Der Wachtturm und der 1. April

Erweiterter Nachdruck aus Erbrechet!, April 2010

Aprilscherze haben unter Jehovas Zeugen eine lange Tradition. Schon für den 1. April 1921 kündigten zwei Bibelforscher in Deutschland einen Vortrag an mit dem Titel „Die Welt ist am Ende – Millionen jetzt Lebender werden niemals sterben!“ Die meisten Einwohner merkten jedoch, dass es sich um einen Aprilscherz handelte, und blieben zu Hause (siehe Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1974, Seite 89).

Im Lauf der Jahre wurden in den Wachtturm-Ausgaben vom 1. April viele weitere Falschmeldungen abgedruckt. Nachfolgend eine Aufstellung der besten Aprilscherze:

„Daß es heute auf der Erde einen ‚treuen und verständigen Sklaven‘ gibt, der ‚über alle irdischen Interessen Jesu’ gesetzt ist und mit der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas verbunden ist. … Daß das Jahr 1914 durch das Ende der Zeiten der Nationen und die Aufrichtung des Königreiches Gottes im Himmel sowie durch die Zeit für Christi vorhergesagte Gegenwart gekennzeichnet ist. … Daß nur 144 000 Christen den himmlischen Lohn empfangen werden. … Daß Harmagedon, das sich auf die Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, bezieht, nahe ist“ – Der Wachtturm, 1. April 1986, Seite 31.

„Es war … passend, daß sich Gottes Volk zu Gottes bestimmter Zeit dafür eignete, diesen von ihm bestimmten Namen zu tragen – ‚Jehovas Zeugen‘“ – Der Wachtturm, 1. April 1988, Seite 24.

„Daher schließen … [die] symbolischen Pferde … die abnehmende Zahl der Gesalbten ein“ – Der Wachtturm, 1. April 1989, Seite 19.

„Gottes Wort ist Wahrheit“ – Der Wachtturm, 1. April 1990, Seite 11.

„Bald wird das Königreich in Harmagedon die scheinbar stabile menschliche Gesellschaft, die Satan aufgebaut hat (die Erde), beseitigen und die rebellische Menschheit (das Meer) aus dem Dasein auslöschen“ – Der Wachtturm, 1. April 1990, Seite 31.

„Nicht nur diejenigen, die das Ende der gegenwärtigen Welt überleben, und Kinder, die in der neuen Welt geboren werden mögen, werden noch belehrt werden müssen, sondern auch die Milliarden, die durch die Auferstehung wieder zum Leben kommen“ – Der Wachtturm, 1. April 1992, Seite 12.

„Bei einer Talk-Show im deutschen Fernsehen erzählten Abtrünnige lauter Lügen über Jehovas Zeugen. Ein Zuschauer erkannte jedoch, daß ihr Lügengespinst ein pures Phantasieprodukt war, und nahm daraufhin sein Bibelstudium mit den Zeugen wieder auf“ – Der Wachtturm, 1. April 1995, Seite 29.

„Auf Grund ihres Studiums der biblischen Prophezeiungen konnte diese Gruppe schon mehr als 30 Jahre im voraus darauf hinweisen, daß das Jahr 1914 durch das Ende der ‚bestimmten Zeiten der Nationen‘ gekennzeichnet sein würde, das Ende eines Zeitabschnitts von ‚sieben Zeiten‘ oder 2 520 Jahren, der mit der Zerstörung Jerusalems im Jahr 607 v. u. Z. begonnen hatte” – Der Wachtturm, 1. April 1996, Seite 16.

„Jetzt ist die Zeit, den Willen Gottes kennenzulernen und entschlossen in Übereinstimmung damit zu leben. Dann kannst du zusammen mit Millionen anderen, die bereits den Willen Gottes tun, für immer im Paradies auf der Erde leben“ – Der Wachtturm, 1. April 1999, Seite 19.

„Tatsächlich verbreiten Jehovas Zeugen die Botschaft der Wahrheit“ – Der Wachtturm, 1. April 2000, Seite 11.

„Trotz jahrhundertelangen Einflusses von abtrünnigen Lehren gewinnt Gottes Wort heute die Oberhand. Die gute Botschaft wird überall verkündigt, und Menschen werden auf die Hoffnung hingewiesen, daß eine wunderschöne neue Welt bevorsteht“ – Der Wachtturm, 1. April 2001, Seite 15.

„Wir hegen die wunderbare Hoffnung, ewig im Paradies zu leben“ – Der Wachtturm, 1. April 2004, Seite 14.

„Als der Krieg 1945 endete, … erzählte mir [Mutter] dann immer, was sie im Vortrag gehört hatte, und von Zeit zu Zeit machte sie mir deutlich, dass Harmagedon sehr nahe ist“ – Der Wachtturm, 1. April 2006, Seite 13.

„Wie sich eine Mutter darum kümmert, dass ihr Kind genügend zu essen bekommt und gut versorgt ist, so sorgt der ‚treue und verständige Sklave‘ großzügig für zeitgemäße geistige Speise“ – Der Wachtturm, 1. April 2006, Seite 24.

„Wer … Hurerei treibt, sündigt“ – Der Wachtturm, 1. April 2007, Seite 5.

„Harmagedon oder Armageddon wird auch als der ‚Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen‘ bezeichnet. In diesem Krieg wird Jehova durch seinen Sohn, Jesus Christus, eine Streitmacht von Engeln aufbieten, die gegen die vereinten Streitkräfte aller bösen Herrscher der Erde kämpfen werden“ – Der Wachtturm, 1. April 2008, Seite 31.

Gott hat seinen Sohn als Erlöser gesandt. Er sollte uns den Weg frei machen, damit wir einmal ewig im Paradies auf der Erde leben können – Der Wachtturm, 1. April 2012, Seite 8

Der Wachtturm ist jedoch nicht die einzige Veröffentlichung der Zeugen Jehovas, in der regelmäßig Aprilscherze zu lesen sind. Besonders hervorgetan beim Abdrucken von Falschmeldungen am 1. April hat sich das Goldene Zeitalter, das von 1919 bis 1937 herausgegeben wurde. Hier einige der besten Aprilscherze aus dieser Zeitschrift:

„Die Herzen der Menschen schlagen jetzt schneller als früher. Es gab eine Zeit, wo das normale Herz 65-75 Schläge in der Minute tat, aber heute schlägt das Herz durchschnittlich zehn oder oft noch mehr Schläge mehr“ – Das Goldene Zeitalter, 1. April 1924.

„Es dürfte uns nicht überraschen, wenn in naher Zukunft eine Methode zur Absonderung der Elektrizität aus der Luft entdeckt würde. … Man denke sich ein Automobil oder einen Aeroplan mit einem Mechanismus ausgerüstet, der elektrische Kraft aus der ihn umgebenden Luft zu erzeugen vermag! Man denke sich all die Maschinen und Fahrzeuge, die jetzt mit Benzin oder Dampf betrieben werden, durch andere von autoelektrischer Natur ersetzt! Wieviel weniger Unglücksfälle und Versagen der Motoren würde es geben! Auch der menschliche Organismus würde durch sanfte elektrische Strömungen im Verein mit einer Nahrung, die gereinigter, vollständig keimfreier und gekräftigter Boden hervorgebracht hat, gestärkt werden“ – Das Goldene Zeitalter, 1. April 1925,

„Vergangenheit und Gegenwart ist Tod, Zukunft ist Leben. … Also die Gegenwart heißt: Ich bin krank! – Bekenne dich zu dieser Gegenwart, und du bist bereits unheilbar. … Bände von Beispielen ließen sich füllen über Erlebnisse, die auch dem blödesten Auge zeigen, welcher Anteil an den gewaltigsten kosmischen Kräften, die das Weltall erfüllen, in ihm selber der Inbetriebnahme harrt“ – Das Goldene Zeitalter, 1. April 1927.

„Der Teufel natürlich ist ein schlechter Berater; trotzdem hat sich die große Linie der Wirtschaftspolitik stets nach seinen Wünschen gerichtet. Es ist sein Geist, der die heutige Wirtschaftsform beseelt. … Inzwischen aber: Man gebe nicht den Maschinen die Schuld. Sie haben sie nicht“ – Das Goldene Zeitalter, 1. April 1932.

„Die Lieder, die die Menschen zu hören wünschen, sind schöne liebliche Melodien. Sie wollen keinen Jazz“ – Das Goldene Zeitalter, 1. April 1933.

 

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