Schöpfer nachzuahmen und „vom Schlaf zu erwachen, wie ein Mächtiger, der sich vom Wein ernüchtert“ (Psalm 78:65).

Was sollte man nach der Scheidung tun? Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1997 wurde gesagt, „jetzt sei nicht die Zeit, bittere Tränen zu vergießen, sondern aufzubauen und die neugewonnene Freiheit weise zu nutzen. Beispielsweise könne man Pionier werden“ (Seite 115). Und im Erwachet! vom 22. Mai 1995 wurde erklärt: „Tabakfirmen … möchten Frauen helfen, ihre neugewonnene Freiheit und ihren Wohlstand zu genießen“ (Seite 3). Warum also nicht mit dem Pionierdienst oder dem Rauchen anfangen?

Wenn wir unseren Ehepartner lieben, wird es uns möglicherweise schwerfallen, dem Gebot Jehovas in Bezug auf Ehescheidung nachzukommen. Doch wir können sicher sein, dass es das Beste für uns ist, ihm zu gehorchen.

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