Die gute Botschaft in den Häusern predigen

Nachdruck aus Unser Kürbisreichsdienst, Juni 2008

Ohne Zweifel ist das Predigtwerk die Hauptaufgabe eines jeden Christen. Jehovas Volk hat diese Aufgabe schon immer ernst genommen. So heißt es in dem Werk Wikipedia: „Besonders fallen Jehovas Zeugen durch ihre Evangelisation auf, die sie als Predigtdienst oder Predigtwerk (früher auch als ‚Felddienst‘) bezeichnen“. Dieser Dienst hat auch Früchte eingetragen, was an der außerordentlichen Mehrung wahrer Anbeter zu erkennen ist.

Doch Jehova sagte vorher, er würde „statt der Steine Eisen“ herbeibringen (Jesaja 60:17). Der Prophet Jesaja bezog sich dabei auf organisatorische Verbesserungen, für die Jehova durch ‚helleres Licht’ sorgen würde (Sprüche 4:18). Wir wollen daher einige Bibeltexte, die mit dem Predigtwerk in Verbindung stehen, vor dem Hintergrund der neuen Erklärungen aus dem Wachtturm vom 15.07.2008 betrachten.

„Unsichtbares“ Predigen

Bisher wurde das Predigtwerk „von Haus zu Haus“ auf den Straßen durchgeführt. Die meisten Gespräche mit den Wohnungsinhabern fanden an den Türen statt, so dass die Verkündiger von Nachbarn und Passanten gesehen werden konnten. Doch wie im Wachtturm gezeigt wird, wurde das „Königreichspredigtwerk“ durch den „Sauerteig“ aus Jesu Gleichnis dargestellt, und das ‚Durchsäuern der ganzen Masse’ ist „ein sehr einfaches Bild für den unsichtbaren Vorgang geistigen Wachstums“.

Beachten wir, dass das Wachstum unsichtbar stattfinden würde. Wie können wir dies bei unserem Predigtwerk berücksichtigen? Lukas berichtet, dass die ersten Christen die gute Botschaft „von Haus zu Haus“ verkündigten (Apostelgeschichte. 5:42). Doch der griechische Ausdruck kat’ óikon kann auch mit „in den Häusern“ oder „in Privathäusern“ übersetzt werden (siehe auch Apostelgeschichte 20:20, Fußnote).

Die ersten Christen predigten also „in den Häusern“, nicht vor den Häusern an den Haustüren. Jehovas Zeugen haben diese Tatsache bereits früh erkannt. Schon 1929 hieß es im Vorläufer von Unserem Königreichsdienst: „Suche Zutritt in die Wohnung zu erlangen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß mehr Verkäufe zustande kommen, wenn der Arbeiter die Wohnung betreten und seine Bücher drinnen vorzeigen kann. Die Gründe dafür sind mehrere. … Darum sollte man sich bemühen, wenn irgend möglich, in das Haus eingelassen zu werden“ (Spezial-Bulletin, Juli 1929).

Zutritt verschaffen

Wie können wir erreichen, dass die Menschen uns in ihre Häuser lassen? Das Spezial-Bulletin gab folgenden Rat: „Stelle dich so, dass die Tür richtig geöffnet werden und die Person in die offene Tür treten muss, um zu sehen, wer da ist. Wenn die Tür geöffnet ist, streiche Dir die Füße auf dem Fußabstreifer ab und sage, dass es schmutzig oder staubig oder schneeig draußen sei – je nachdem -, und dass Du lieber, damit der Staub, die Hitze oder der Schnee nicht in die Wohnung dringen, sofort eintreten wolltest. Bitte niemals darum, eintreten zu dürfen, sondern nimm es für selbstverständlich hin, dass Du eintreten sollst, und sage: ‚Es ist sehr freundlich, dass Sie mich hereinlassen.’“

Durch diese Vorgehensweise sind schon viele gute Ergebnisse erzielt worden. Dennoch haben einige Wohnungsinhaber barsch reagiert und versucht, Verkündiger am Betreten ihrer Wohnung oder ihres Hauses zu hindern. In diesem Fall könnten wir darauf hinweisen, dass es dabei um Leben oder Tod geht. Wenn der Wohnungsinhaber das nicht glaubt, zeige ihm deine Pistole. Auf diese Weise konnte schon vielen aufrichtigen Menschen geholfen werden.

Einige Brüder haben auch gute Erfahrungen damit gemacht, Angehörige des Wohnungsinhabers als Geiseln zu nehmen. Selbstverständlich haben sie diese gut behandelt und ausschließlich mit geistiger Speise und „Wasser des Lebens“ aus den Wachtturm-Publikationen ernährt. In einigen Ländern haben die Versammlungen auch Rahmenvereinbarungen mit Schlüsseldiensten abgeschlossen, um sich Zutritt zu den Häusern in ihrem Gebiet zu verschaffen. Vom Einsteigen durch den Kamin sollten wir absehen, da dieser Brauch in der heidnischen Religion verwurzelt ist.

Literaturabgabe

Wie sollten wir vorgehen, wenn wir im Haus sind? Das Spezial-Bulletin schrieb: „Wenn das erste Buch erklärt ist, stecke es unter den linken Arm, lege die Tasche ab und nehme mit der rechten Hand das zweite Buch aus der linken Innentasche; ist es erklärt, nimm beide Bücher unter den rechten Arm und ziehe mit der linken Hand das dritte Buch aus der rechten Innentasche. Wenn dies erklärt ist, nehme alle drei Bücher wieder unter den linken Arm und das 4. Buch aus der linken oberen Innentasche heraus, und so fort, bis alle Bücher beisammen sind. Dann sage den Leuten, indem Du die fünf Bücher hinhältst: ‚Ich gebe Ihnen diese fünf wundervollen Bücher …’ (Niemals frage: ‚Wollen Sie sie haben?’)“.

Auch wir sollten daher einen ausreichenden Vorrat an Büchern, Bibeln und Broschüren in verschiedenen Sprachen dabei haben, um möglichst fünf Stück auf einmal abzugeben. Zur besseren Unterscheidung wäre es ratsam, verschiedenfarbige Bücher auszuwählen. Weisen wir den Wohnungsinhaber noch auf die Studien- und Wiederholungsfragen hin, bevor wir uns verabschieden.

Passende Rückbesuche

Nach einigen Tagen wäre es angebracht, einen Rückbesuch zu machen und zu überprüfen, ob die Person die Bücher auch tatsächlich gelesen hat. Die Wiederholungsfragen bieten dazu eine gute Möglichkeit. Falls der Wohnungsinhaber weniger als 60 Prozent der Fragen beantworten kann, weisen wir ihn darauf hin, dass er im Feuersee enden wird, wenn er so weitermacht. Als Veranschaulichung könnten wir sein Haus anzünden.

Da kein Zweifel daran besteht, dass wahre Christen „in den Häusern“ predigen sollten, kann ab dem neuen Dienstjahr nur noch die Zeit als Predigtdienst berichtet werden, die wir tatsächlich in den Häusern verbringen. Die Zeit zwischen zwei Häusern und vor den Türen sollte nicht mehr mitgezählt werden.

Der richtige Zeitpunkt

Wann sollten wir den Predigtdienst durchführen? Beachten wir, dass im Wachtturm vom 15.07.2008 über das Gleichnis vom Senfkorn gesagt wird, die „Vögel“ stehen für „aufrichtige Menschen, die in der Christenversammlung Schutz suchen“. Es ist eine Tatsache, dass Vögel tagsüber meistens mit der Nahrungssuche beschäftigt sind und eher nachts in den Bäumen „Schutz suchen“. Jesus zeigte somit, dass viele Wohnungsinhaber nachts empfänglicher für die Wahrheit sind als tagsüber.

Passenderweise wird in der Offenbarung über die große Volksmenge gesagt: „Tag und Nacht bringen sie … heiligen Dienst dar“ (Offenbarung 7:15). Auch die ersten Christen predigten nachts, denn die Oberpriester – die keine Wertschätzung für geistige Dinge hatten – beschwerten sich: „Seine [Jesu] Jünger kamen bei Nacht …, während wir schliefen“ (Matthäus 28:13).

Christen ahmen David nach, der sagte: „Ständig rufe ich bei Tag, und bei Nacht, und da ist kein Schweigen meinerseits“ (Psalm 22:2). Und schon vorher wurde über die Sänger gesagt, die Jehova priesen: „Bei Tag und bei Nacht war es ihre Verantwortlichkeit, im Werke zu sein“ (1. Chronika 9:33).

Insbesondere Rückbesuche sollten in der Nacht durchgeführt werden. Das wird dem Wohnungsinhaber helfen, das folgende Gebot Jehovas noch besser zu verstehen: „Du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme … [im Wachtturm] lesen“ (Josua 1:8). Wenn wir bei einem nächtlichen Rückbesuch das Wissen des Wohnungsinhabers abfragen, können wir uns auch als „Nachahmer Gottes“ erweisen, der „bei Nacht Besichtigung vorgenommen“ hat (Epheser 5:1; Psalm 17:3).

Organisatorische Einzelheiten

Die Ältesten werden an geeigneten Orten Treffpunkte für den Nachtdienst um 22:30 Uhr und um 3:00 Uhr einrichten. Aus Sicherheitsgründen sollten Schwestern den Nachtdienst alleine durchführen und nur Rückbesuche bei Männern machen. Schon im Spezial-Bulletin stand: „Eine Schwester sollte … nach dem Herrn des Hauses fragen“. Sollte ein Wohnungsinhaber unmoralische Angebote machen, wäre es gut, sich an eine der dort aufgeführten „vier Hauptregeln“ halten, die lautet: „Man stimme dem Angeredeten immer zu“.

Einige mögen sich fragen, wann sie schlafen sollen. Doch der Apostel Paulus forderte Christen auf: „Laßt uns denn nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und besonnen bleiben. Denn die da schlafen, sind gewohnt, bei Nacht zu schlafen. … Was aber uns betrifft, die dem Tag angehören, laßt uns besonnen bleiben“ (1. Thessalonicher 5:6, 7). Wir sollten Jehova nachahmen, „der mit seinen Augen keinen Schlaf sieht, weder bei Tag noch bei Nacht“ (Prediger 8:16). Vergessen wir auch nicht, dass die Bibel über eine gute Frau sagt: „Ihre Lampe geht bei Nacht nicht aus“ (Sprüche 31:18).

Mahlzeiten „von Haus zu Haus“

Ein weiterer Aspekt des christlichen Dienstes wird in der Apostelgeschichte erwähnt: „Sie nahmen ihre Mahlzeiten in Privathäusern ein und nahmen mit großer Freude und Aufrichtigkeit des Herzens Speise zu sich, priesen Gott und erlangten Gunst beim ganzen Volk“ (Apostelgeschichte 2:46, 47). Der griechische Ausdruck kat‘ óikon, der mit „in Privathäusern“ übersetzt wird, kann gemäß der Fußnote auch mit „von Haus zu Haus“ wiedergegeben werden.

Die ersten Christen nahmen ihre Mahlzeiten also „von Haus zu Haus“ ein, in den „Privathäusern“ der Wohnungsinhaber. Nachdem wir uns zur Essenszeit Zutritt zu einer Wohnung in unserem Gebiet verschafft haben, sollten wir den Hausherrn taktvoll auf diesen Umstand hinweisen.

Wie der Prophet Elia können wir zu ihm sagen: „Hol mir … einen Bissen Brot“ (1. Könige 17:11). Beachten wir jedoch, dass das hebräische Wort, das mit „Brot“ übersetzt wird, nicht auf buchstäbliches Brot beschränkt ist – auch das Festmahl Belsazars wird als „großes Brot“ bezeichnet, und Abraham bezeichnete den „guten jungen Stier“ als „ein Stück Brot“ (Daniel 5:1, Fußnote; 1. Mose 18:5, 7). Falls der Wohnungsinhaber zögert, könnten wir die Worte Jesu anführen, der sagte: „Der Arbeiter hat seine Nahrung verdient“ (Matthäus 10:10).

Es kommt auch vor, dass der Wohnungsinhaber freundlich reagiert und uns ein Glas Wasser anbietet. In diesem Fall müssten wir allerdings auf das Gebot des Paulus verweisen, der Christen unmissverständlich anwies: „Trink nicht … Wasser, sondern … Wein“ (1. Timotheus 5:23). Es versteht sich von selbst, dass nur reiner, unverfälschter Rotwein, wie er auch zum Gedächtnismahl verwendet werden könnte, geeignet ist.

Segnungen

Mögen wir fortfahren, „in jedem guten Werk Frucht zu tragen“, während wir uns treu die neuen Vorkehrungen zunutze machen (Kolosser 1:10). „In den Häusern“ zu predigen statt vor den Türen, wird sich zweifellos als ein Segen erweisen. So können wir das Werk praktisch „unsichtbar“ durchführen und somit dem Sauerteig aus Jesu Gleichnis entsprechen. Nehmen wir auch Mahlzeiten „von Haus zu Haus“ ein, während wir „Tag und Nacht“ die gute Botschaft verkündigen.

Jehova wird uns bestimmt segnen, wenn wir auch die Nachttreffpunkte nach besten Kräften unterstützen. Weiterhin gilt die Ermahnung aus dem Buch Überleben – und dann eine neue Erde: „Angesichts der Tatsache, daß wir kurz vor dem Ende der … [Wachtturm-Gesellschaft] leben, ist es für alle, die überleben möchten, lebenswichtig, unverzüglich … zu handeln“ (Seite 59).

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