Die Sklaverei – ein Segen

Nachdruck aus Erbrechet!, Januar 2010

„Wärst du überrascht, wenn du erfahren würdest, daß Gottes Wort, die Bibel, eine gewisse Form der Sklaverei empfiehlt?“ (Der Wachtturm, 15. April 1970, Seite 253)

Unter dem Einfluss der abtrünnigen Christenheit ist die Sklaverei heute weitgehend verschwunden. Aber ist diese Entwicklung mit dem Willen Gottes in Übereinstimmung? Unter der Überschrift „Eine glückliche, blühende Nation unter Gottes Gesetz“ schrieb der Wachtturm schon vor Jahrzehnten: „Wenn wir … die Gesetze über die Sklaverei in Israel untersuchen, stellen wir fest, daß die Sklaverei unter den Israeliten ein Segen war“ (Ausgabe vom 15. September 1970, Seite 561).

Sklaverei in Israel

Tatsächlich war die Sklaverei in dem Gesetz, das Gott den Israeliten gab, klar geregelt. Jehova erklärte seinen Dienern: „Was deinen Sklaven und deine Sklavin betrifft, die dein werden, von den Nationen, die rings um euch sind, von ihnen dürft ihr einen Sklaven und eine Sklavin kaufen. Und auch von den Söhnen imageder Ansiedler, die als Fremdlinge bei euch weilen, von ihnen könnt ihr kaufen und von ihren Familien, die sich bei euch befinden, die ihnen in eurem Land geboren worden sind; und sie sollen euch als Besitz gehören. Und ihr sollt sie als Erbe auf eure Söhne nach euch übergehen lassen, als ein Erbbesitz auf unabsehbare Zeit. Ihr könnt sie als Arbeiter gebrauchen“ (3. Mose 25:44-46).

imageDie Israeliten durften nicht nur Ausländer kaufen. In Bezug auf israelitische Sklaven gebot Jehova: „Falls du einen hebräischen Sklaven kaufen solltest, wird er sechs Jahre Sklave sein. … Wenn sein Herr ihm eine Frau geben sollte, und sie gebiert ihm tatsächlich Söhne oder Töchter, so werden die Frau und ihre Kinder ihrem Herrn gehören“ (2. Mose 21:2, 4). Im Gegensatz zu Ausländern wurden männliche jüdische Sklaven nicht über Generationen hinweg vererbt, sondern konnten nach ein paar Jahren freikommen, wenn sie bereit waren, ihre Frau und ihre Kinder zurückzulassen.

Für Frauen galt diese Sonderregelung allerdings nicht. „Falls ein Mann seine Tochter als Sklavin verkaufen sollte, wird sie nicht in der Weise frei ausgehen, wie männliche Sklaven ausgehen“ (2. Mose 21:7). Frauen galten damals ohnehin nicht als eigenständige Personen. Unverheiratete Frauen betrachtete imageman als Besitz ihrer Väter, verheiratete Frauen als Besitz ihrer Ehemänner. Daher konnte der Besitzer einer Sklavin diese nicht einfach „freilassen“, denn freie Frauen passten nicht in die israelitische Gesellschaft. Der Besitzer einer Sklavin musste diese entweder zur Nebenfrau nehmen oder sie an einen Juden verkaufen (2. Mose 21:8).

Wollte ein Israelit eine Frau, die nicht bereits seine Sklavin war, heiraten, musste er sie ihrem Besitzer abkaufen. Gemäß dem göttlichen Gesetz musste er sie „für den Kaufpreis für sich als Frau erwerben“ und „das Geld gemäß dem für Jungfrauen festgesetzten Kaufpreis auszahlen“ (2. Mose 22:16, 17). Der Preis für eine Jungfrau war also staatlich festgelegt, ähnlich wie dies im Kommunismus für Lebensmittel der Fall war.

Nur Arbeitnehmer?

Manche sind der Ansicht, die Sklaven in Israel seien gar keine richtigen Sklaven gewesen, sondern eine Art Arbeitnehmer. Doch diese Behauptung wird nicht von der Bibel gestützt. In den Zehn Geboten heißt es: „Du sollst nicht das Haus deines Mitmenschen begehren. Du sollst nicht die Frau deines Mitmenschen begehren noch seinen Sklaven, noch seine Sklavin, noch seinen Stier, noch seinen Esel, noch irgend etwas, was deinem Mitmenschen gehört“ (2. Mose 20:17). Ehefrauen, Sklaven und Sklavinnen standen also auf einer Stufe mit Häusern, Stieren, Eseln und sonstigen Besitztümern.

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Ein Unternehmer, der seine Arbeitnehmer so schlägt, dass sie am nächsten Tag sterben, würde in unserer Zeit wegen Totschlags verhaftet werden. Aber den Israeliten gebot Jehova: „Schlägt ein Herr seinen Sklaven mit einem Stock so sehr, dass er auf der Stelle stirbt, muss der Besitzer bestraft werden. Bleibt der Sklave aber noch ein bis zwei Tage am Leben, soll der Besitzer nicht bestraft werden; der Verlust seines Eigentums ist Strafe genug. Dasselbe gilt für Sklavinnen“ (2. Mose 21:20, 21, Hoffnung für Alle). Wer seine Sklavin so misshandelte, dass sie am nächsten Tag starb, galt als unschuldig. Auch diese Regelung zeigt, dass die Sklaven in Israel nicht mit Arbeitnehmern zu vergleichen waren.

Sklaverei durch Christus abgeschafft?

Einige mögen einwenden, dass das mosaische Gesetz von Jesus abgeschafft wurde und nicht mehr gilt. Das stimmt zwar, aber wurde damit auch die Sklaverei abgeschafft? Nein, denn wie das Blutverbot, so bestand auch die Sklaverei bereits vor dem Gesetzesbund. Schon Abraham, ein Mann des Glaubens, besaß „in seinem Haus geborene Sklaven“ (1. Mose 14:14). Die Sklaverei kam nicht mit dem mosaischen Gesetz ins Dasein; somit wurde sie auch nicht mit diesem abgeschafft.

Wie der Philosoph Joachim Kahl schreibt, wurde bereits rund 200 Jahre vor Christus „in einigen griechischen Sozialutopien … eine sklavenfreie Menschheit für möglich gehalten“ (Das Elend des Christentums, Seite 22). imageDoch Jesus Christus, der Sohn Gottes, ging mit keinem Wort darauf ein. Er bezeichnete sich selbst als „mehr als Salomo“ (Lukas 11:31). Sein großes Vorbild, König Salomo, hob Menschen „fortgesetzt zu sklavischer Zwangsarbeit aus“ (1. Könige 9:21).

Daher unterstützte auch Jesus die Sklaverei und lehrte seine Jünger: „Wer von euch, der einen Sklaven hat, der pflügt oder auf die Herde achtgibt, wird zu ihm sagen, wenn er vom Feld heimkommt: ‚Komm gleich her, und leg dich zu Tisch.‘? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: ‚Mache mir etwas zum Abendessen bereit, und bind dir eine Schürze um, und bedien mich, bis ich gegessen und getrunken habe, und danach kannst du essen und trinken.‘? Er wird sich dem Sklaven gegenüber doch nicht etwa zu Dank verpflichtet fühlen, weil er die ihm aufgetragenen Dinge getan hat?“ (Lukas 17:7-9).

Christen und Sklaverei

Jesus war also damit einverstanden, dass seine Jünger Sklaven hielten und diese ausbeuteten. Einige Jahre später bestätigte der Apostel Paulus diese Haltung, als der entlaufene Sklave Onesimus zu ihm kam. Obwohl sein Besitzer ein Christ war, lief Onesimus von ihm weg – offenbar wurde er von Philemon schlecht behandelt. Vielleicht hoffte er, dass Paulus sich gegen die Sklaverei aussprechen würde.

Doch Paulus wusste, dass Gott selbst Sklaven hat (Offenbarung 1:1; Matthäus 21:35). Auch forderte er Christen auf: „Werdet Nachahmer Gottes“ (Epheser 5:1). Daher machte er Onesimus zum Christen und schickte ihn dann zu seinem Eigentümer zurück. Im Wachtturm heißt es dazu „Dem inhaftierten Apostel war Onesimus sehr nützlich gewesen. Tatsächlich hätte ihn Paulus gern behalten, doch das wäre nicht nur gesetzwidrig gewesen, sondern hätte auch gegen die Rechte Philemons verstoßen“ (Ausgabe vom 15. Januar 1998, Seite 30). Paulus respektierte die göttliche Vorkehrung der Sklaverei und das Eigentumsrecht Philemons an Onesimus.

Der bereits erwähnte Philosoph Joachim Kahl fasst die Haltung der ersten Christen zur Sklaverei gut zusammen: „Das Neue Testament polemisiert zwar in scharfen Worten gegen Beischlaf ohne Lizenz, gegen Homosexualität, gegen kurze Haare bei Frauen. Dass aber unzählige Menschen als lebendige Arbeitsgeräte von wenigen anderen ausgebeutet und als Waren verhökert werden, wird nicht angeprangert oder imagegar verboten. Nicht einmal der Gedanke, dass die Sklaverei im Prinzip verwerflich sei und nur wegen der Machtverhältnisse noch nicht abgeschafft werden könne, taucht auf“ (Das Elend des Christentums, Seite 22).

Das zeigt, dass die Sklaverei eine ewige Vorkehrung Jehovas ist, die vor dem Gesetzesbund und während des Gesetzesbundes existierte, die im Christentum fortbesteht und die auch in der neuen Welt ihren Platz haben wird. Wie aus der Offenbarung hervorgeht, wird Jehova dann zwar Trauer, Geschrei und Schmerz abschaffen, nicht jedoch die Sklaverei. Selbst im Neuen Jerusalem werden „seine Sklaven … [Gott] Dienst darbringen“ (Offenbarung 22:3).

Bevor der große Abfall einsetzte, hielten sich treue Christen gewissenhaft an die göttliche Vorkehrung der Sklaverei. Der heilige Martin von Tours (zu dessen Ehren noch heute der Martinstag gefeiert wird) hielt 20.000 Sklaven. Spätere Päpste erließen mehrere Gesetze, wonach bestimmte Völker zu „Kirchensklaven“ wurden. Papst Nikolaus V. beauftragte den portugiesischen König, „die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in imagedie ewige Knechtschaft zu zwingen“ (Päpstliche Bulle Dum diversas vom 18. Juni 1452). Erst im 19. Jahrhundert, als die abtrünnigen Geistlichen ‚vom Schlechten zum Schlimmeren fortschritten‘, schafften sie die Sklaverei ab.

Die Vereinten Nationen, die „in Wirklichkeit eine Weltverschwörung gegen Gott und gegen seine ihm ergebenen Zeugen auf der Erde“ sowie „Feinde Gottes“ sind, haben 1948 in einer sogenannten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sogar behauptet: „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten“ (Der Wachtturm, 1. September 1987, Seite 20; Gottes tausendjähriges Königreich hat sich genaht, Seite 310).

Die Lehre für uns

Die Zeitschrift Erwachet! stellte in ihrer Ausgabe vom 8. September 2002 fest: „Grausame Sklaverei ist mit der Bibel nicht vereinbar“ (Seite 15). Beachten wir jedoch, dass es nur um „grausame Sklaverei“ geht. „Normale“ Sklaverei ist, wie oben gezeigt, nicht nur mit der Bibel vereinbar, sondern sogar eine ewige göttliche Vorkehrung. Unter der Überschrift „Christliche Sklaverei verhilft zu echten Freunden“ imagefragte daher der Wachtturm vom 15. April 1970: „Wärst du überrascht, wenn du erfahren würdest, daß Gottes Wort, die Bibel, eine gewisse Form der Sklaverei empfiehlt?“ (Seite 253).

In den meisten Ländern dieser Erde ist die Sklaverei zwar verboten, doch vergessen wir nie: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29). Wie können wir in dieser vom Teufel beherrschten Welt an göttlichen Grundsätzen festhalten und die Sklaverei pflegen?

Sklaverei in der Versammlung

imageEine gute Möglichkeit wäre, in den Versammlungen damit zu beginnen. Familienväter könnten ihre Töchter an die Ältesten verkaufen (2. Mose 21:7). Das Geld könnten sie verwenden, um weniger zu arbeiten und den Pionierdienst durchzuführen. Eine detaillierte Preisliste für Sklavinnen und Sklaven, gruppiert nach Alter, Geschlecht, Jungfräulichkeit und Predigtdienststunden, wird den Ältesten in Kürze zugesandt, damit alles „anständig und nach Anordnung“ geschehen kann (1. Korinther 14:40; vergleiche 2. Mose 22:17).image

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir könnten auch im Predigtdienst gezielt nach Ausländern und Ungläubigen suchen, sie in den Königreichssaal locken und sie uns dort zu Sklaven machen (3. Mose 25:44-46). Der Apostel Paulus bezeichnete einen seiner Leibeigenen als ‚mein Körper‘ und erklärte: „Ich … hole das Letzte aus meinem Körper heraus. Er muss sich meinem Willen fügen“ (1. Korinther 9:27, Hoffnung für Alle). Die Verkündiger in russischsprachigen Versammlungen könnten ihre Verwandten in der Heimat darum bitten, Kontakt zur Mafia herzustellen. Auch aus dem Sudan könnten wir Sklaven importieren.

Wofür könnten wir unsere Sklaven einsetzen? In Israel wurden sie u. a. als „Holzsammler und Wasserschöpfer“ benutzt (Josua 9:21). Abraham gebrauchte seine Sklaven, um Krieg zu führen (1. Mose 14:14). Wir könnten unsere Sklaven damit beauftragen, Holz zu sammeln für den Fall, dass die öffentliche Verbrennung Abtrünniger wieder erlaubt wird. Sie könnten auch den Predigtdienst für uns durchführen oder den Wachtturm für uns unterstreichen. Sklavinnen wurden in Israel oft zu Nebenfrauen gemacht und mussten dabei helfen, den göttlichen Auftrag aus 1. Mose 1:28 zu erfüllen; auch Abraham benutzte seine Sklavin Hagar zu diesem Zweck (1. Mose 16:4). Da ein Bruder eine Sklavin, die von ihm schwanger ist, wahrscheinlich nicht so schnell töten wird, schrieb Paulus, eine Frau würde „durch Kindergebären in Sicherheit bleiben“ (1. Timotheus 2:15).

Bedenken wir immer: Die Sklaverei ist eine universelle Vorkehrung Jehovas. Dass Satan es fast geschafft hat, sie in der von ihm beherrschten Welt auszurotten, entbindet uns nicht von der Verantwortung, sie zu pflegen. Wenn wir Jehova Gott und Jesus Christus lieben, werden wir angestrengt nach Möglichkeiten suchen, die göttlichen Grundsätze in Bezug auf die Sklaverei in unserem Leben anzuwenden!

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