Die Vereinten Nationen – eine Verschwörung gegen Gott?

Gemäß der Ansicht der Zeugen Jehovas und anderer Fanatiker leben wir heute „in der Zeit der größten internationalen Verschwörung der ganzen Menschheitsgeschichte, in der Zeit der Vereinten Nationen“ (Der Wachtturm, 1. Februar 1980, Seite 19). Wie sie sagen, sind „die Vereinten Nationen … in Wirklichkeit eine Weltverschwörung gegen Gott“ (Der Wachtturm, 1. September 1987, Seite 20). Ist das zutreffend?

Zu den bekanntesten „Errungenschaften“ der Vereinten Nationen gehört die sogenannte „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, die 1948 verkündet wurde. Für Christen jedoch ist natürlich die Bibel der alleinige Maßstab, und „in der Bibel wird berichtet, wie Gott mit den Menschen gehandelt hat. Allerdings ist der Ausdruck ‚Menschenrechte‘ darin nicht zu finden“ (Erwachet!, 8. Dezember 1979, Seite 12). Wieso nicht? Sind die sogenannten „Menschenrechte“ überhaupt mit Gottes Grundsätzen vereinbar? Um das herauszufinden, werden wir eine Anzahl dieser „Menschenrechte“ untersuchen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte widerspricht gleich zu Beginn der Bibel, wenn es dort heißt: „Alle Menschen sind frei … geboren“ (Artikel 1). Erforscher des Wortes Gottes wissen hingegen, dass alle Menschen „in die ‚Sklaverei des Verderbens‘ geboren“ wurden (Der Wachtturm, 1. Juli 1980, Seite 20). König David war sich dessen bewusst und sagte: „Ich bin verstrickt in Verfehlung und Schuld seit meine Mutter mich empfangen und geboren hat“ (Psalm 51:7, Gute Nachricht).

Weiter heißt es in der Erklärung: „Alle Menschen … sind mit Vernunft und Gewissen begabt“ (Artikel 1). Dies widerspricht der Bibel, die deutlich zeigt, dass viele Menschen „sich als vernunftlos und dumm“ erweisen (Jeremia 10:8). Gottes Wort sagt sogar: „Jeder Mensch hat sich … vernunftlos benommen“ (Jeremia 10:14). Auch Petrus schrieb, dass die meisten Menschen „vernunftlosen Tieren“ gleichen (2. Petrus 2:12).

In Ihrer Verachtung der göttlichen Maßstäbe gehen die Vereinten Nationen noch weiter und erklären: „Jeder hat das Recht auf Leben“ (Artikel 3). Gemäß der Bibel hingegen „haben alle Menschen den Tod verdient“; wie der Apostel Paulus schrieb, „sind sie alle dem Tod ausgeliefert“ (Der Wachtturm, 15. September 2007, Seite 23; Römer 5:12, Hoffnung für Alle). „Nur durch Gottes unverdiente Güte und Barmherzigkeit werden überhaupt Menschen Leben erlangen“ (Der Wachtturm, 1. März 1971, Seite 134).

Im nächsten Artikel heißt es: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten“ (Artikel 4). Auch diese These steht im krassen Widerspruch zu Gottes Wort, der schon in alter Zeit seinem Volk gebot: „Kauft eure Sklaven und Sklavinnen aus euren Nachbarvölkern. Auch die Kinder der bei euch lebenden Ausländer dürft ihr kaufen und deren Nachkommen, die in eurem Land geboren sind. Sie sollen euch für immer gehören und ihr dürft sie euren Kindern als bleibenden Besitz vererben. Ihr dürft sie zu Sklavenarbeit einsetzen“ (3. Mose 44:44-46, Neues Leben). Auch die Versklavung Einheimischer war von Gott vorgesehen; beispielsweise konnte ein israelitischer Mann „seine Tochter als Sklavin verkaufen“, wenn der Käufer bereit war, „das Geld gemäß dem für Jungfrauen festgesetzten Kaufpreis“ zu bezahlen (2. Mose 21:7; 22:17).

Jesus Christus zeigte ebenfalls, das die Sklaverei zu Gottes Vorsatz gehört, als er seine Jünger lehrte: „Wenn einer von euch einen Sklaven hat … wird er zu ihm sagen: ‚Mach das Abendessen fertig, binde dir eine Schürze um und bediene mich am Tisch!‘ … Bedankt er sich vielleicht bei seinem Sklaven, dass er das Befohlene getan hat?“ (Lukas 17:7-9, Neue evangelistische Übersetzung). Sogar im Neuen Jerusalem, der künftigen göttlichen Regierung, wird Gott „Sklaven“ halten, die ihm „Dienst darbringen“ (Offenbarung 22:3).

Ein anderer Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte widerspricht zwar nicht direkt der Bibel, wohl aber der Verfahrensweise von „Gottes Organisation“ (Der Wachtturm, 15. Mai 2003, Seite 10). Es wird gesagt: „Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren … nachgewiesen ist“ (Artikel 11). Wenn jedoch ein Zeuge Jehovas „einer strafbaren Handlung“, d. h. einer Sünde, beschuldigt wird, findet kein ‚öffentliches Verfahren‘ statt. Der Beschuldigte steht dem aus drei Ältesten bestehenden Rechtskomitee gegenüber (das Ankläger und Richter zugleich ist); ggf. geladene „Zeugen sollten weder Einzelheiten erfahren noch Aussagen anderer Zeugen hören. Beobachter zur moralischen Unterstützung dürfen nicht anwesend sein. Aufnahmegeräte sind nicht erlaubt“; auch die Aussagen der Zeugen „dürfen von keinem Unbefugten mit- oder abgehört werden“ („Hütet die Herde Gottes“, Seite 90). Wird der Beschuldigte verurteilt und aus der Versammlung ausgeschlossen, wird der Grund dafür nicht bekanntgegeben; es wird lediglich gesagt, dass er ‚kein Zeuge Jehovas mehr ist‘ (Seite 101).

Die Vereinten Nationen postulieren auch: „Jeder hat das Recht, sich … frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen“ (Artikel 13). Auch diese Idee widerspricht Gottes Vorsatz. In Übereinstimmung mit seinen Maßstäben muss alles „nach Anordnung geschehen“, nicht nach freier Entscheidung von Individuen (1. Korinther 14:40). Deshalb erklärten Jehovas Zeugen: „Wo werden wir in dem zukünftigen Paradies leben? Nun, es ist ganz gut möglich, daß uns ein Wohnort zugewiesen wird, statt daß wir ihn uns selbst aussuchen können“ (Der Wachtturm, 15. September 1975, Seite 572).

Im krassen Widerspruch zu göttlichen Geboten steht auch diese Aussage: „Heiratsfähige Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund … der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen“ (Artikel 16). Sie widerspricht Gottes Prinzipien gleich in zweifacher Hinsicht. Zum einen stellt die „Religion“ in Gottes Augen sehr wohl eine „Beschränkung“ dar, denn seine Anbeter dürfen „nur im Herrn“ heiraten (1. Korinther 7:39). Es kann ganz klar gesagt werden: „Heiratest du einen Andersgläubigen, missachtest du … Jehovas Maßstäbe“ (Erwachet!, 22. November 2005, Seite 23). Zum anderen kennt die Bibel eine weitere „Beschränkung“ des Rechts, „zu heiraten und eine Familie zu gründen“. Jesus sagte nämlich deutlich: „Wer eine Geschiedene heiratet, begeht Ehebruch“, und „Ehebruch war eine schwere Sünde, die gemäß Gottes Gesetz mit dem Tod bestraft werden sollte“ (Matthäus 5:32; Der Wachtturm, 15. März 1986, Seite 31).

Die Vereinten Nationen fügen sogar noch eine weitere Gotteslästerung hinzu, indem sie behaupten: „Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden“ (Artikel 16). Das war unter Gottes Gesetz ganz anders; damals konnte ein Mann eine Jungfrau „für den Kaufpreis für sich als Frau erwerben“; der Verhandlungspartner war „ihr Vater“, nicht die Frau selbst (2. Mose 22:16, 17). Heutzutage ist es zwar in manchen Ländern „üblich, … daß junge Menschen miteinander gehen und sich ihren Ehepartner selbst wählen“, doch Gottes Volk weist immer wieder darauf hin, „daß es in anderen Ländern nicht so ist“ und dass viele Menschen „feste Bekanntschaften und Partnerwahl unter jungen Leuten unvernünftig oder sogar anstößig finden“; ein Mädchen sagte unter dem Einfluss der göttlichen Weisheit: „Ich finde es so wichtig, daß ich den richtigen Mann heirate. Ich könnte leicht einen Fehler machen, wenn ich ihn mir selbst suchen müßte“ (Mache deine Jugend zu einem Erfolg, Seiten 142, 143).

Besonders deutlich erkennbar ist der Widerspruch zwischen biblischen Grundsätzen und der folgenden Behauptung: „Jeder hat das Recht auf Gedanken- … und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion … durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen“ (Artikel 18). Könnte es eine größere Lästerung geben? Gott gebot seinem Volk: „Du sollst keine anderen Götter wider mein Angesicht haben“ (2. Mose 20:3). Er fügte hinzu: „Falls in deiner Mitte … [jemand] hingegangen wäre und andere Götter anbetete …. so sollst du jenen Mann oder jene Frau, die diese böse Sache getan hat, zu deinen Toren hinausbringen, ja den Mann oder die Frau, und du sollst einen solchen mit Steinen steinigen, und ein solcher soll sterben“ (5. Mose 17:2-5). In Bezug auf die Anbeter anderer Götter befahl er: „Du sollst ihre Namen unter den Himmeln hinweg vernichten … bis du sie ausgerottet hast“ (5. Mose 7:24). Ohne Zweifel ist Religionsfreiheit eine Abscheulichkeit in den Augen Jehovas. Das Gleiche gilt für Gedankenfreiheit; Anbeter Gottes müssen vielmehr „jeden Gedanken gefangen[nehmen], um ihn dem Christus gehorsam zu machen“ (2. Korinther 10:5).

Thematisch verwandt ist der nächste Artikel: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art … Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten“ (Artikel 19). Unter Gottes Herrschaft darf man seine Meinung jedoch nur sagen, wenn sie mit der offiziellen Lehre übereinstimmt; der Apostel Johannes schrieb deswegen: „Sollte … jemand zu euch kommen, der euch etwas anderes erzählen will, den nehmt nicht bei euch auf und wünscht ihm auch nicht Gottes Segen. Denn wer diesen Verführern auch nur Gutes wünscht, … macht sich mitschuldig“ (2. Johannes 10, 11, Hoffnung für Alle).

Während die Vereinten Nationen jedermann erlauben, „Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten“, fordert Gottes Organisation, das Gedankengut ehemaliger Mitglieder zu meiden (Der Wachtturm, 1. September 2009, Seite 18). Über jemanden, der von seinem sogenannten „Recht auf freie Meinungsäußerung“ Gebrauch macht, wird gesagt: „Wir würden sie weder in unser Haus aufnehmen noch grüßen. Genauso wenig würden wir ihre Schriften lesen, uns Fernsehsendungen anschauen, in denen sie auftreten, ihre Internetseiten lesen oder Kommentare dazu in ihre Blogs schreiben“ (Der Wachtturm, 15. Juli 2011, Seite 16).

Zu den sogenannten „Menschenrechten“ gehört auch die Demokratie: „Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt“ (Artikel 21). Früher wurden auch „die Versammlungen der Bibelforscher auf demokratische Weise geleitet. … Doch im Jahre 1938 erkannten Jehovas Zeugen, daß diese demokratische Einrichtung nicht durch die Bibel gestützt wurde. Sie entsprach nicht der theokratischen Ordnung, in der Gott herrscht, der Herrschaft von oben nach unten, sondern der Menschenherrschaft, der Herrschaft von unten nach oben“ (Der Wachtturm, 15. Mai 1982, Seiten 24, 26). „Die Bibel beschreibt Gottes Regierung als eine himmlische Monarchie“, in der Gott als absolutistischer Diktator regiert, sich mit treu ergebenen Gefolgsleuten umgibt und Andersdenkende beseitigt (Erwachet!, 22. Oktober 1992, Seite 6; 2. Thessalonicher 1:8).

Die Vereinten Nationen missachten auch Gottes Moralvorstellungen und fordern: „Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz“ (Artikel 25). Im Widerspruch dazu lautet Gottes Gebot: „Einer, dessen Eltern nicht verheiratet waren, muss der Versammlung … fernbleiben. Auch seine Nachkommen dürfen nicht dabei sein, selbst zehn Generationen später nicht. Für immer ausgeschlossen sind auch alle, die ammonitische oder moabitische Vorfahren haben“ (5. Mose 23:3, 4, Hoffnung für Alle).

Zusammenfassend kann man sagen: Viele der sogenannten „Menschenrechte“, die von den Vereinten Nationen propagiert werden, sind mit göttlichen Grundsätzen völlig unvereinbar. „Diese Organisation ist in den Augen Gottes eine kolossale Weltverschwörung“ (Der Wachtturm, 1. April 1987, Seite 19). Der wahre Gott wird ihre Pläne vereiteln, und die „Menschenrechte“ werden ein für alle Mal der Vergangenheit angehören!

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