Wer kann vor „dem Alten an Tagen“ bestehen?

Nachdruck aus Erbrechet!, Dezember 2009

„Da waren drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zähnen; und dies ist, was sie zu ihm sagten: ‚Steh auf, friß viel Fleisch.‘“ (Daniel 7:5)

Am Hof Belsazars, des Königs von Babylon, hatte der Prophet Daniel einen bemerkenswerten Traum. In einer Vision wurde er direkt in unsere Zeit versetzt. Er sah in prophetischen Bildern Entwicklungen, die sich vor unseren Augen abspielen, und schrieb sie zu unserem Nutzen auf.

Welche Jahreszeit behandelte seine Vision? Daniel erzählt: „Ich schaute dann in meinen Visionen bei Nacht, und siehe da, die vier Winde der Himmel wühlten das weite Meer auf“ (Daniel 7:2). Es war also eine windige Zeit, und meistens denkt man bei Wind an den Herbst. Doch gemäß einer imageaktuellen Studie des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie finden die meisten Stürme inzwischen im Winter statt (siehe Welt online vom 23.01.2009).

Wir können somit davon ausgehen, dass sich Daniels Vision auf die Winterzeit bezieht. Tatsächlich werden in der Vision „vier riesige Tiere“ beschrieben, „jedes verschieden von den anderen“ (Daniel 7:3). Es handelt sich dabei um vier verschiedene Aspekte der Weihnachtszeit. Wir werden bestimmt begeistert sein, zu sehen, wie genau Daniel Entwicklungen unserer Zeit vorausgesagt hat.

Kommerz

„Das erste [Tier] war wie ein Löwe, und es hatte die Flügel eines Adlers“ (Daniel 7:4). Was stellt dieses Tier dar? Die „Flügel eines Adlers“ lassen keinen Zweifel aufkommen, denn Gottes inspiriertes Wort sagt: „Mühe dich nicht, Reichtum zu gewinnen. … Ganz bestimmt macht er sich Flügel gleich denen eines Adlers und entfliegt den Himmeln zu“ (Sprüche 23:4, 5). Das erste Tier steht eindeutig für „Reichtum“ oder Geld im Allgemeinen.

imageInwiefern war es „wie ein Löwe“? Damit spielt Daniel auf den verzweifelten Versuch vieler Menschen an, durch Glücksspiel „Reichtum zu gewinnen“. Er bezieht sich auf die Firma Löwen Entertainment, die nach eigener Aussage „einer der in Deutschland führenden Anbieter von Geldgewinnspiel-Geräten“ ist. Die Marke „Löwen“ ist tatsächlich eng mit Geld und Glücksspiel verknüpft.

Gemäß Salomos Aussage nutzt Geld seine sinnbildlichen „Flügel“, um ‚zu den Himmeln zu entfliegen‘, d. h. seine Besitzer spenden einen Teil davon für ‚himmlische‘ Zwecke an die Kirchen. Aber Daniel „schaute weiter, bis seine Flügel ausgerissen wurden“ (Daniel 7:4). Zur Weihnachtszeit benötigen die Menschen ihr Geld selber. Statt es für religiöse Zwecke zu spenden oder auf dem Konto liegen zu lassen, wird es „von der Erde aufgehoben“, d. h. vom Konto abgehoben (Daniel 7:4).

Daniel sagt weiter über das vom Konto abgehobene Geld: „Man ließ es gleich einem Menschen auf zwei Füßen stehen“ (Daniel 7:4). Natürlich bekommen die Geldscheine nicht selbst Füße, aber im Geldbeutel ihres Besitzers – ‚einem Menschen, der auf zwei Füßen steht‘ – wandern sie zur Vorweihnachtszeit in die Geschäfte.image

Später schaute Daniel „weiter, und siehe da, ein anderes Tier, eines wie ein Leopard“ (Daniel 7:6). Dieses Tier steht mit dem ersten in Verbindung, denn der Leopard ist ein Lauerjäger. So nennt man Tiere, die „an einer Stelle verharren und auf Beute lauern“ (Encyclopaedia Wikipedia). Daher ist der Leopard ein passendes Sinnbild für die Geschäfte und Kaufhäuser, die insbesondere in der Weihnachtszeit ‚auf Beute lauern‘.

Der Leopard „hatte vier Flügel eines fliegenden Geschöpfes auf seinem Rücken“ (Daniel 7:6). Dabei handelt es sich um die Flügel des ersten Tieres, das Geld, das die Menschen von ihrem Konto abgehoben haben. Dieses liegt nun in den Kassen der Geschäfte und Kaufhäuser, sozusagen ‚auf dem Rücken des Leoparden‘.

Weiter sagt Daniel: „Das Tier hatte vier Köpfe“ (Daniel 7:6). Mit dem Maul in seinem Kopf reißt der Leopard seine Beute. Die „vier Köpfe“ sind die vier Adventswochenenden, an denen der Einzelhandel einen erheblichen Teil seines Jahresumsatzes macht.

Unausgewogene Ernährung

Daniel sah auch „ein anderes Tier, … das gleich einem Bären war“ (Daniel 7:5). Auf welchen Aspekt der Weihnachtszeit der Bär verweist, geht deutlich aus der folgenden Aussage in einer Enzyklopädie hervor: „Bären sind meist opportunistische Allesfresser, die je nach Art und Jahreszeit in unterschiedlichem Ausmaß … Nahrung zu sich nehmen“ (Encyclopaedia Wikipedia). In bestimmten Jahreszeiten, in denen imagees ein reichhaltiges Angebot an Nahrung gibt, frisst der Bär also besonders viel.

Nichts anderes tun die Menschen während der Weihnachtszeit, insbesondere an den Feiertagen. Daniel fährt fort: „Da waren drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zähnen; und dies ist, was sie zu ihm sagten: ‚Steh auf, friß viel Fleisch‘“ (Daniel 7:5). Die „drei Rippen“ stehen für die drei Feiertage (vom 24. bis zum 26. Dezember). An diesen Tagen essen die meisten Leute „viel Fleisch“, so dass einige nach dem Essen kaum noch aufstehen können. Das gleiche Problem hatte wohl auch der Bär in Daniels Vision, weshalb er nur „auf einer Seite … aufgerichtet“ war (Daniel 7:5).

Familienglück

Als Nächstes wird Daniel der schrecklichste Aspekt der Weihnachtszeit gezeigt. In der Vision sieht er „ein viertes Tier, furchteinflößend und schrecklich und ungewöhnlich stark“ (Daniel 7:7). Was könnte an der Weihnachtszeit „furchteinflößend und schrecklich“ sein? Das wird im nächsten Satz deutlich: „Es hatte große Zähne aus Eisen“ (Daniel 7:7). Zwar werden dritte Zähne heute nicht mehr aus Eisen gemacht, aber im übertragenen Sinne haben alte Leute heute tatsächlich „Zähne aus Eisen“. Das vierte Tier steht daher für die Verwandten, die üblicherweise an Weihnachten zu Besuch kommen.

imageDurch die stressigen Vorbereitungen und Einkäufe sind viele Leute sowieso schon mit den Nerven am Ende, wenn ihre Verwandten eintreffen. Daniel sagt über das Tier: „Was [vom Familienfrieden] übrig war, trat es mit seinen Füßen nieder“ (Daniel 7:7). In der Tat heißt es in einer Mitteilung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz: „Das ‚Fest der Liebe‘ endet leicht im handfesten Familienstreit. … In vielen Familien naht mit Weihnachten der größte Krach des Jahres.“ Ein Internetportal für Rechtsberatung stellte fest, dass seine Seiten zum Thema Scheidung und Unterhalt an den Weihnachtsfeiertagen und kurz danach dreimal so oft aufgerufen werden wie zu anderen Zeiten.

Glücklicherweise ändert sich die Zusammensetzung der Familie mit der Zeit. Das Tier „hatte zehn Hörner“, und „da waren Augen wie die Augen eines Menschen an diesem Horn“ (Daniel 7:7, 8‌‌). Die Zahl Zehn steht in der Bibel für Vollständigkeit, und die Hörner stehen für Menschen. Die „zehn Hörner“ stellen also die Gesamtzahl der Familienmitglieder dar. Daniel „betrachtete die Hörner weiter, und siehe, ein anderes Horn, ein kleines, stieg zwischen ihnen auf, und da waren drei von den ersten Hörnern, die vor ihm ausgerissen wurden“ (Daniel 7:8). imageIm Lauf der Jahre werden neue Familienmitglieder – ‚kleine Hörner‘ – geboren, während einige „von den ersten Hörnern“ – den ältesten Familienmitgliedern – durch den Tod aus der Familie „ausgerissen“ werden.

Allerdings sah Daniel auch „ein Maul, das großtönende Dinge redete“ (Daniel 7:8). Gerade die älteren Familienmitglieder versuchen oft, ihre Familie an Weihnachten herumzukommandieren, und tragen so erheblich zum Unfrieden bei. Daher bietet eine Hotelkette in Großbritannien im Jahr 2009 erstmals einen besonderen Schwiegermuttertarif an, bei dem alle Schwiegermütter in der Zeit vom 23. bis 29. Dezember 25 Prozent Rabatt bekommen (Meldung von n-tv.de am 24.11.2009).

Aber Daniel „schaute weiter zur selben Zeit wegen des Schalls der großtönenden Worte, die das Horn redete; ich schaute weiter, bis das Tier getötet und sein Leib vernichtet war und es dem brennenden Feuer hingegeben wurde“ (Daniel 7:12). imageNatürlich wird die stänkernde Großmutter nicht von ihren Angehörigen „getötet“, aber früher oder später wird sie sterben, und ihr „Leib“ wird im „brennenden Feuer“ eingeäschert werden.

Daniel erklärt außerdem: „Was aber die übrigen der Tiere betrifft, ihre Herrschaft wurde weggenommen“ (Daniel 7:12). Während die Familienstreitigkeiten nach Weihnachten noch lange Zeit weitergehen, hört die „Herrschaft“ der anderen „Tiere“ – der weihnachtliche Konsumrausch und das übermäßige Essen – nach den Feiertagen abrupt auf. Allerdings „wurde ihnen eine Verlängerung des Lebens für eine Zeit und einen Zeitabschnitt gewährt“, denn ihre Folgen – Geldmangel und Übergewicht – bleiben nach Weihnachten noch eine Zeitlang bestehen (Daniel 7:12).

„Der Alte an Tagen“

Die Vision von den vier Tieren ist wirklich einzigartig und stärkt zweifellos unsere Glauben an die Fähigkeit des Schöpfers, künftige Entwicklungen bis ins Detail vorherzusagen. Aber damit nicht genug, enthüllt die Vision noch weitere Einzelheiten über die Weihnachtszeit. Daniel erklärt: „Ich schaute weiter, bis Throne aufgestellt wurden und der Alte an Tagen sich setzte. Seine Kleidung war so weiß wie Schnee, und das Haar seines Hauptes war wie reine Wolle“ (Daniel 7:9). Dabei handelt es sich um den Nikolaus, der meistens als alter Mann mit einem langen weißen Bart dargestellt wird. Zwar trägt er normalerweise ein rot-weißes Bischofsgewand, doch wenn es draußen schneit, ist sein Mantel „weiß wie Schnee“, wenn er hereinkommt.

imageUm den Nikolaustag herum beginnt auch die Weihnachtsbeleuchtung in den Geschäften und Kaufhäusern. Deshalb sagt Daniel: „Sein Thron waren Feuerflammen, dessen Räder waren brennendes Feuer. Da war ein Feuerstrom, der floß und von der Stelle vor ihm ausging“ (Daniel 7:9, 10). Ja, wo der Nikolaus auftaucht, ist alles hell erleuchtet, so dass es aus der Ferne betrachtet aussieht wie „brennendes Feuer“. Daniel sagt über die für die Beleuchtung verwendeten Glühbirnen: „Da waren tausend Tausende … und zehntausend mal zehntausend, die fortwährend direkt vor ihm standen“ (Daniel 7:10).

Einige Kinder haben jedoch Angst, wenn der Nikolaus sie besucht. Daniel berichtet nämlich: „Das Gericht setzte sich, und Bücher wurden geöffnet“ (Daniel 7:10). Der Nikolaus belohnt in der Tat nicht jeden. Er prüft die „Bücher“, in denen die Taten der Kinder aufgezeichnet sind. Wer im vergangenen Jahr nicht brav war, wird statt dessen von Knecht Ruprecht, der den Nikolaus begleitet, bestraft. Früher steckte Knecht Ruprecht die bösen Kinder in seinen Sack und nahm sie mit; heutzutage werden diese Kinder aufgrund der Jugendschutzgesetze aber nur noch mit der Rute geschlagen.

Ein würdiger Nachfolger

Schließlich schaute Daniel „weiter in den Visionen der Nacht, und siehe da, mit den Wolken des Himmels kam gerade einer wie ein Menschensohn“ (Daniel 7:13). Wer kommt zur Weihnachtszeit „mit den Wolken des Himmels“? Es ist der Weihnachtsmann, „der mit einem von Rentieren gezogenen fliegenden Schlitten reist“ (Encyclopaedia Wikipedia). Im Gegensatz zum „Heiligen“ Nikolaus, der als strenger Geistlicher dargestellt wird und unartige Kinder durchaus verprügelt oder in seinen Sack steckt, hat der übergewichtige und Coca-Cola-trinkende Weihnachtsmann durchaus menschliche Schwächen und ist sozusagen „einer wie ein Menschensohn“. Dementsprechend wird er auch traditionell „als freundlicher alter Mann“ dargestellt (Encyclopaedia Wikipedia).

Der Weihnachtsmann „erlangte Zutritt zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn nahe heran, ja vor ihn“ (Daniel 7:13). Aufgrund seiner herzlichen Art nimmt seine Popularität immer mehr zu. In den vergangenen Jahrzehnten kam sie an die des Nikolauses „nahe heran“, und in letzter Zeit hat der Weihnachtsmann die Beliebtheit des Nikolauses sogar noch übertroffen; er steht auf der Hitliste der beliebtesten Geschenkebringer sozusagen ‚vor ihm‘.

Der Nikolaus – ein katholischer Heiliger – konnte seinen Einfluss nur auf christliche Nationen ausüben. Doch dem Weihnachtsmann „wurde Herrschaft und Würde imageund Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten“ (Daniel 7:14). Tatsächlich wird der Weihnachtsmann inzwischen weltweit verehrt. Selbst in islamischen, buddhistischen und atheistischen Ländern wird Weihnachten gefeiert. Die „Herrschaft“ des Weihnachtsmannes ist wirklich „eine auf unabsehbare Zeit dauernde Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich eines, das nicht zugrunde gerichtet werden wird“ (Daniel 7:14).

Ist es nicht begeisternd, wie wir die Erfüllung biblischer Prophezeiungen direkt vor unseren Augen erleben können? Mögen wir alles daransetzen, während des Jahres brav zu sein, damit wir entweder von dem „Alten an Tagen“ oder dem „wie ein Menschensohn“ – je nachdem, wer in unserer Gegend die Vorherrschaft hat – als gut erfunden werden und eine Belohnung erhalten!

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