Ein vorzügliches Beispiel für Älteste

Nachdruck aus Erbrechet!, April 2008

 

„Welcher Unschuldige ist je umgekommen?“ (Hiob 4:7)

Als der Patriarch Hiob von schweren Unglücksschlägen getroffen wurde, suchten ihn seine drei Freunde Eliphas, Bildad und Zophar auf. Sie wollten ihm ihr Mitgefühl ausdrücken und ihn trösten (Hiob 2:11). Der einflussreichste der drei war Eliphas. Er sprach nicht nur als Erster, sondern auch länger als die anderen. Wenn heutige Älteste ihn nachahmen, können sie sich als ein „Regensturm erweisen, wie Wasserbäche“ in einem überfluteten Gebiet, wie die sengende Sonne „in einem wasserlosen Land“ (Jes. 32:2).

Mit folgenden Worten berichtete Eliphas von einem außergewöhnlichen Erlebnis, das er früher einmal gehabt hatte: „Ein Geist selbst ging an meinem Gesicht vorüber; das Haar meines Fleisches begann sich zu sträuben. Er begann still zu stehen, aber ich erkannte sein Aussehen nicht; eine Gestalt war vor meinen Augen; da war eine Stille, und ich hörte nun eine Stimme“ (Hiob 4:15, 16). Ja, Eliphas stand unter dem Einfluss des heiligen Geistes Gottes. Er ist somit ein geeignetes Vorbild für heutige Älteste.

Welche Denkweise lässt sich aus Eliphas’ Aussagen herauslesen? Warum ist es so wichtig, seine Denkweise nachzuahmen?

„An seine Diener glaubt er nicht“

In jeder seiner drei Reden zeigte Eliphas, dass Gott so anspruchsvoll ist, dass für ihn nichts, was seine Diener tun, gut genug ist. „Siehe! An seine Diener glaubt er nicht“, sagte Eliphas zu Hiob, „und seinen Engeln legt er Mängel zur Last“ (Hiob 4:18, Fußnote). Später sagte Eliphas von Gott: „In seine Heiligen setzt er keinen Glauben, und selbst die Himmel sind bestimmt nicht rein in seinen Augen“ (Hiob 15:15). Weiter fragte er: „Hat der Allmächtige irgendein Gefallen daran, dass du gerecht bist?“ (Hiob 22:3).

Christliche Älteste können ähnlich vorgehen, um schwache Mitchristen zu mehr Predigtdienst zu ermuntern. Sie können den Verkündigern vor Augen führen, dass die Zahl der Predigtdienststunden nie groß genug sein kann. Und wenn schon Jehova Gott den Heiligen nicht vertraute, wie viel weniger sollten Älteste einfachen Verkündigern vertrauen! Vielmehr sollten sie stets davon ausgehen, dass Verkündiger dazu neigen, Schlechtes zu tun. Daher sollten sie möglichst viele Regeln aufstellen, um das Schlimmste zu verhindern.

Wie Eliphas können Älteste den Verkündiger fragen: „Hat Gott oder der ‚treue Sklave’ irgendein Gefallen daran, dass du gerecht bist? Nein, es kommt nicht auf Gerechtigkeit an, sondern auf Predigtdienststunden!“ Solch freundliche Ermunterung hat schon vielen geholfen, ihren Eifer im Predigtdienst zu vergrößern.

Bildad fügte noch einen interessanten Gedanken hinzu: „Da ist sogar der Mond, und er ist nicht hell; und die Sterne selbst haben sich in seinen [Gottes] Augen nicht als rein erwiesen. Wie viel weniger der sterbliche Mensch, der eine Made ist, und ein Menschensohn, der ein Wurm ist!“ (Hiob 25:5, 6). Älteste könnten sagen: „Da ist sogar ein Pionier, und seine Stunden sind nicht genug; und die Sonderpioniere selbst haben nicht genug gepredigt.“

Bei einem Hirtenbesuch können die Ältesten weitere Bibeltexte gebrauchen, um den Verkündiger zu ermuntern. Sie könnten etwa Ananias und Sapphira erwähnen, die von Gott getötet wurden, weil sie zu wenig gaben. Ihr Beispiel mag Verkündiger davon abhalten, im Predigtdienst nachzulassen.

Behalten wir diese wertvollen Gedanken im Sinn! Sonst könnte sich bei den Verkündigern das Gefühl einschleichen, Gott würde gar nicht so viel von uns verlangen. Solch eine Denkweise würde sich sehr nachteilig auf unser Verhältnis zu Jehova auswirken. Und wie würde jemand, der ihr erliegt, wohl auf eine erforderliche Zurechtweisung reagieren? Statt sie demütig anzunehmen, könnte ‘sein Herz selbst gegen Jehova ergrimmen’ und der Betreffende könnte Jehova gegenüber Groll hegen (Sprüche 19:3). Sein Verhältnis zu Gott wäre in größter Gefahr!

„Kann ein kräftiger Mann Gott selbst zum Nutzen sein?“

Eine weitere wertvolle Lehre, die Eliphas anführte, besagt, dass Gott die Menschen als nutzlos betrachtet. Er stellte in seiner dritten Rede die Frage: „Kann ein kräftiger Mann Gott selbst zum Nutzen sein, dass irgendeiner, der Einsicht hat, ihm zum Nutzen sein sollte?“ (Hiob 22:2). Eliphas zeigte damit, dass Gott den Menschen zu nichts gebrauchen kann. Bildad bestätigte das: „Wie … kann der sterbliche Mensch vor Gott im Recht sein, oder wie kann ein von einer Frau Geborener rein sein?“ (Hiob 25:4). Wie konnte sich Hiob, ein sterblicher Mensch, angesichts einer solchen Beweisführung anmaßen, vor Gott gerecht dazustehen?

So manchem macht heute ein negatives Selbstbild zu schaffen. Faktoren wie die Versammlung, die freundliche Ermunterung der Ältesten oder der ungesunde Lebenswandel, den man als Zeuge Jehovas führt, können dazu beigetragen haben. Aber auch der „treue und verständige Sklave“ hat ein Interesse daran, Menschen psychisch zu zerstören.

Diejenigen, denen sie zeigen können, dass nichts, was sie tun, sei für den allmächtigen Gott gut genug ist, neigen eher dazu, sich im Predigtwerk zu verausgaben. Solche Personen können sich mit der Zeit immer weiter von der Welt entfernen, ja sich sogar ganz von ihr zurückziehen, und sich vollständig auf den Predigtdienst konzentrieren.

Älteste könnten erwähnen, dass Jehova das Predigtwerk auch von Steinen durchführen lassen könnte. Jesus bestätigte auf diese Weise, dass Gott die Verkündiger als völlig nutzlos betrachtet. Sie könnten auch den Psalmisten zitieren: „Ich aber bin ein Wurm und kein Mann“, um dem Verkündiger zu zeigen, wie unbedeutend er ist (Ps. 22:6).

Uns können auch durch vorgerücktes Alter oder gesundheitliche Probleme Grenzen gesetzt sein. Wie wichtig ist es doch, zu erkennen, dass Jehova sich nicht für unsere Probleme interessiert und dass ohnehin nichts, was wir tun, für ihn gut genug ist!

„Seine Hand schlägt zu“

Eliphas führte einen weiteren, wichtigen Punkt an, als er sagte: „Seine Hand schlägt zu“ (Hiob 5:18, Gute Nachricht). Er zeigte damit, dass Leid, das jemand erdulden muss, von Gott als Strafe für Sünden verursacht wird. Heutige Älteste sollten den Verkündigern vor Augen führen, dass wahrscheinlich zu wenig Predigtdienst oder das gelegentliche Versäumen der Zusammenkünfte die Ursache für ihre gesundheitlichen oder familiären Probleme sind.

Dieser Gedanke wurde von Eliphas noch bekräftigt, als er fragte: „Welcher Unschuldige ist je umgekommen? Und wo sind die Rechtschaffenen je ausgetilgt worden?“ (Hiob 4:7). Ja, Jehova lässt nicht zu, dass jemand krank wird, der genug für ihn tut.

Eine Warnung für Abtrünnige

Die Reden Eliphas’ und seiner Gefährten geben Ältesten eine Fülle von Anregungen für Besuche bei Verkündigern, die zu Zweifeln an der Autorität des „treuen und verständigen Sklaven“ neigen. Zu Beginn eines solchen Gesprächs könnten sie sagen: „Was weißt du denn, was wir nicht wissen? Was verstehst du, was uns nicht auch bekannt ist?“ (Hiob 15:9). So wie Eliphas fragte: „Sind die Tröstungen Gottes nicht genug für dich?“, so könnten sie fragen: „Ist die geistige Speise, die der ‚treue und verständige Sklave’ durch den Wachtturm darreicht, nicht mehr gut genug für dich?“ (Hiob 15:11).

Die Ältesten können auch fragen: „Kannst du die tiefen Dinge Gottes ergründen,“ ohne Anleitung von Gottes Mitteilungskanal zu bekommen? (Hiob 11:7). Sie sollten dem zweifelnden Verkündiger auch die schrecklichen Folgen eines Gemeinschaftsentzugs vor Augen führen: „Rufe bitte! Ist jemand da, der dir antwortet? Und an wen … willst du dich wenden“, wenn du ausgeschlossen worden bist? (Hiob 5:1).

Besonders für Schwestern eignet sich die Drohung: „Die Gemeinde der Abtrünnigen ist unfruchtbar“ (Hiob 15:34). Es bleibt zu hoffen, dass der zweifelnde Verkündiger so reagiert wie Eliphas, als er von Gottes Geist ermahnt wurde. Er schrieb: „Ein Schrecken kam über mich und ein Zittern“ (Hiob 4:14).

Sollte der Verkündiger jedoch nicht auf die liebevolle Ermunterung hören und weiterhin selbständig denken, wäre es gut, ihm zum Abschluss des Gesprächs die Worte Zophars mit auf den Weg zu geben, der über einen Abtrünnigen sagte: „.Die ganze Macht des Mißgeschicks selbst wird über ihn kommen. … Ein Geschoß wird selbst durch seinen Rücken herausfahren und eine blitzende Waffe durch seine Galle hinaus; Schrecknisse werden gegen ihn angehen. … Ein Platzregen wird sein Haus hinwegwälzen. … Dies ist der Anteil des bösen Menschen von Gott aus, ja das ihm von Gott zugesprochene Erbe“ (Hiob 20.22-29).

Wir sollten unserem Gott aus tiefstem Herzen dankbar sein für Älteste, die dem Vorbild des Eliphas folgen. Solche treuen Männer sind zweifellos eine Stütze der Versammlung, und sie werden uns helfen, weiterhin einen guten Bericht abzugeben. Auf diese Weise können wir unseren Anteil zu immer neuen Höchstzahlen beitragen und so die „Habe“ des „treuen und verständigen Sklaven“ mehren (Mat. 24:45).

 

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Rechtskomitees aus drei Ältesten weisen Sünder liebevoll zurecht,
wobei sie das Beispiel von Eliphas, Bildad und Zophar nachahmen

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